Verantwortliche besichtigen Immobilien

Gründung von Privatschule: Idee überrascht Politik und Rathaus

Schülerinnen und Schüler sitzen während des Unterrichts in ihrem Klassenzimmer.
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Im Kreis Soest könnte es bald eine neue Schule geben.

Die Pläne für eine private Ersatzschule am Möhnesee schreiten voran. „Wir haben online getagt am Mittwoch“, sagt Initiator Anatolio Solo.

Möhnesee/Soest - Das geplante Treffen der Interessierten in der Firmenhalle des Unternehmers in Günne hatte das Ordnungsamt nach Bekanntwerden der Pläne wegen der geltenden Pandemie-Bestimmungen untersagt.

Anatolio Solo beschreibt die weiteren Pläne so: „Ein Vertreter unserer Gruppe wird in den kommenden zwei Wochen passende Immobilien besichtigen.“

Gründung von Privatschule: Mögliche Standorte

Es gehe um Soest, Möhnesee, Ense oder Bad Sassendorf. „Bis zum 7. April tragen wir Argumente für und gegen einen klassischen Förderverein oder eine gemeinnützige GmbH zusammen. Wir tagen dann wieder, vermutlich online, und wir werden über juristische Fragen abstimmen. Danach bringen wir das Schulkonzept zu Papier. Mit der Bezirksregierung in Arnsberg sprechen wir direkt nach Ostern, um das Genehmigungsverfahren für eine staatlich anerkannte Ersatzschule zu starten.“

Wir haben uns derweil umgehört: Wie kommt die Idee in Politik und Verwaltung an?

Boris Cramer, Fraktionschef FDP und Mitglied im Bildungsausschuss: „Schauen wir, was gewollt ist, wo die Gebäude hinsollen, wie es mit den Details aussieht.“

Uwe Gronert, Bündnis90/Die Grünen, Ratsherr und Vorsitzender des Bildungsausschusses: „Ich finde das eine interessante Entwicklung. Und die Pläne zeigen, dass wir in Möhnesee dringend alles tun müssen, um die Attraktivität des Schulstandortes zu erhalten und zu steigern. Ich bin allerdings auch gespannt, wie bei dem Projekt eine solide Finanzierung, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Qualität für Betrieb und Unterricht in die Waage gebracht werden.

SPD-Fraktionschef Gerhard Bruschke: „Ich kann noch nicht viel dazu sagen: Zum einen ist die SPD bisher über das Projekt noch nicht informiert worden. Zum anderen scheint es sich um lockere Überlegungen zu handeln, da bisher weder ein Gebäude vorhanden ist noch die Genehmigung für den Betrieb einer Privatschule vorliegt. Grundsätzlich befürwortet die SPD jede Verbesserung der Schullandschaft in der Gemeinde. Ob dafür allerdings die Einrichtung einer Privatschule notwendig und zielführend ist, kann in Zweifel gezogen werden.

Christian Wolf, Fraktionschef der BG: „Ich bin überrascht von den Planungen. Man hätte vielleicht im Vorfeld den Kontakt zur Gemeinde und zur Politik suchen können. Wenn es etwas gibt, was Möhnesee bildungstechnisch interessanter machen könnte, bin ich dabei. Aber nicht als Überraschung, sondern in Kooperation mit allen. Das hat sonst was von geschlossener Gesellschaft. Ansonsten habe ich keine Bedenken: Eltern können der Meinung sein, dass ihre Kinder einen außergewöhnlichen Weg gehen sollten, wenn’s um Schule geht. Wenn jemand der Montessori-Pädagogik anhängt – warum nicht?

CDU-Fraktionschefin Birgit Honsel: „Von der Gründung einer Privatschule ist offiziell im politischen Raum nichts bekannt. Grundsätzlich bin ich für Angebotsvielfalt im Bildungswesen – stellt doch eine gute und breit aufgestellte Schul- und Kita-Landschaft einen Standortfaktor dar. In Möhnesee pflegen wir mit den Kita-Trägern und den Schulvertreterneinen offenen und konstruktiven Austausch unter anderem im Bildungsausschuss. Ich hätte es daher sehr begrüßt, wenn die Idee oder der Projektstand uns dort einmal vorgestellt worden wäre. Also kann ich inhaltlich nichts dazu sagen. ich weiß noch nicht einmal, ob es sich um eine Grund- oder weiterführende Schule handelt oder welche Pädagogik dort angestrebt wird. Daher möchte mich nicht weitergehend dazu äußern.

Bürgermeisterin Maria Moritz: Es hat bislang noch keine Gespräche mit der Verwaltung gegeben. Ich kann deshalb nichts sagen: Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Erweiterung der Schullandschaft, aber zum Bedarf an sich, zu Details kann ich nichts sagen.

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