Konzept mit Montessori-Pädagogik

50 Kinder auf der Liste: Unternehmer will Privatschule im Kreis Soest gründen

Ein Unternehmer aus Möhnesee will eine Schule gründen.
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Ein Unternehmer aus Möhnesee will eine Schule gründen.

Braucht Möhnesee weitere Schulen, gar ein völlig anderes Lernen? „Aber ja doch“, meint Anatolio Solo. 

Möhnesee/Soest - Der 37-jährige Unternehmer aus Günne sagt, er habe schon vor vier Jahren versucht, die Ansiedlung einer Privatschule im Stil von „Kinder der Zukunft“ im Raum Soest-Möhnesee auf den Weg zu bringen. Das Geschäft habe aber Vorrang gehabt.

Jetzt sei es jedoch soweit, das Projekt anzupacken. Um die 50 Kinder habe er bereits auf der Liste stehen, die sich gerne anmelden lassen würden, und deren Eltern seien schon gespannt, wann denn endlich die Gründung eines Trägervereins stattfinde. Fünf Lehrer stünden ebenfalls bereit.

Neue Privatschule: Erste Details vorab

„Am Mittwoch (31. März) soll der Verein endlich Form annehmen. Heute wollen wir über den groben Finanzierungsrahmen, den Standort, die Leitsätze für ein pädagogisches Konzept und die Aufgaben des Fördervereins reden“, verriet der Schulgründer in spe vorab. Und nach der Besprechung soll alles ganz flott gehen.

Am liebsten schon im Sommer, auf jeden Fall aber bis Ende dieses Jahres will der Unternehmer mit dem Schulaufbau beginnen. Wo genau, wie genau, das sei noch offen. Er befinde sich mit Immobilienbesitzern und Maklern im Gespräch. Auf jeden Fall soll Soest oder Möhnesee Standort werden. Das Konzept lehne sich an die Montessori-Pädagogik an – es gehe um ein Gesamtkonzept, wie es bei „Kinder der Zukunft“ in Bad Waldliesborn bereits umgesetzt sei. Dort gibt es ein Kinderhaus und eine Grundschule, eine weiterführende Gesamtschule soll im nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen.

Ich habe die Erfahrungen nicht bereut, und ich möchte das Positive aus meiner Schulzeit, aus meinem Werdegang weitergeben und daraus ein Projekt machen.

Anatolio Solo

„Das Konzept dort bietet Lernen und ein Lernumfeld, das völlig anders ist, als das, was der Staat unseren Kindern sonst bietet“, findet Anatolio Solo, der zuletzt bei einer Demonstration in Erscheinung getreten war. Er selber besuchte mit der August-Herrmann-Francke-Schule eine christliche Ersatz-Schule in privater Trägerschaft. „Ich habe die Erfahrungen nicht bereut, und ich möchte das Positive aus meiner Schulzeit, aus meinem Werdegang weitergeben und daraus ein Projekt für Soest und Möhnesee machen“, sagt Solo weiter.

Und: „Grundschule und weiterführende Schule, das stelle ich mir vor, dafür wollen wir den Förderverein gründen und uns an die Arbeit machen.“ Alle weiteren nötigen Gespräche wolle er nach der Vereinsgründung führen.

„Wir sind überrascht“, so die Reaktion aus dem Rathaus zu der Idee: Die Planungen aus Günne seien dort nicht bekannt, und zur Gründung eines Fördervereins für eine Schulgründung sei niemand eingeladen worden.

Gründung einer Schule: Das sind die Voraussetzungen

Kann eigentlich jeder eine Privatschule aufmachen? „Ja“, so schreiben es Matthias Langer von der KfW-Bankengruppe und Tobias Fresenius vom Referat Öffentlichkeitsarbeit im Bundeswirtschaftsministerium. Sie haben für alle möglichen Gründer-Fragen die gruenderplattform.de ins Netz gestellt. Sie beschreiben Schulen, wie Anatolio Solo sie plant, als Ersatzschulen in privater Trägerschaft.

Diese müssen sich eigentlich die ersten drei Jahre komplett selber finanzieren – in Nordrhein-Westfalen gibt es aber abweichend davon Zuschüsse Lehrplan und Inhalte müssen denen der staatlichen Schulen entsprechen, Lehrer qualifizierte Pädagogen sein. Schafft eine solche Ersatzschule dann auch staatliche Anerkennung, dann können dort alle Abschlussprüfungen stattfinden, ansonsten müssen notwendige Prüfungen an einer anderen, anerkannten Schule abgelegt werden. Abschlüsse an einer anerkannten Ersatzschule sind denen staatlicher Schulen gleichwertig. Der Besuch einer Ersatzschule erfüllt die gesetzliche Schulpflicht.

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