Brexit vom Möhnesee ist entschieden: Britischer Segelclub zieht ab

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Der britische Sail Training Club am Möhnesee besteht aus zwei Hauptgebäuden und diversen kleineren Bauten. Letztere werden bis auf den Toilettencontainer von den Briten noch abgebaut, bevor sie das Grundstück Ende September zurück geben.

Möhnesee – Gehen oder doch nicht gehen, und wenn wie: Wie beim Brexit dauerte der Entscheidungsprozess um den britischen Segelclub am Möhnesee etwas länger. Inzwischen ist die Sache aber entschieden, im Zuge des Truppenabzugs der Engländer aus Deutschland wird auch der Segelclub am Möhnesee aufgegeben.

Das bestätigte der Ruhrverband als Eigentümer des Geländes. Am 30. September ist Schluss. Ab dem 6. Juli, mit dem Ende ihrer Segelsaison am Möhnesee, beginnen die Engländer mit dem Aufräumen. Die beiden Hauptgebäude und ein Toilettencontainer bleiben bestehen, die anderen Gebäude werden abgebaut. 

Ende September soll das Gelände quasi besenrein zurück gegeben werden. Die künftige Nutzung des Areals ist dem Ruhrverband zufolge noch nicht geklärt, diese Frage werde man nun in aller Ruhe angehen, berichtete Thorsten Schlautmann von der Pressestelle des Ruhrverbands. 

Klar ist, dass es sich bei dem Areal um ein „Filetstück“ am Südufer handelt. Welche künftige Nutzung hier etabliert wird, ist deshalb auch aus Sicht der Gemeinde Möhnesee von großem Interesse, betonte Bürgermeister Hans Dicke auf Nachfrage. Wünschenswert wäre aus Sicht der Gemeinde eine öffentlich zugängliche Nutzung: „Die Beibehaltung eines hohen Zauns um ein privates Gelände wollen wir nicht.“

Was möglich wäre, geht nach aktueller Grundlage aus dem Flächennutzungsplan hervor, ergänzte Bauamtsleiter Burkhard Schulte. Danach ist das Areal als Grünanlage mit Nutzung als Zeltplatz ausgewiesen. Die Hauptgebäude seien auf der Grundlage von Baugenehmigungen errichtet, hinzu kamen mit der Zeit zusätzlich genehmigungsfreie Nebengebäude wie Schuppen. 

Nach Schultes Einschätzung wäre eine Nutzung mit dem vorhandenen Gebäudebestand am einfachsten, weiteren Bauten stehe das Anbauverbot innerhalb des 50 Meter breiten Streifens zum Wasser entgegen. 

Eine öffentliche Nutzung aus den Angeboten Wassersport, Strand und eine gewisse Gastronomie wäre Schulte zufolge am ehesten umzusetzen. Dazu sei auch ein Betrieb gewerblicher Art denkbar. Generell könne dies ein attraktiver Bereich für eine öffentliche Nutzung sein, so der Bürgermeister. Zumal entsprechende Parkflächen im Bereich des Atriums zur Verfügung stehen. 

Verschiedene Berichte über einen möglicherweise bevorstehenden Abzug der Engländer haben in der Vergangenheit einige Anfragen von Interessierten bei der Gemeinde und beim Ruhrverband ausgelöst, dies seien bisher alles jedoch unverbindliche Gespräche gewesen, so Dicke. Seitens der Gemeinde sei man aber auch nicht Herr des Verfahrens, sondern vorerst gelte es abzuwarten, was die Gespräche des Ruhrverbands ergeben.

Gerüchte, das Segelclub-Gelände werde dem geplanten Chalet-Hotel zugeschlagen, könne er nicht bestätigen, sagte Dicke. Zu verweisen sei in dem Zusammenhang auch darauf, dass die Gemeinde eine öffentlich zugängliche Lösung bevorzuge. Zu dem Projekt Chalet-Hotel im Bereich Stockumer Eichen warte die Gemeinde noch auf konkretere Unterlagen wie etwa ein Bauantrag. Deshalb sei noch kein neuer Kenntnisstand gegeben.

Das britische „Sail Training Center“ und seine Entwicklung

Zugeordnet war das „British Möhnesee Sail Training Centre“ (BMSTC) zunächst der Kaserne Sennelager in Paderborn. Das Gelände unterlag aber keiner militärischen, sondern einer privaten Nutzung, betonte Bauamtsleiter Burkhard Schulte. 

Die Nutzung sei mit dem Ruhrverband per Vertrag gereregelt und es sei auch keineswegs so, dass die Gebäude ohne Baugenehmigung errichtet worden wären. Der Standort begann 1962 mit einer Hütte am Seeufer, später wurden durch die Royal Engineers zwei feste Gebäude errichtet. 

Noch im April 2014 wurde eine größere Renovierungsmaßnahme abgeschlossen. Dabei wurde eine neue Veranda geschaffen, die Küchen- und Gasträume wurden erneuert und die Unterkünfte für Gäste und Personal renoviert. Auf dem Clubgelände gibt es zudem Platz für Zelte oder Wohnmobile.

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