Riesig und ultra-hässlich

Schwarzgelbe Schmiererei auch in Berlingsen

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Obwohl der Gärrestbehälter in der Nähe der B 516 eingezäunt ist, machten sich Schmierer aus dem Umfeld der „BVB-Ultras“ über Weihnachten an dem Pott zu schaffen.

MÖHNESEE ▪ Geruhsam unterm Christbaum Weihnachten zu feiern, davon wollten die Urheber dieser Tat wohl nichts wissen. Und ein Landwirt aus Berlingsen hat nun den Schaden.

In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtstag haben unbekannte Täter den Vorratsbehälter für Gärreste aus der Biogasanlage des Hofs Bömer in Berlingsen mit schwarzgelben Schmierereien versehen. „Das war eine schöne Weihnachtsüberraschung“, lautete Martina Bömers bitterer Kommentar zu der Schmiererei auf dem weithin sichtbaren Behälter in der Nähe der B 516 auf der Haar.

Wie in Soest (der Anzeiger berichtete gestern) haben vermeintliche Fußballanhänger aus dem Umfeld der „BVB-Ultras“ in den vergangenen Tagen auch in Möhnesee ihre hässlichen Spuren hinterlassen.

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Die Kosten für die Beseitigung der Farbschmiererei auf der Außenwand des riesigen runden Gülle-Potts ist noch nicht einmal alles. Das Hauptärgernis lag vielmehr darin, dass die Graffiti-Schmierer nach ihrem Tun ihre Gerätschaften auch noch in den Gärrestbehälter geworfen haben, weiteren Müll inklusive. Das allerdings hätte erhebliche Probleme hervorrufen können, weil das Substrat gerührt werden muss, damit es homogen bleibt. Durch den Müll bestand jedoch die Gefahr, dass die Technik zum Rühren und Pumpen beschädigt wird. Die Gegenstände mussten daher aufwendig aus der Brühe wieder herausgefischt werden – was wiederum wegen der giftigen Gase, die aus dem Gärsubstrat austreten, durchaus gefährlich sein kann.

Als Reaktion auf die Sachbeschädigung wurde Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Außerdem wendeten Elmar und Martina Bömer sich über die offizielle Webseite des BVB per E-Mail auch an den Dortmunder Fußballverein selber. Als Familie aus Westfalen stehe man dem Verein ja durchaus nahe, habe man darin erklärt, was derzeit in Sachen Graffiti-Schmierereien abgeht, sei aber schon krass. Viel mehr als ein paar dürre Worte darüber, dass man den Vorfall im Hause weiterleiten werde, habe die E-Mail-Antwort jedoch nicht erbracht.

Wie der „Güllepott“ auf der Haar wurden in den vergangenen Tagen unter anderem auch ein frei stehender Pferdestall bei Delecke von unbekannten Tätern mit schwarzgelbem Hintergrund beschmiert.

Die Suche nach den Urhebern der Schmiererei auf dem Gärrestbehälter ist bisher erfolglos verlaufen, erklärte Polizeipressesprecher Wolfgang Lückenkemper. Wer verdächtige Beobachtungen macht, solle sich aber keinesfalls scheuen, die 110 zu wählen. „Dafür“, so Lückenkemper, „ist die Polizeinotrufnummer ja da.“

Wer ansonsten Hinweise auf die Täter geben kann, sollte sich bei der Polizei in Soest unter Telefon 02921/91000 melden. ▪ tbg

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