Haftstrafe gefordert

Schaufel-Angriff auf Motorradfahrer: Noch kein Urteil

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Motorradhelm und Schaufel: Diese beiden Gegenstände waren auch vor Gericht in Augenschein genommen worden.

Möhnesee - Noch kein Urteil in dem Fall eines mit einer Schaufel getroffenen Motorradfahrers: Nach einem langen Verhandlungstag hat die zuständige Strafkammer des Landgerichts Arnsberg die Urteilsverkündung auf die kommende Woche verschoben. 

Erkennbar wurde an den Plädoyers jedoch, dass die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des versuchten Mordes inzwischen hat fallen lassen. Der Verteidiger forderte Freispruch.

Der Prozess richtet sich gegen einen Landwirt aus Möhnesee, der zwei Motocross-Fahrer am Rande seines Feldes bei Theiningsen mit einer Schaufel angegriffen haben soll. Der Landwirt war hier bei der Arbeit gewesen und hatte seinen Trecker mitsamt Anhänger am Rande des Feldes abgestellt. 

Staatsanwalt fordert mehr als drei Jahre Haft

Die beiden Männer waren mit ihren Geländemotorrädern durch eine Pflugfurche am Rande des Ackers gefahren, als sie das Gespann passierten, traf der Landwirt einen von ihnen mit der Schaufel, der Motorradfahrer stürzte und verletzte sich so schwer, dass ihm später ein Fingerglied amputiert werden musste. 

Hier gibt es mehr zum Prozess

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Es sei eindeutig, dass der Landwirt die Schaufel in der Absicht geführt habe, den Motorradfahrer zu treffen. Daher sei es nicht möglich, auf ein Strafmaß herunter zu gehen, dass eine Bewährungsstrafe ermöglichen würde.  Den zuvor erhobenen Vorwurf des versuchten Mordes ließ der Staatsanwalt als Ergebnis der mehrtägigen Verhandlungen jedoch fallen. 

Verteidiger werfen Motorradfahrer Fahrlässigkeit vor

Der Verteidiger des Angeklagten forderte demgegenüber einen Freispruch. Sein Mandant habe die Schaufel lediglich zur Seite stellen wollen. Zudem habe der Motorradfahrer grob fahrlässig gehandelt, indem er mit viel zu großer Geschwindigkeit über Feldwege gefahren sei, die für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind. Auch sei er grob fahrlässig viel zu nah an dem Treckergespann des Landwirts vorbei gefahren.

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