Rund 50 Flüchtlinge sollen 2017 dezentral in Möhnesee untergebracht werden

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In der alten Schule in Echtrop können die Asylberechtigten unterkommen, falls noch keine Wohnungen bereit stehen.

Möhnesee - Durch eine neu geregelte Zuweisung werden Möhnesee ab dem nächsten Jahr auch Flüchtlinge außerhalb der Zentralen Unterbringungseinrichtung zugewiesen. Anerkannte Flüchtlinge sollen dann für mindestens drei Jahre in der Gemeinde leben. 

Am liebsten natürlich in Wohnungen außerhalb der gängigen Asylunterkünfte, um die neuen Mitbürger schnell und dauerhaft zu integrieren. 

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Auf wie viele Neuzugänge sich Möhnesee einstellen muss, steht dabei noch gar nicht fest. 

„Die Quoten der Flüchtlinge, die zu uns kommen, ändern sich stetig“, sagt Hans-Joachim Linnhoff vom Fachbereich Soziale Dienste. „Am 31. Dezember kommt eine neue Quote, mit aktualisierten Zahlen. Wir rechnen mit rund 50 Flüchtlingen.“ 

Wann genau die ersten in Möhnesee eintreffen, steht noch nicht fest. Linnhoff befürwortet eine ortsnahe Zuweisung, so dass die Bewohner der ZUE, die Möhnesee schon kennen gelernt haben, in der Gemeinde bleiben dürfen. 

Auch für den Fall, dass nicht sofort für jeden Asylberechtigten eine Wohnung gefunden wird, ist die Unterbringung, durch freie Kapazitäten in Übergangsheimen gewährleistet. 

Den Flüchtlingen, die 2017 Möhnesee zugewiesen werden, wurde bereits ein berechtigtes längerfristiges Bleiberecht zugestanden. Sie sollen mindestens drei Jahre in der ihnen zugewiesenen Gemeinde wohnen. 

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Runden Tisches sind schon dabei, den Einzug der Flüchtlinge in Wohnungen vorzubereiten. „Wir sind schon fleißig dabei, Möbel zu sammeln“, erzählt Uwe Beißner. „Die Familien brauchen alles, wenn sie hier ankommen, vom Kochtopf über Bettwäsche bis hin zum Sofa.“ 

Der Runde Tisch wurde von der Gemeinde schon frühzeitig informiert und hatte so genügend Zeit, sich gut vorzubereiten. 

„Was wir momentan am dringendsten brauchen, sind Werkzeuge für Haus und Garten, Bettwäsche und Fahrräder“, sagt Beißner. „Aber da in der ZUE bis auf weiteres eine hohe Fluktuation an Bewohnern herrscht, wird weiterhin auch viel Kleidung benötigt.“

Dabei hilft der Runde Tisch nicht nur Flüchtlingen. Alle Bedürftigen in Möhnesee können sich dort melden. 

Trotz der neuen Zuweisung werden am 1. Januar nicht gleich 50 Flüchtlinge in der Ortsmitte stehen und Wohnungen brauchen. Stattdessen werden sie nach und nach in die Gemeinde kommen. Trotzdem: „Wer sich nicht darauf einstellt, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht“, sagt Beißner. 

So werden in diesen Tagen auch viele Hausbesitzer gesucht, die Wohnungen an Flüchtlinge vermieten können. 

Die katholische Kirchengemeinde Pfarrei „Zum Guten Hirten“ sprach in den Pfarrnachrichten die Bitte an die Bürger aus, verfügbaren Wohnraum den Flüchtlingen bereitzustellen. „Jesus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, solidarisiert sich unmissverständlich mit den Ärmsten der Armen“, heißt es dort.J mz

Sachspenden an den Runden Tisch können samstags von 10 bis 12 Uhr zur ZUE in Echtrop gebracht werden.

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