Kommunalwahl 2020

Die Ruhe nach dem Sturm: Möhnesee hat gewählt - aber noch kommt eine Stichwahl

So sieht Ernüchterung aus: Uwe Beißner (Mitte) von den Grünen war von seinem persönlichen Ergebnis nicht begeistert. Im Rat legte seine Partei aber kräftig zu.

So ganz still ruhte der See gestern bei perfektem Ausflugswetter zwar nicht, aber in der politischen Landschaft kehrte nach dem Sturm der Kommunalwahl am Sonntag sehr wohl weitgehende Ruhe ein. Die aber dürfte nicht allzu lange andauern – nicht nur, weil die Stichwahl um das Bürgermeisteramt noch ansteht. 

Möhnesee – Ganz schnell war Maria Moritz am Sonntag: Noch bevor die Wahllokale um 18 Uhr geschlossen wurden und das Drama mit dem abschließenden Happy-End für sie persönlich in Form des Einzuges in die Stichwahl seinen Lauf nahm, war ihr Familien-Team in der Gemeinde unterwegs und klebte „Danke!“- Aufkleber auf ihre Wahlplakate. 

Von ihrem eigenen Wahlergebnis war Moritz nicht überrascht, ihr Tipp für den Ausgang der Bürgermeisterwahl war allerdings ein anderer gewesen: "Ich hatte damit gerechnet, dass Birgit Honsel in die Stichwahl kommt und ich gegen Uwe Beißner von den Grünen um Platz 2 kämpfe“, erklärte sie, nachdem das vorläufige Endergebnis feststand. Stattdessen duellierte sie sich mit Florian Kamp, wird aber nun in zwei Wochen gegen Birgit Honsel von der CDU antreten. 

Sollte Moritz dabei unterliegen, hat sich das Kapitel Ratsarbeit für sie vorerst erledigt: Auf der Reserveliste der BG, für die sie bislang im Gemeindeparlament gesessen hat, ist die 50-Jährige nicht abgesichert. Mit der Entscheidung für ihre Bürgermeisterkandidatur hatte sie ihre Mitgliedschaft in der BG ruhen lassen. 

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Ob und in welcher Form es bis zur Stichwahl Unterstützung aus den Lagern der unterlegenen Konkurrenz geben wird, das dürfte zeitnah geklärt werden – erste Kontaktaufnahmen gab es gestern bereits mit beiden Kandidatinnen. Wobei Maria Moritz gegenüber dem Anzeiger Wert darauf legte, dass sie sich natürlich über Wahlempfehlungen für sie freuen würde, eine aktive Unterstützung ihres Wahlkampfes durch andere Parteien aber nicht wünsche. 

Die wird ihre Kontrahentin Birgit Honsel ganz sicher von „ihrer“ CDU bekommen, für die sie ihr Ratsmandat in Völlinghausen-Nord verteidigte. Auch sie wird in den kommenden Tagen Gespräche darüber führen, ob diese Basis noch kurzfristig erweitert werden kann.

Honsel will „weiter Vollgas geben“ 

Ähnlich wie ihre Kontrahentin sieht sie das Wahlergebnis als Bestätigung, dafür, dass sie nicht nur die richtigen Themen in den vergangenen Wochen angesprochen hat, sondern der Ton in den „unzähligen Gesprächen“ auch gestimmt habe. „Da war nicht einmal blanke Ablehnung oder gar Aggression dabei“, so ihre Zwischenbilanz. Sie habe sich mit zunehmender Dauer immer wohler gefühlt als Wahlkämpferin – und freut sich jetzt darauf, bis zur Stichwahl „weiter Vollgas zu geben“.

Im neuen Rat werden wie im alten fünf Fraktionen vertreten sein, die AfD verpasste den Einzug. CDU und BG werden weiterhin die beiden größten Fraktionen sein, beide haben aber Mandate verloren. „Wir haben wie die CDU etwas auf den Deckel bekommen“, räumte BG-Chef Jürgen Walzinger gestern ein. „Dennoch sind wir zufrieden, alleine schon weil wir wieder drei Direktmandate gewonnen haben“. 

Gemischte Gefühle gab es dagegen bei der SPD und den Grünen: Während die Sozialdemokraten zwar ganz zufrieden damit waren, dass sie trotz Stimmenverlusten weiterhin sechs Sitze im Rat haben, darunter zwei Direktmandate, haderten sie doch damit, dass „ihr“ Bürgermeisterkandidat denkbar knapp die Stichwahl verpasste. 

Und die Grünen? Da behielten zwar die Optimisten Recht, die auf fünf Ratsmandate, zwei mehr als vorher, gehofft hatten – der größte Optimist, Bürgermeisterkandidat Uwe Beißner, hatte aber auf noch mehr gehofft und war entsprechend enttäuscht. 

Komplettiert wird der Rat von zwei Liberalen.

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