Viel Kritik an Rodung

Eigentümer durfte alte Eichen in Völlinghausen offenbar fällen

Die einstmals stolzen Eichen entlang des Radweges in Völlinghausen liegen am Boden, der Eigentümer hat sie fällen lassen. Das ist rechtlich offensichtlich zulässig.
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Die einstmals stolzen Eichen entlang des Radweges in Völlinghausen liegen am Boden, der Eigentümer hat sie fällen lassen. Das ist rechtlich offensichtlich zulässig.

Wo eben noch ein richtiger kleiner Wald mit mehreren Dutzend stämmiger alter Eichen gestanden hatte, steht plötzlich nichts mehr: Unweit der Kreisstraße 8 hat ein Grundstückseigentümer die Bäume fällen lassen. Das hat für viel Unverständnis und Kritik bei Anzeiger-Lesern gesorgt, der Eigentümer der Fläche hat sich aber offenbar rechtlich an den zulässigen Rahmen gehalten.

Völlinghausen – „Das kann doch wohl nicht wahr sein“, war der Tenor der Anrufer in der Redaktion, die sich darüber beschwerten, dass der Eigentümer der Fläche, auf der die Eichen wohl seit weit mehr als 100 Jahren gestanden hatten, sie in der vergangenen Woche radikal abgeholzt hatte. Nachbarin Therese Oefelein konnte das auch deswegen nicht nachvollziehen, weil sie früher selber Eigentümerin der Grundstücke gewesen war und ihr damals ausdrücklich verboten worden war, dort Veränderungen herbeizuführen.

Sie hatte eine Aufteilung der großen Fläche in zahlreiche kleinere Grundstücke veranlasst, die auch entsprechend im Grundbuch eingetragen wurden. Das war 1986. Fünf Jahre später ersteigerte die Sparkasse Soest das Areal, vor rund 15 Jahren erwarb es dann der aktuelle Eigentümer. „Wir durften damals keinen einzigen Baum fällen“, erinnert sich Oefelein. Begründet worden sei das damals damit, dass die Fläche Landschafts-, Wasser- und Naturschutzgebiet gewesen sei.

Irgendwann in den Jahren danach wurde dieser Schutz offenbar aufgehoben. Eine Sprecherin des Kreises bestätigte jedenfalls auf Anfrage, dass der gesamte Bereich kein Schutzgebiet sei. Wann und warum das passierte, dazu konnte sie allerdings keine Angaben machen.

Rein rechtlich gilt die Fläche als Wirtschaftswald, zuständig dafür ist damit das Forstamt Arnsberg. Dort hieß es, dass der Eigentümer dieses Wirtschaftswaldes befugt sei, innerhalb eines bestimmten Rahmens Rodungsarbeiten durchzuführen. Anzeigen oder gar genehmigen lassen müsse er das nicht. Der Eigentümer reagierte nicht auf eine Anfrage mit der Bitte um Stellungnahme.

Völlig anders sieht die rechtliche Situation bekanntlich bei kleineren privaten Grundstücken aus: Sollen dort Bäume gefällt werden, bedarf es einer ausdrücklichen Erlaubnis, zudem müssen Ersatzbäume gepflanzt werden.

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