Vollsperrung mindestens bis Samstag

Regionalforstamt holzt tote Fichten an Forststraße bei Neuhaus ab

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Försterin Diana Göke überwacht die Abholzung der toten Fichten entlang der Forststraße.

Neuhaus – Wer vom Stockumer Damm aus nach Neuhaus will, guckt derzeit in die Röhre, oder vielmehr in den Wald. Schon kurz hinter dem Linksabzweig warnt ein Schild: nach 600 Metern ist schon Schluss. Danach kommt die absolute Vollsperrung Wer darauf nicht vorbereitet ist, muss den Umweg wählen: Das komplette Südufer entlang und dann vorbei Torhaus.

Aber besser 20 Minuten länger unterwegs sein, als dass einem ein Baum aufs Auto kracht. Denn genau dieser Gefahrenlage versucht das regionalforstamt Arnsberger Wald dort gerade Herr zu werden. Die Ursache ist hinlänglich bekannt, abgestorbene Fichten, denen die Trockenheit und der Borkenkäfer zugesetzt haben.

Diana Göke, Mitarbeiterin im Regionalforstamt und Leiterin des Lehr- und Versuchsrevier Himmelpforten, zu dem auch der Revierteil Möhnesee gehört. „Ich vin seit zweieinhalb Jahren in diesem Revier und mache seither nichts anders, als Schadholz aufzuarbeiten. Ich habe noch kein einziges geregeltes Wirtschaftsjahr mitgemacht“, seufzt sie.

„Die Fichten zur Linken und zur Rechten der Forststraße sind alle abgestorben. Alles, was hier braun ist, ist abgestorbene Fichte“, fährt sie fort. „Jetzt sind sie von der Holzqualität noch okay. Aber kurz- oder mittelfristig geht da die Feuchtigkeit rein, sie werden faul und instabil, Kronen brechen raus oder es kippen im Sturm ganze Bäume um. Das ist viel zu gefährlich.“

Witterung spielt Arbeiten entgegen

Alle toten Fichten im Gefährdungsbereich von 30 bis 50 Metern links und rechts der Forststraße werden entnommen. Dazu wurde aus Österreich ein Spezialunternehmer mit zwei großen Erntemaschinen, so genannten Harvestern, bestellt. Mit ihnen werden die Bäume direkt gefällt und entastet.

Die Harvester bewegen sich aufgrund der Wetterlage nur auf der festen Straße, Forstwirte sind zugleich links und rechts der Forststraße unterwegs, fällen die Bäume so, dass sie auf die Straße fallen und direkt von den Harvestern aufgearbeitet werden können.

„Was uns hier völlig dagegen spielt, ist die Witterung. Gerade jetzt in dieser Woche gab es hier sintflutartige Regenfälle, alles ist völlig durchweicht. Wenn wir dann doch mal in den Wald fahren müssen, ziehen wir danach den ganzen Dreck auf die Straße. Hier hilft uns die Gemeinde aus mit einer Kehrmaschine aus.“

Bei der Gelegenheit wird wird auch das sogenannte Containerholz aufgearbeitet. Die Baumstämme werden auf 11,7 Meter Länge geschnitten, damit sie in die zwölf Meter langen Übersee-Container passen.

All dies mache die Komplettsperrung der Straße unumgänglich, betont Göke: „Selbst wenn nicht viele Autos hier entlang fahren, ist es viel zu gefährlich. Die Harvester sind zwar gut ausgestattet mit Kameras und Spiegeln, aber alles können die Arbeiter doch nicht immer sehen. Sie müssen sich auch auf ihre Arbeit konzentrieren können. Und dieses Aufkommen von Holz ist so hoch und so plötzlich, dass uns keine ander Möglichkeit blieb, um diesen Gefahrenbereich zu entschärfen.“

Die Maßnahme begann am Montag und sollte eigentlich am Samstag enden. Aufgrund der Witterung kann sie jedoch noch bis Montag oder Dienstag andauern.

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