Viele Baumpaten warten auf Entscheidung

Noch ein Bürgerwald für Möhnesee? Politik entscheidet über Fortführung von Erfolgsprojekt

Noch ein Bürgerwald für Möhnesee am Südufer
+
Still ruht der Bürgerwald – nur scheinbar: Langsam aber sicher wächst am Südufer heran, was einmal ein stattlicher robuster Wald werden soll. Und gleich nebenan könnten noch mehr Bäume hinzu kommen.

Beim ersten Bürgerwald am Möhnesee wollten so viele Menschen Baumpaten werden, das längst nicht alle zum Zuge kamen. Jetzt entscheidet der Rat darüber, ob es schon sehr bald einen weiteren geben soll.

Möhnesee – Das Problem ist gewaltig – und nicht zu übersehen: Die Fichtenbestände, die einen großen Teil des Baumbestandes im Arnsberger Wald ausmachen, schwinden zusehends, wo vor einigen Jahren noch tausende von Bäumen standen, bietet sich jetzt bereits ein trostloses Bild mit kranken und toten Bäumen oder schon abgeräumten Flächen. Die Wiederaufforstung wird ein Mammutprojekt, die Anlage von Bürgerwäldern können dabei ein wichtiger und wertvoller Baustein sein. Der erste wächst bereits am Südufer heran, ein weiterer könnte bald folgen.

Wenn die Politik mitspielt, könnte das Projekt Bürgerwald 2021 bereits in der nächsten Ratssitzung (Donnerstag, 15. April, 17.30 Uhr in der Antoniushalle in Günne) auf den Weg gebracht werden. Das Vorbild aus dem vergangenen Jahr macht sicher Mut für eine solche Entscheidung: Auf einer Fläche im Eigentum der Gemeinde pflanzten Bürger insgesamt 226 Bäume, rund 40 Interessenten kamen nicht zum Zug, weil damit die Kapazität der Fläche erschöpft war. Ihnen, und hoffentlich auch vielen anderen, könnte mit dem nächsten Bürgerwald auf mehreren kleinen Flächen mit einer Gesamtgröße von 3,87 Hektar in der Nachbarschaft, die wiederum alle Teil eines größeren Flurstücks sind, ein attraktives Angebot gemacht werden.

Auf den blau umrandeten Flächen soll, sofern die Politik zustimmt, der bereits angepflanzte Bürgerwald erweitert werden.

In Kooperation mit der Forstverwaltung sind dafür zwei Modelle erarbeitet worden, die den Ratsfraktionen vorgestellt werden.

Baumpaten erwerben für jeweils 99 Euro die Patenschaft für einen Baum, zur Auswahl stehen Kirsche, Spitzahorn und Lindenblättrige Birke. Gepflanzt werden diese Bäume (alle mit attraktiven Blüten) entlang des dort verlaufenden Wanderweges zum Aussichtsturm und sollen so eine „Alleewirkung“ entfalten.

Statt einzelner Bäume können auch „Flächenpartnerschaften“ übernommen werden, denkbar zum Beispiel von Unternehmen. Dafür teilt die Forstverwaltung die Waldfläche in einzelne Segmente, die dann für diese Partnerschaften zur Verfügung stehen. Abgerechnet wird nach Anzahl der Quadratmeter, maximal können Paten 5000 Quadratmeter übernehmen. Baumoptionen bei diesem Modell sind Esskastanie, Atlaszeder, Rotbuche, Lärche, Roteiche, Douglasie, Elsbeere, Küstentanne, Roterle und Weißtanne.

Wie bei dem bereits angelegten Bürgerwald könnte die Wirtschafts und Tourismus GmbH (WiTo) die Organisation übernehmen, die Pflege der Bäume würde in die Zuständigkeit der gemeindlichen Forstwirtschaft fallen.

Stimmt die Politik zu, wären Bestellungen bis zum September möglich, gepflanzt würden die Bäume dann im November.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare