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Prozess gegen 28-Jährigen: Laptop geraubt

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MÖHNESEE - Als der Energieversorger ihm Anfang August 2011 den Strom abstellte, da wusste Fafael (28) (Namen geändert) nicht mehr ein noch aus. Am folgenden Wochenende war nämlich das Umgangswochenende mit seinem Sohn angesetzt, der bei der Ex-Freundin lebt. Was sollte der Neheimer jetzt tun, um an Geld zu kommen und den Strom zu bezahlen und ein paar Rechnungen, die er noch offen hatte?

Als er einen Kumpel namens Murad in der Spielhalle kennen lernte, da kam Fafael eine fatale Idee. Er heuerte den flüchtig Bekannten als Fahrer an. Gemeinsam wollten die beiden Nachwuchs-Ganoven bei einem Computer-Grosshändler am Möhnesee einen Laptop klauen.

Mit Murad als Fahrer rollten die beiden nach Echtrop. Fafael betrat das Geschäft und ließ sich ein teures Macbook von Apple vorführen. In einem unbeobachteten Augenblick schnappte sich Fafael dann das Luxus-Laptop im Wert von über 2000 Euro und gab Fersengeld.

Kaum stürmte er aus dem Laden und stieg in den um die Ecke geparkten Fluchtwagen, da brauste Murad auch schon los. Doch die Verfolger konnten sie zunächst nicht abschütteln und obwohl Fafael seinen Fahrer immer wieder anflehte, die wilde Flucht zu stoppen, setzte der Kumpel die Verfolgungsfahrt fort. Am Ende der Fahrt setzte Murad sich angeblich sofort ab und nahm den teuren Laptop auch noch mit. Fafael hingegen wurde von der Polizei gefasst. Den Computer konnte die Polizei bei ihm trotz Durchsuchung nicht finden.

Gestern fand das Ganoven-Stück in einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Soest seinen vorläufigen Abschluss. Fafael gestand den Diebstahl und entschuldigte sich. Von der Beute habe er aber keinen Nutzen gehabt. Die Staatsanwältin musste ihm glauben, da sie etwas anderes nicht beweisen konnte. Die Suche nach Murad blieb auch beim Foto-Abgleich vor Gericht erfolglos. „Der hatte immer eine Mütze auf“, deshalb kann ich ihn nicht wiedererkennen, erklärte Fafael.

Der Richter verurteilte den jungen Mann, der bereits zweimal wegen kleinerer Delikte zu Geldstrafen verurteilt worden war, zu 80 Tagessätzen zu je zehn Euro. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil, bat aber das Gericht, die 800 Euro in Sozialstunden umzuwandeln, damit er nicht noch weiter in die Schuldenfalle gerate. Die zuständige Staatsanwältin sagte ihm wohlwollende Prüfung ihrer Behörde zu. ▪ dümi

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