Trio stellt Konzepte vor

So soll aus altem Segelclub am Südufer ein schickes „Camp 13“ werden

Der ehemalige British Sailing Club hat schon bessere Tage gesehen. Aber bald soll hier etwas Neues entstehen
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Der ehemalige British Sailing Club hat schon bessere Tage gesehen. Aber bald soll hier etwas Neues entstehen: das „Camp 13“.

Jeweils eine gute halbe Stunde hatten die Bewerber Zeit, um der Politik ihre Pläne für eines der attraktivsten Grundstücke am Seeufer vorzustellen. Am Ende gab es einen klaren Favoriten.

Möhnesee – Das letzte Segelboot hat am Steg unweit des Stockumer Dammes schon vor einiger Zeit abgelegt, seitdem ist das Areal des ehemaligen Britischen Segelclubs (BSC) in einen veritablen Dornröschenschlaf verfallen. Gleich drei „Prinzen“ wollen es daraus aber jetzt erwecken und wieder Leben auf das Gelände in allerbester Lage bringen. Wie sie das anstellen wollen, das stellten sie der Politik in der Premierensitzung des neuen Wirtschaftsausschusses vor.

Wer den Zuschlag dafür bekommt, auf der rund 12 000 Quadratmeter großen Fläche am Südufer mit direktem Zugang zum Wasser etwas Neues mit dem Arbeitstitel „Camp 13“ zu schaffen, was sowohl wirtschaftlich attraktiv ist als auch die Interessen der Gemeinde berücksichtigt, das liegt natürlich in der Hand des Eigentümers. Das ist der Ruhrverband – und der hat, daran ließ der Beigeordnete Günter Wagner keinen Zweifel, kein Interesse daran, den im März auslaufenden Pachtvertrag mit der Gemeinde zu verlängern, wenn die nicht selbst, über ihre Tochter Wirtschafts- und Tourismus GmbH (WiTo), die Entwicklung und anschließend auch die Bewirtschaftung des Geländes übernehmen will.

Genau da hat die Gemeinde aber „große Bauchschmerzen“, erklärte Wagner. „Angesichts der Investitionen, die dafür nötig wären, und der begrenzten personellen Ressourcen halte ich das für keine gute Idee“, nahm er gegenüber der Politik kein Blatt vor den Mund.

Es werde Licht! Eine strahlende Zukunft versprechen (sich) die drei Investoren, die am Südufer etwas richtig Schönes auf die Beine stellen wollen.

Bauchschmerzen anderer Art hatten Ausschussmitglieder wie Christian Wolf (BG) und Uwe Beisner (Grüne). Sie drängten darauf, dass die Gemeinde die Kontrolle über die Nutzung eines derart attraktiven Filetstücks am Südufer nicht aus der Hand geben solle – genau das Risiko sahen sie aber, wenn der Ruhrverband zwar mehr oder weniger verbindlich zusichere, die Wünsche der Gemeinde zu berücksichtigen, das aber im Streitfall juristisch nicht geltend gemacht werden könne.

Bürgermeisterin Maria Moritz zählte auf, was für die Gemeinde wichtige Kriterien für die Nutzung des BSC-Geländes seien:

- eine öffentlich zugängliche Badestelle

- ein ganzjähriger Betrieb, nicht nur ein saisonaler im Sommer

- Nachhaltigkeit

In den drei Konzepten, die im Ausschuss vorgestellt wurden, seien, so die Bürgermeisterin, alle drei Anforderungen „mehr oder weniger erfüllt“. Insofern sei es für sie auch klar, dass die Interessenten auch in Zukunft bei Details des Betriebes offene Ohren für die Wünsche der Gemeinde haben würden. In der abschließenden Diskussion über die drei Konzepte wurde allerdings bereits deutlich, dass diese Offenheit der Ohren bei einem aus dem Trio für besonders ausgeprägt und bereits nachgewiesen gehalten wird – und er daher auch favorisiert wird.

ADAC

Dabei handelt es sich um den ADAC Westfalen, für den der Geschäftsführer Dr. Dominik Schwarz sein Konzept erklärte. Das sieht, und das galt auch für die beiden Mitbewerber, einen Wohnmobilstellplatz im westlichen Teil der Fläche vor, die Nutzung des bestehenden Haupthauses für gastronomische Zwecke und einen öffentlich zugänglichen Badebereich am westlichen Uferrand. Im ebenfalls bereits vorhandenen Nebenhaus möchte der ADAC die Segelschule unterbringen, die bislang am Nordufer beheimatetet ist, wo der Service-Club bereits seit vielen Jahrzehnten eine große Anlage betreibt. Die positiven Erfahrungen damit, das wurde in mehreren Äußerungen von Ausschussmitgliedern deutlich, könnten ein wichtiges Argument dafür werden, wer am Ende den Zuschlag erhält.

Michael Sprenger

Der Möhneseer Unternehmer hatte bereits vor rund eineinhalb Jahren mit seinen Planungen für dieses Projekt begonnen. Die sehen rund 40 Wohnmobilstellplätze vor, die er selber bewirtschaften will, sowie diverse Verleihangebote und Sanitäreinrichtungen in den beiden Bestandsgebäuden sowie eine Strandbar, Tiny Houses und andere Angebote von dritten Betreibern als Attraktionen, unter anderem für Wanderer und Radtouristen. Kritik aus dem Ausschuss gab es an diesem Konzept, weil nicht unmissverständlich klar werde, ob die Badestelle tatsächlich immer öffentlich zugänglich sein werde oder möglicherweise für Wohnmobilisten und Camper reserviert bleibe.

Sieling & Hoffmann

Das Unternehmerduo aus Paderborn, am dortigen Flughafen unter anderem erfolgreich fürs Catering zuständig, legt bei seinem Konzept die Schwerpunkte auf „Relax, Sport, und Motel“. Dazu gehört, neben dem obligatorischen Wohnmobilstellplatz, unter anderem ein breiter Sandstrand mit vielen sportlichen Angeboten, mehrere Saunen und gastronomische Angebote in den Bestandsgebäuden. Besucherparkplätze, das gilt auch für die anderen beiden Konzepte, sollen auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Atrium genutzt werden.

Einen Zuschlag für eins der drei Konzepte wollte der Ausschuss im öffentlichen Teil der Sitzung nicht erteilen – dafür gab es anschließend hinter verschlossenen Türen noch weitere Informationen. Stattdessen soll der Rat in seiner nächsten Sitzung in dieser Frage entscheiden. Alles andere als eine Zusagen an den ADAC wäre nach dem Diskussionsverlauf im Wirtschaftsausschuss allerdings eine große Überraschung.

Für den skizzierte Geschäftsführer Schwarz einen ungefähren Zeitplan: Angesichts der voraussichtlich notwendigen umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Gebäuden und der nötigen Planungen und Gremienbeteiligungen würde die Eröffnung des „Camp 13“ wohl nicht mehr in diesem Jahr stattfinden.

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