1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Möhnesee

Sammler finden Pilze auch im Winter

Erstellt:

Kommentare

null
Pilze wie Samtfußrübling, Austernsaitlinge oder Judasohren können Pilzfreunde auch im Winter finden, wenn die Temperaturen nicht unter minus 2 Grad sinken. © Becker

Möhnesee – Wer gerne Pilze sammelt und sie als schmackhaftes Mahl zubereiten möchte, ist nicht nur auf den Herbst angewiesen, wenn Pilze Hochsaison haben. „Pilzzeit ist das ganze Jahr“, sagt Christian Becker aus Ellingsen.

 Natürlich ist das Finden von Pilzen im Herbst relativ einfach, wenn man die bekannten Pilze wie den Steinpilz, die Marone, den Hallimasch oder den Goldröhrling und diverse andere bekannte Arten sucht. „Es gibt eine große Artenvielfalt bei den Pilzen. Neben den bekannten Speisepilzen gibt es 30 bis 40 Stück, die in der Börde wachsen und die man essen kann. 

Dabei spielen natürlich auch Giftpilze eine Rolle“, sagt Becker. Und da ist Vorsicht geboten: Laien sollten um ihnen unbekannte Pilze einen Bogen machen. Allerdings: „Giftpilze gibt es bei Winterpilzen nur minimal. So liegt der sehr geringe Unterschied der Herbstpilze zwischen dem Stockschwämmchen und dem Nadelholzhäubling darin, dass der erste ein guter Speisepilz ist und für den letzteren eine kleine Menge genügt um seine Leber für immer zu ruinieren“, warnt Becker. 

„Meine Intention ist, die Leute aufzuwecken und ganz bewusst in die Natur zu gehen und auf Pilze zu achten“, so Becker. Auch im Winter wachsen Pilze – sofern es nicht kälter als minus 2 und wärmer als 8 Grad wird. „Gehen die Temperaturen runter, stellt der Pilz vorübergehend sein Wachstum ein, wird es wieder wärmer, wächst er auch wieder“, weiß Becker. Zum Pilze sammeln muss man nicht unbedingt in den Arnsberger Wald gehen. 

„In allen Wäldern der Soester Börde findet man Pilze vom Austernsaitling bis zur Morchel“, erklärt der Pilzsammler, „wir sammeln schon seit vielen Jahren in kleinen Wäldchen.“ Bis 2017 habe es haufenweise Trüffel in der Börde gegeben – doch die trockenen Sommer von 2018 und 2019 schadeten den Beständen. „Trüffel brauchen sehr viel Wasser – wird der kommende Sommer feucht, wachsen auch wieder Trüffel. 

Die üblichen Trüffel, die in der Soester Börde vorkommen wie Tuber aestivum, Tuber brumale, Tuber uncinatum haben die gleiche Qualität wie die Burgundertrüffel aus Ialien, haben uns in den letzen zwei Jahren bis auf wenige Exemplare verlassen, weil sie eine beständige Wasserzufuhr brauchen, die ja nicht vorhanden war“, beklagt Becker. Die Trüffel stehen allerdings in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nicht ausgegraben werden. 

Welche Pilze hat Becker gesammelt? Da ist zum einen der Samtfußrübling, der sich durch die langen Stiele der drei Exemplare auszeichnet. Die Stiele haben sich tief in das Weidenholz eingegraben. Oben rechts auf dem Foto sind diverse Austernsaitlinge zu sehen, die alle verschiedene Hutfarben haben. 

Das Judasohr im unteren Bereich ist ein Gallertpilz, der in Asien sehr bekannt und beliebt ist. Er ist bestens geeignet zum Beispiel für chinesische Ente mit einer süß-sauren Sauce. Becker: „Freuen wir uns auf die nächsten Pilze ab März: Die Morcheln, die wie die Trüffel auf kalkhaltigem Boden wachsen. Davon haben wir in der Soester Börde mehr als genug.“

Auch interessant

Kommentare