1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Möhnesee

Pflanzen nach Nummern: Aus kleinen Setzlingen soll einmal ein Bürgerwald werden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Brüggestraße

Kommentare

Erweiterung Bürgerwald Möhnesee
Wie der erste Bürgerwald-Abschnitt unterhalb des Möhnesee-Turms gestaltet wurde, erklärt Bürgermeisterin Maria Moritz anhand der Informationstafel. Auf dem Plan trägt jeder einzelne Baum eine Nummer, unten auf der Tafel sind alle Baumpaten namentlich aufgeführt.  © Brüggestrasse

Samstagmorgen, kurz nach zehn Uhr unterhalb des Möhneseeturms auf einer kahlen Fläche, die mal schönster Wald war: Kirschen gibt es neben einem Spaten zum Ausleihen an die Hand, oder Ahorn oder einen langen Stängel lindenblättriger Birke. Das werden einmal stattliche Stämme, ist die Hoffnung.

Möhnesee – „Nein, mehr ist das nicht, hat aber seine Ordnung“, sagen die Helfer der Touristik auf die besorgte Frage, ob denn dieses schmale Etwas alles sei, was heute eingepflanzt werden soll für den zweiten Bürgerwaldabschnitt. „Rein in die Erde, Zeit geben – das wird schon“, lautet die Empfehlung.

100 angemeldete Wald- und Möhnesee-Fans wollen heute pflanzen – in Gruppen, auf Abstand, nach Corona-Regeln. Antonia Teimann, Pauline, Karlotta (2) und Angelika Grothoff sind ganz zeitig vor Ort und haben sich einen Spaten geben lassen. Mit festem Schuhwerk stapfen sie durchs Gelände, suchen die richtige Platznummer im Bürgerwald: Bauhofmitarbeiter haben nach einem Plan der Försterin schon vorher lange Hölzer in die Erde geklopft und mit Plaketten versehen.

Nummern sind eingraviert, sie gehören zu dem Plan für das weitläufige Gelände – für die richtigen Abstände und Wuchsreihen, die entstehen sollen. Auf eine gute Durchmischung für den späteren Wald haben die Planer besonders geachtet. Ein bunter Mix sei gut für jede Gesellschaft, erklärt Ulrich Heimann, der stellvertretende Bauhofleiter der Gemeinde. Zusammen mit Försterin Anna-Maria Hille gibt er den Leuten praktische Tipps, zeigt, was wohin gehört, wie alles mit allem zusammenhängt.

„Dort: Nummer Zwo-vier-acht!“ Team Karlotta hat die zugewiesene Plakette gefunden, jetzt kann’s losgehen. 99 Euro hat die junge Kirsche gekostet, gekauft haben sie Antonia und Pauline zur Taufe von Karlotta – der Baum soll eine schöne Erinnerung sein.

„Wir pflanzen zu unserem Jahrestag“, das sagen Sylvia Gabrysch und Stephan Brüggemann, die ein paar Meter weiter den Spaten in den Boden stechen.

Emily Jungkurth, Gregor Worm, Lorenz Küpper, Lars Burgund und Frederik Schöttler feiern mit ihrem Baum das Abi am Conrad-von-Soest-Gymnasium. Wie das so war, mitten in Corona-Zeiten so einen Abschluss zu schaffen? „Es ging eigentlich – doch, es war machbar“, sagen alle.

Bürgermeisterin Maria Moritz mischt sich zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling (CDU) unter die Leute – Frieling sitzt in Düsseldorf im Umweltausschuss, will miterleben, wie die Aktion „Bürgerwald“ ankommt. „Gestartet haben wir das 2020. Da haben sich mehr als 200 Menschen bereit erklärt, eine Baumpatenschaft zu übernehmen – Alexandra Teicher hat das maßgeblich mit begleitet“, erläutert Touristik-Chefin Vera van Sloten: „Die Bäume sind Erinnerungen an besondere Menschen oder Ereignisse – gemeinsam helfen alle Patenschaften, nach der Borkenkäferplage hier wieder Wald hinzubekommen.“

„Es ist schon ein Jammer, wenn man im Moment hier in die Runde schaut: Hier standen die Bäume dicht an dicht, jetzt ist alles kahl“, schilderte Angelika Grothof vorm Pflanzen ihren Eindruck. „Es braucht Zeit, aber es wird wieder“, sind Maria Moritz und Vera van Sloten überzeugt. Ihre Einladung an Unternehmen: „Wir bieten auch Flächen-Patenschaften an. Je

Auch interessant

Kommentare