Abschied von Pater Willi Heck: Ordensmann zieht nach Trier um

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Pater Willi Heck zieht in wenigen Tagen in das Ordenshaus in Trier. 

Möhnesee - Nach fast 20 Jahren am Möhnesee und als Hausgeistlicher des Heinrich-Lübke-Hauses zieht Pater Willi Heck in das Ordenshaus der Redemptoristen in Trier. Im Aschermittwochsgottesdienst im Heinrich-Lübke-Haus wurde der Geistliche von den Vertretern der Pfarrei und des Pastoralen Raums verabschiedet.

Er hätte ja so gerne noch ein Bild gemacht im Stehen, wie er so auf den großen Clown zeigt, der an der Zimmertüre klebt. Aber das ist nicht mehr so einfach mit dem Stehen: Die Kräfte lassen nach, mit Mitte Achtzig. Also wieder zurück mit dem Rollator und ab auf den Sessel. 

„Ein Mist ist das, das kannste mir glauben“, sagt Pater Willi. Aber er strahlt schon wieder: „Was willste machen, Jung, et is, wie et is.“ Er schaut hoch zu einem Bücherregal, zu zwei Holzfiguren: „Da, die beiden kommen mit, wenn ich jetzt umziehe: Tünnes und Schäl – ich bin ja nun mal ein Rheinländer…“

Und was geht sonst noch mit, wenn er am Samstag aufbricht, zum Konvent Sankt Alfons, einem von drei Seniorenklöstern der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen? „Nicht viel“, sagt Pater Willi: „Das meiste hier in meinem Zimmer gehört ja zum Heinrich-Lübke-Haus, und was ich in Trier brauche, das ist schon da – das Zimmer ist ja fertig eingerichtet. Alte Freunde werde ich treffen, von damals, als wir in den Orden eingetreten sind. Gut – ich bin dann der Senior.“ 

Eins geht auf jeden Fall mit nach Trier: Das große Holzkreuz aus Sumba mit der Jesusfigur, die so schön die Arme ausbreitet. „So ist er, Jesus, unser bester Freund“, sagt Pater Willi: „Die ganze Welt will er umarmen, einfach so – und er fragt nicht groß, wer Du bist und was Du hast. Der hat gar keine Hände für Paragrafen zu halten. Er sitzt auch nicht in der Ecke und passt von morgens bis abends auf, was Du machst – wir haben zu sehr aus unserem Glauben eine Gesetzes-Religion gemacht. Ihm aber ging es nur um die Menschen, er möchte Dein Freund sein.“ 

Genau so habe er es sein Leben lang gesehen, sagt Pater Willi: „Dieser Glaube ist ganz einfach.“ Es sei diese einfache Botschaft von Liebe und Freundschaft, von Gemeinschaft – eben das habe ihn ein Leben lang begleitet und inspiriert. Pater Willi: „Ich habe nie gepredigt, was ich nicht verstanden habe.“ 

Und er wisse, dass man sich selber nie zu ernst nehmen dürfe, auch nicht als Priester: „Dieser Klerikalismus, das ist ein großes Hindernis. Dass die Leute glauben, nur weil sie Priester sind, seien sie etwas Besonderes.“ Ein Umdenken wäre auch in seiner geliebten Kirche hilfreich, findet Pater Willi. Das Zölibat lockern, Frauen als Priester zulassen, er könnte sich das ohne weiteres vorstellen. 

Dann ist er wieder beim Umzug: Eine große Abschiedsfeier, nein, das habe er nicht haben wollen, dafür sei er nicht mehr fit genug. Einen Brief hat er verfasst, damit sein Dank viele Leute erreicht, denn für die Zeit in Möhnesee sei er sehr dankbar. Was er den Menschen mitgibt? Einfach glauben und sich freuen, einfach und von Herzen, das sei so schwer gar nicht – auch das erzählt Pater Willi. „Gerade den jungen Leuten rate ich: Versucht Kontakt zu finden zu Eurem besten Freund. Werdet nicht mutlos.“ Ein Umdenken sei grundsätzlich wichtig, findet Pater Willi: „Das Materielle, das frisst uns auf…“

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