Hindernisfahrt: Gemeinderat spricht über Verkehrsführung in Körbecke

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Die Umgestaltung des Pankratiusplatzes gilt fast allen als gelungen, die Fahrt dorthin und das Parken ist nach Ansicht der Kaufleute vielen Einwohnern zu umständlich, deshalb seien Nachbesserungen erforderlich.

Möhnesee – Die Renovierung des Körbecker „Wohnzimmers“ ist seit dem Sommer 2015 abgeschlossen, mancher „Pinselstrich“ wird aber womöglich noch einmal anders gezogen. Grundlage ist die Fortschreibung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes von 2015. Gemäß einstimmigem Ratsbeschluss von Donnerstagabend wurde die „Weiterentwicklung unter besonderer Berücksichtung der aktuellen Verkehrs- und Parksituation“ an den Ausschuss für Bauen und Verkehr verwiesen.

Die Umgestaltung der Körbecker Ortsmitte wird je nach Perspektive unterschiedlich bewertet. So heißt es in der Sitzungsvorlage, die Belebung des Pankratiusplatzes sei jederzeit, auch außerhalb der Saison, feststellbar. Die neu gewonnene Aufenthaltsqualität werde von vielen genutzt. 

Demgegenüber führen die Geschäftsleute, vertreten durch „Gewerbe aktiv“, an, dass es nicht gelungen sei, den Rückgang der Kundenzahlen während der Umbauarbeiten wieder aufzuholen, es komme dadurch zu einem erheblichen Kaufkraftabfluss (siehe Anhang). 

Ob und welche Veränderungen vorgenommen werden, soll nun der Verkehrsausschuss erörtern. Zuvor hatte die Gemeinde bei der Bezirksregierung angefragt, welche Maßnahmen ohne Gefährdung der öffentlichen Zuschüsse denkbar seien. 

Akzeptieren würde die Bezirksregierung demnach, wenn das Baumfeld in der Hauptstraße oberhalb von Bäcker Becker verschoben würde. Gefordert wurde diese Maßnahme wiederholt, weil es durch Rückstau bis in die Kreuzung Hauptstraße/Küerbiker Straße zu Blockaden und gefährlichen Situationen komme. 

Eine Änderung der Einengung in der Küerbiker Straße, Höhe Haus des Gastes, lehnt die Bezirksregierung jedoch ab. Der Ausweisung eines weiteren Behindertenparkplatzes im Bereich des Pankratiusplatzes würde Arnsberg hingegen zustimmen. 

Bezüglich der geforderten Parkscheibenregelung für den Parkplatz hinter dem Rathaus verwies die Verwaltung auf den Bescheid des Kreises Soest; demnach sei eine Ausweisung nicht möglich, weil für 45 der 48 Stellplätze eine Baulast zugunsten von Anwohnern eingetragen ist. Die Parkplätze auf Gemeindegrund seien als Kundenparkplätze an die Volksbank vermietet. 

Trotzdem regte Hans-Jürgen Weigt (CDU) unter dem Punkt Mitteilungen an, dass Bürgermeister Hans Dicke eine Anordnung an die Mitarbeiter treffe, mehrere Stellplätze hinterm Rathaus frei zu halten. Dies sei ein wichtiges Signal an die Geschäftswelt. 

Dicke wandte zwar ein, dass für eine Anordnung auch der Personalrat angehört werden müsse, letztlich sagte er dies jedoch zu. Unterstützung fand der Vorschlag Weigts bei Harald Beckers (SPD). Es sei auch wichtig, guten Willen zu zeigen.

Stellungnahme der Kaufleute

Die Kaufleute aus Körbecke haben sich in einer Stellungnahme, die der Sitzungsvorlage beigefügt ist, kritisch über die vorhandene Situation in Körbecke geäußert. Viele Einwohner scheuten inzwischen den Weg nach Körbecke, ältere Menschen hätten bisweilen sogar Angst, in Körbecke Auto zu fahren. Die Kaufleute regen daher ein Parkleitsystem an, zudem fordern sie unter anderem den Rückbau der Einbuchtungen in der Hauptstraße und der Einengungen in der Küerbiker Straße, mehr Parkplätze auf dem Pankratiusplatz . Die Kaufleute betonen aber auch, dass neu gestaltete Bereiche wie Seepark oder Pankratiusplatz gelungen seien.

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