Instrument der Zwölf-Apostelkirche strahlt in neuem Glanz

Orgelbaumeister pusten Pfeifen frei

Friedrich Kampherm, der auf eine über 40-jährige Erfahrung als Orgelbauer zurückblicken kann, hat in Körbecke gearbeitet.
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Friedrich Kampherm, der auf eine über 40-jährige Erfahrung als Orgelbauer zurückblicken kann, hat in Körbecke gearbeitet.

Er hat jede in der Hand gehabt, jede einzelne. Und das will was heißen. Immerhin sind es 366 Pfeifen, die zur Orgel in der Körbecker Zwölf-Apostel-Kapelle gehören. Aber Genauigkeit und Detailversessenheit sind Teil seiner beruflichen DNA. Denn Friedrich Kampherm ist das, was man einen Meister seines Fachs nennt – ein Orgelbau-Meister. Einer von der Sorte, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben. Das trifft auch auf Markus Wolf zu, ebenfalls Orgelbau-Meister.

Körbecke - Markus Wolf und Friedrich Kampherm wissen aus vielen Jahren Erfahrung, dass man jede Orgel mit Respekt behandeln muss – unabhängig davon, wie alt oder groß sie ist. Denn in jede Orgel haben die Erbauer ihr Können, handwerkliches Geschick und Liebe zum Detail gesteckt. Auch deshalb nennt man sie „die Königin der Instrumente“. Vor allem aber ist jede Kirchenorgel ein Unikat, weil sie an den jeweiligen Klangraum Kirche ganz individuell angepasst werden musste.

Das gilt auch für die Orgel in Körbecke, die nun schon deutlich mehr als 50 Jahre in der kleinen Kapelle erklingt, die unmittelbar am Seeufer liegt. „Sie stammt wohl aus den 50er- oder 60er Jahren“, weiß Kampherm. Für Experten ist sie nichts Besonderes, kann musikhistorisch natürlich nicht mit Instrumenten mithalten, die einige Hundert Jahre auf den Pfeifen haben. Und doch, sind Kampherm und Wolf überzeugt, sie hat was. „Trotz ihrer Größe ist das ist eine richtige Pfeifenorgel mit erstaunlich vollem Klang“, sagt Kampherm.

11 000 Euro kostet die Renovierung

Für die evangelische Kirchengemeinde hatte sich im vergangenen Jahr die Frage gestellt, ob es sich noch lohne, das „alte Schätzchen“ einer Generalüberholung zu unterziehen oder gegen eine moderne Variante auszutauschen. Eine neue Pfeifenorgel war nicht zu finanzieren, einer elektronischen Orgel fehlte der Charme. Deshalb hatte man sich im Presbyterium entschieden, knapp 11 000 Euro für die Renovierung auszugeben. „Das Geld“, so Kampherm, „ist gut und sinnvoll investiert. Jetzt, wo sie wieder sauber und ausgebessert ist, hat sie gleich einen ganz anderen Klang. Das kann man mit einer elektronischen Orgel überhaupt nicht vergleichen. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Für den kleinen Kirchenraum sei das Klangvolumen mehr als ausreichend.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Wolf hat Kampherm mit chirurgischer Präzision die Pfeifen ausgebaut und mit in die Werkstatt ins ostwestfälische Verl genommen. Jede einzelne musste aufwendig gereinigt werden. Wolf: „In den Pfeifen hatte sich dreißig Jahre lang Hausstaub angesammelt, der sich förmlich festgefressen hatte. Das waren zum Teil richtig dicke Schichten, die natürlich negativen Einfluss auf den Klang genommen haben.“ Mit Bürsten, Pressluft und dem „Zauberschwamm“ sind die Instrumententeile von der schmutzigen Last befreit und anschließend wieder eingebaut worden.

Gemeinde freut sich auf frischen Klang

Zusätzlich mussten Bereiche des Holz-Gehäuses erneuert werden. Kampherm: „Auch dort gab es zum Teil erheblichen Renovierungsbedarf.“ Und schließlich waren auch noch Teile der Elektrik erneuerungsbedürftig.

Jetzt wartet die Kirchengemeinde natürlich darauf, dass sie das neue Klangerlebnis auch in einem Gottesdienst genießen darf. Spätestens, wenn die Corona-Bestimmungen dies zulassen, wird die neue, alte Orgel den Kirchenraum mit ihrem Klangvolumen füllen.

Autor: Hans-Albert Limbrock. Öffentlichkeitsreferent im Evangelischen Kirchenkreis Soest-Arnsberg

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