Neues Konzept für Campingplatz „Stockumer Eichen“

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Auch das ehemalige Wohnhaus des Platzwartes hat einen neuen Zweck gefunden: Nach kleineren Renovierungsmaßnahmen zogen nun die ersten Flüchtlinge ein.

MÖHNESEE - Neue Ideen sollen den Campingplatz an den Stockumer Eichen beleben. Ein Bestandteil davon: Die Unterbringung von Flüchtlingen im ungenutzten Platzwart-Haus.

Erleichterung bei den Dauercampern: Das ursprüngliche Ansinnen der Gemeinde, den Bebauungsplan für den Bau von Ferienhäusern auf dem Areal des Campingplatzes zu ändern, ist vom Tisch.

Stattdessen gibt es nun ein neues Nutzungskonzept. Dieses sieht die kombinierte Nutzung durch Dauercamper und Wohnmobil-Besitzer vor. Der Campingplatz, der vielen inzwischen zu einer zweiten Heimat geworden ist, scheint somit vorerst gerettet.

„Von unserem Vorhaben, den Platz aufzugeben, sind wir inzwischen komplett abgekehrt“, bestätigt Bürgermeister Hans Dicke. Vielmehr wolle man der mangelnden Auslastung des Areals nun durch die Erweiterung des Angebots entgegentreten.

Wohnmobile sollen Platz neu beleben

„Durch die Wohnmobilisten soll der Platz wieder richtig in Schwung kommen“, so Dickes Vorstellung. Auch Michaela Vorholt, Geschäftsführerin der Touristik GmbH Möhnesee, ist von dem neuen Konzept überzeugt: „Ich denke, das ist eine gute Lösung für alle, zumal es von Seiten der Dauercamper, die wir vor zwei Wochen schriftlich über die neuen Pläne informiert haben, bislang auch noch keine negative Rückmeldung gegeben hat.“ Insgesamt soll es nach der Neustrukturierung 20 Stelllätze für Wohnmobile und 41 für die Dauercamper geben. Die neuen Wohnmobilplätze sind dabei vom Eingangsbereich aus rechts entlang der Straße „Stockumer Eichen“ bis hinauf zur Hälfte des im Osten angrenzenden Wäldchens vorgesehen. Der Rest des Campingplatzes wird – abgesehen von drei Wohnmobilplätzen in der ersten Reihe des Zentralareals – auch weiterhin den Dauercampern zur Verfügung stehen.

„Da wir bereits beim Campingplatz Delecke-Nord eine große Nachfrage nach Plätzen für Wohnmobile festgestellt haben, lag es nahe, das Angebot an den Stockumer Eichen zu erweitern“, erläutert Vorholt. Die Toilettenanlage in dem Containergebäude neben dem Saal werde künftig für die Wohnmobilisten reserviert sein, auch da eine Entsorgungsanlage am Stellplatz selbst leider nicht zur Verfügung stehe. Allerdings werde es auch möglich sein, die Anlagen des Platzes Delecke-Nord zu nutzen.

Flüchtlinge direkt neben den Campern

Doch nicht nur Campern bieten die Stockumer Eichen eine Heimat. Auch Flüchtlinge sind gegenwärtig dort schon untergebracht, genauer im ehemaligen Wohnhaus des Platzwarts. „Als Gemeinde befinden wir uns derzeit schon in Not, was die Unterbringung der Flüchtlinge betrifft“, sagt Hans Dicke. Daher gehe man derzeit den Weg, auf gemeindeeigene Liegenschaften zurückzugreifen, zumindest solange bis die zentrale Unterkunft für die Asylbewerber fertiggestellt sei. Dies werde, so Dicke weiter, voraussichtlich Mitte des Jahres der Fall sein. Bis dahin sei aber noch das Provisorium an den Stockumer Eichen gefragt. Mit einfachen Mitteln sei es hier möglich gewesen, entsprechenden Wohnraum bereitzustellen. So wurde unter anderem eine neue Küche eingerichtet und ein neuer Fußboden verlegt. „Derzeit haben wir drei Belegungen in dem Gebäude“, berichtet Gerd Austenfeld, bei der Gemeinde für deren Liegenschaften zuständig. Jedoch gebe es in dieser Woche wieder drei Neuzuweisungen, die – solange im Übergangswohnheim an der Küerbiker Straße noch die Handwerker tätig sind – ebenfalls dort untergebracht werden müssten.

Dauercamper freuen sich auf neue Nachbarn

„Die Flüchtlinge sind hier hochwillkommen“, sagt Dauercamper Stephan Graé aus Soest. Er freut sich schon auf den ein oder anderen Grillabend, der mit den neuen Nachbarn sicherlich zustande kommen werde. Das Miteinander, das er und die anderen Bewohner so schätzen, solle auch vor den Neuankömmlingen nicht Halt machen. Ob das neue Konzept der kombinierten Nutzung durch Dauercamper und Wohnmobilisten auf Dauer angenommen wird, vermag er auch noch nicht abzusehen. Zur Zeit überwiege auf Seiten der Camper aber ohnehin einfach die Freude, dass es weiter geht. „Da der Platz ja eh nicht voll ausgelastet war, rücken wir einfach alle ein Stück näher zusammen, dann passt das.“ - hip

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