Bessere Internetverbindung

Neuer Funkmast an  Echtroper ZUE aufgestellt - Video und Fotostrecke online

Echtrop - Die Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Echtrop dürfen sich auf eine bessere Internetverbindung freuen. Am Wochenende wurde dort ein neuer Funkmast errichtet. 

Wenn sie einem zu vielen im Vorgarten hocken, weil der Nachbar sein W-Lan offen lässt und auch Flüchtlinge mitsurfen können, ist es mitunter schnell vorbei mit Multikulti und Willkommenskultur. So gab es auch in Stockum Ärger, erinnert sich „Freifunker“ Thomas Drewermann an den Tag, als das Ordnungsamt anrief: Ein Zustandsstörer sei er, er solle sein W-Lan dichtmachen, seinen „Hotspot“ sofort abschalten. Am Ende gab es eine Güte-Runde im Rathaus, und daraus erwuchs eine schöne Lösung in Eigenregie am Gelände der Kaserne in Echtrop: Ein neuer Funkmast für besseres Internet.

Der Mast ließ sich allerdings am Samstag nicht wie geplant mit einem Hubsteiger aufrichten. Erst Michael Kindt mit seinem Bagger pflanzte den aufpolierten Sendemasten in die Hülse auf dem Acker. Flüchtlinge, Malteser und Helfer vom Runden Tisch packten mit an, für eine jetzt hoffentlich stabile Internetanbindung.

Neuer Funkmast in der Echtroper ZUE

So soll’s klappen: Thomas Drewermann teilt seinen Anschluss, schickt diese Information per Richtfunk an den neuen Masten, und der strahlt das von der Haar hinunter zur Kaserne in Echtrop. Was dort am Sendemasten der Firma Atex ankommt, wird in Kabel geleitet und dann bis in die einzelnen Unterkünfte der Gäste.

Wie schnell dieses Netz ausgereizt ist, wenn alle sich auf einmal einbuchen, das muss sich zeigen. „Nachbessern geht immer“, findet Thomas Drewermann, der schon am freien W-Lan-Netz für Körbecke mittüftelte. „Jedenfalls ist das endlich eine Lösung, und niemand muss mehr Kilometer laufen und suchen, wo er frei ins Netz kommt.“

Dass Internetzugang ein Grundrecht sei heutzutage, das sieht Drewermann ähnlich wie Uwe Beißner vom Runden Tisch Möhnesee: „Die Leute wollen mit ihren Familien daheim Kontakt halten über Whatsapp und so. Das würden wir auch wollen, wenn’s uns so ginge.“

Wer hat’s bezahlt? Uwe Beißner: „Die Finanzierung war nur möglich, weil die Landwirte uns Strom und Platz zur Verfügung stellen, der Bauhof beim Fundament geholfen hat. Den Masten hat Atex gespendet, und einige vom Verein Freifunk und vom Runden Tisch Möhnesee haben ganz tief in die eigene Tasche gegriffen, um die Technik zu bezahlen. Die Malteser übernehmen alles, was in der Unterbringung gebraucht wird.“

Natürlich fehlt immer noch Geld. Beißner: „Wir freuen uns, wenn alle noch ein wenig Geld geben können. Insgesamt kostet das Projekt 7500 Euro. Wenn wir noch 3500 Euro zusammenbekommen, dann sind wir im grünen Bereich.“ Glücklich ist Beißner auf jeden Fall: „Es liegt Glasfaser in Echtrop – aber keiner wollte den Ausbau machen. Die Telekom nicht, niemand. Jetzt haben wir eine gute Lösung.“

Rubriklistenbild: © Brüggestraße

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