Schwimmverein Möhnewelle sorgt sich um die Zukunft des Bades und des Vereins

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Das alte Hallenbad in Körbecke stammt aus dem Jahr 1969, die Technik ist veraltet. Das Bad soll abgerissen werden. Doch wird das neue Bad auch rechtzeitig fertig? 

Möhnesee – Der Schwimmverein Möhnewelle sorgt sich um seine Zukunft: Bei der Ratssitzung in der vergangenen Woche wurde beschlossen, die neue Mensa der Sekundarschule auf dem Gelände des alten Hallenbads zu errichten. Das Hallenbad aus dem Jahr 1969 soll abgerissen werden, ein neues Bad ist seit diesem Jahr bereits im Bau.

Geplant war ein nahtloser Übergang des Schwimmbetriebs. Im schlimmsten Fall, so hieß es in der Ratssitzung, wird es eine Übergangszeit von dreiviertel bis zu einem Jahr geben, in dem es kein Hallenbad gibt, denn der Bau der neuen Mensa soll zügig verwirklicht werden. „Wir begrüßen, dass sich der Rat für unsere Kinder einsetzt, sind aber fassungslos über die gewählte Art und Weise. Aber über die neuen Pläne hat mit uns niemand gesprochen.

 Ohne vorher irgendeinen Kontakt zu unserem Verein zu suchen wurde über unsere Köpfe hinweg dem Verein quasi der Todesstoß versetzt“, klagt Julian Sauter, Vorsitzender des Vereins Möhnewelle. Er habe nur durch Zufall von den Plänen des Rates erfahren. 

Doch der Bad-Neubau verzögere sich: Die für Herbst 2020 geplante Fertigstellung des Neubaus sei bereits jetzt verschoben worden ins Jahr 2021. „Wenn das neue Schwimmbad gemäß den ursprünglichen Planungen innerhalb drei Jahren fertiggestellt worden wäre, gäbe es keine Probleme. Aber eine Übergangszeit von einem dreiviertel Jahr ohne Bad wird vom Rat problemlos in Kauf genommen. 

Wenn das alte Bad geschlossen und abgerissen wird, bevor das neue fertig ist, stehen die fast 200 Schwimmer des Schwimmvereins vor dem Nichts. Die Leistungsschwimmer müssten sich neue Vereine suchen“, befürchtet Sauter. So bestünde für Kinder kaum noch die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, obwohl sie an einem See leben. „Wir nehmen pro Jahr etwa 100 Seepferdchen ab.“ 

Auf die Bäder benachbarter Städte auszuweichen, sei schwierig, weil auch dort die Belegung eng sei. „Schon jetzt liegen die Wartezeiten auf Seepferdchenkurse in den benachbarten Gemeinden bei mehreren Monaten bis hin zu Jahren. Diese Situation würde sich massiv verschlechtern.“ Der Schwimmverein Möhnewelle hätte sich über das Anfängerschwimmen hinaus als integrativer Verein einen Namen gemacht, eine Wettkampfgruppe bringe regelmäßig Medaillen nach Hause. Vereinsmitglieder übernehmen auch die Aufsicht der öffentlichen Schwimmzeiten. Sauter: „Wer soll all das tun, wenn es den Verein nicht mehr gibt?“.

 Sein Appell an die Gemeinde: die Übergangszeit so klein wie möglich zu halten und den Verein in dieser Zeit zu unterstützen. „Der Verein Möhnewelle ist uns lieb und teuer und wir wissen, was wir an diesem Verein haben“, sagt Bürgermeister Hans Dicke. Als Zeichen der Wertschätzung werde im neuen Bad zum Beispiel eine 25-Meter-Bahn statt einer 19 Meter langen gebaut. Noch gebe es keinen Fahrplan für den Neubau der Mensa und damit auch für den Abriss des Hallenbads. Erst seit der Ratssitzung letzte Woche sei der Planungsauftrag, auf dem Gelände des alten Hallenbads die Mensa zu planen, überhaupt da. Jetzt werde erst einmal eine Arbeitsgruppe für die neue Mensa eingerichtet, die den Neubau plant. 

„Wann das alte Hallenbad abgerissen wird, steht noch lange nicht fest“, so Dicke. Das gesamte Planverfahren stehe noch aus, Ausschüsse müssen tagen, Preise ermittelt werden. Ursprünglich sei geplant worden, am Tag der Einweihung des neuen Hallenbad das alte abzureißen. Aber die Situation auf im Bausektor sei schwierig, deshalb verzögere sich der Neubau.+

 Die gesamte Situation sei eine schwierige Gemenge- und Interessenlage, so Dicke. Der Rat habe beschlossen, eine dritte Kindergartengruppe im Haus des Gastes unterzubringen, jetzt werde dort die provisorische Mensa geräumt und man sei auf der Suche nach einer neuen provisorischen Unterbringung der Mensa. „Alle Pläne wurden lange diskutiert, doch auch die Schule drängt auf einen zügigen Neubau der Mensa“, so Dicke. Mit Blick auf das alte Hallenbad sorgt sich der Bürgermeister auch um die uralte Technik. „Die Technik dort könnte jederzeit kaputt gehen, und genau deshalb bauen wir ja auch ein neues Hallenbad“, nennt Dicke ein weiteres Damoklesschwert. Er mahnt zur Besonnenheit: „Erst mal abwarten. Vielleicht passt ja doch alles zeitlich zusammen.

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