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Natur übernimmt Regie an der Großen Schmalenau

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Mit 1200 Metern ist das ehemals begradigte Bachbett im Arnsberger Wald fast auf die doppelte Länge angewachsen.
Mit 1200 Metern ist das ehemals begradigte Bachbett im Arnsberger Wald fast auf die doppelte Länge angewachsen. © Drüke

MÖHNESEE - Auf einer Länge von 650 Metern begradigt, tief eingeschnitten und befestigt – das war die Große Schmalenau im Arnsberger Wald bei Möhnesee-Neuhaus. Jetzt windet sie sich wieder durch das Tal, ihre Länge ist auf 1200 Meter angewachsen. Ihr Bachbett ist wieder flach und breit.

Bei Hochwasser ufert sie aus, wie das für einen naturnahen Sauerlandbach typisch ist. Und die Wanderer auf der Waldroute bei Neuhaus können sich über eine lebendige Große Schmalenau freuen. Es ist eine der größten Maßnahmen des LIFE-Projektes „Bachtäler im Arnsberger Wald“. „Jetzt übernimmt die Natur die Regie. Sie wird das schottrige Bachbett wieder formen, Kiesbänke und tiefe Gumpen entstehen“, erläutert Birgit Beckers von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (Abu), die das LIFE-Projekt leitet. „Bachforellen, Groppen und Bachneunaugen werden den neuen Lebensraum besiedeln. Und eine große Vielfalt an Kleinlebewesen erorbert die Bachsohle und die Lücken im Bachschotter.“

Abu-Vorsitzender Joachim Drüke, von Beruf Wasserbauingenieur, hat die Maßnahme federführend geplant. „Wir haben die Große Schmalenau aus ihrem tiefen, befestigten Bett geholt, das zudem ein viel zu großes Gefälle hatte.“ Die Hochwasser hätten alles mitgerissen, Schotter, Fische und Kleinlebewesen. „Nun ermöglichen wir dem Bach einen neuen Start in eine naturnahe Zukunft. Die Große Schmalenau kann sich künftig frei verlagern. Die Tiere des Baches haben wieder einen guten Lebensraum. Schwarzstorch und Eisvogel können sich über einen reicher gedeckten Tisch freuen.“

Das LIFE-Projekt „Bachtäler im Arnsberger Wald“ führt die Abu gemeinsam mit dem Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, dem Naturpark Arnsberger Wald, der Biologischen Station Hochsauerland und der Stadt Meschede durch.

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