Nasslager für Holz bei Günne füllt sich bereits

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Das Nasslager bei Brüningsen wurde in den vergangenen Tagen schon gut aufgefüllt.

Günne – Die ersten Ladungen sind eingelagert, das Nasslager für Fichtenstämme bei Brüningsen ist in Betrieb. Etwa 10 000 bis 15 000 Festmeter können hier laut Planung untergebracht werden, berichtet Edgar Rüther vom Regionalforstamt Rüthen. Dabei handle es sich um aktuell eingeschlagene Stämme oder angefallenes Sturmholz. „Lagerfähig ist eigentlich nur frisches Holz“, so Rüther.

Ziel des Nasslagers ist es, das Fichtenholz so lange zurückzuhalten, bis sich die Holzpreise wieder stabilisiert haben, die wegen des Überangebots aufgrund der Sturmschäden und der drohenden Borkenkäferplage stark gesunken sind. 

Die ständige Beregnung der Stämme soll einen Befall mit Borkenkäfern und Pilzen verhindern, und auf diese Weise kann frisches Fichtenholz Rüther zufolge vier bis fünf Jahre in einem Nasslager deponiert werden, ehe Qualitätsverluste drohen. Für das Nasslager bei Brüningsen gilt jedoch eine Baugenehmigung von drei Jahren. 

Wie die Preisentwicklung in nächster Zeit verläuft, sei derzeit noch nicht abzusehen, so Rüther: „Der Käfer frisst ja munter weiter.“ Das Nasslager bei Brüningsen konnte schnell eingerichtet werden, weil es infolge des Orkans „Kyrill“ an gleicher Stelle schon einmal eines gab. 

Weitere Nasslager betreibt der Landesbetrieb Wald und Holz bei Arnsberg-Oeventrop und Brilon-Alme, zusätzliche Einrichtungen sind bei Olsberg und gegebenenfalls bei Belecke im Gespräch. 

Die Einlagerung erfolgt, um nach Möglichkeit stabilere Holzpreise abwarten zu können.

Wie Pressesprecher Thomas Weinstock vom Kreis Soest berichtete, ist die Baugenehmigung für das Nasslager am 12. April erteilt worden und auf drei Jahre befristet. Zudem sind bestimmte Auflagen mit dem Betrieb verbunden. 

So ist mit Blick auf die Anwohner eine Beschickung nur an Werktagen zwischen 6 und 21 Uhr erlaubt, aus Gründen des Schallschutzes soll tagsüber ein Schalldruck von 60 dB(A) nicht überschritten werden, ein Spitzenpegel von 90 dB(A) ist kurzfristig erlaubt. 

Für die Wege für den Fahrzeugverkehr sind wassergebundene natürliche Materialien vorgegeben, Teerstraßen sind nicht erlaubt. Konkrete Maßnahmen zur Minimierung der Pfützenbildung und damit zur Minderung der Mückenvermehrung wurden Rüther zufolge noch nicht ergriffen. 

Denkbar sei insbesondere der Vorschlag des Ruhrverbands, die Wege so zu profilieren, dass das Wasser gut abfließen kann. Weitere Vorschläge zur Eindämmung einer Mückenplage seien ihm noch nicht bekannt geworden. 

Eine Mückenplage hatte sich während des ersten, 2007 bis 2010 eingerichteten Nasslagers nach „Kyrill“ ergeben. Die Dauerberegnung hatte zur Folge, dass sich an vielen Stellen stehendes Wasser bildete, sodass die die einschlägigen Insekten günstige Bedingungen für ihre Vermehrung fanden. 

Die Aussicht auf eine erneute Insektenplage war daher der Grund für viele Günner, in der Ratssitzung am 11. April erhebliche Vorbehalte gegen das Nasslager zu formulieren

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