Judy Bailey wird in Körbecke singen

Nachlassende Bindung an Kirche: Pfarrer Fabian hofft auf neue Impulse

Pfarrer Wolfgang Fabian beklagte beim Neujahrsempfang ein Nachlassen der Bindungskräfte zwischen Kirche und Menschen. - Foto: Brüggestraße

Möhnesee - „Lasst uns mal ein bisschen laut sein für den lieben Gott!“ Das sagt Judy Bailey zu ihrem neuesten Album „One“. Die quirlige Sängerin aus Barbados begeisterte schon Papst Franziskus, füllt ganze Stadien, wenn sie mit ihrer Band auftritt. Am 1. September singt sie in Körbecke.

„Ein musikalisches Großereignis“, sagt Pfarrer Wolfgang Fabian dazu. „Das wird genial“, so freut sich Ludger Eilebrecht. Er ist der Pfarrer für „Kirche am See“ und ist stolz: „Es war nicht einfach, aber Judy hat unsere Einladung angenommen. Das wird ein Riesen-Ding. Für die Menschen, für Gott, für ganz neue Impulse.“

Neue Impulse, sie sind wichtig wie nichts sonst, unterstrich Wolfgang Fabian in seiner Rede beim Neujahrsempfang. Kirche hat Schwindsucht – zumindest das offizielle Konstrukt, und 500 Jahre nach Luther betreffe diese Krise beide christliche Kirchen: Mehr kirchliche Begräbnisse als Taufen; in Scharen treten Mitglieder aus. Priester-Kandidaten bei den Katholiken? Könne man mit der Lupe suchen, sagte Pfarrer Fabian einmal mehr.

Seine Analyse: „Die Bindungskräfte der großen Kirchen haben nachgelassen, eine Mehrheit sagt in unserer Gesellschaft ‘Ich glaube nichts, und mir fehlt auch nichts.’“ Sein erlebter Alltag: „Es gibt das faktisch ungläubige Paar, das nur deshalb kirchlich heiratet, damit die Großeltern zufrieden sind, und es gibt den Ausgetretenen, der irgendwie doch an Gott glaubt, und vielleicht sogar täglich betet. Religiösität löst sich von der Zugehörigkeit zu einer Kirche.“

In zwei Jahren soll ein größerer Verbund gebildet werden, zusammen mit Soest und Bad Sassendorf. Brücken bauen in die Nachbarschaft, das sei wichtig, so lud Fabian zum Mitmachen ein. „Jeder von uns sollte bis dahin in sich gehen, sich auf seine Taufberufung besinnen“, riet Fabian zudem. Es gehe für jeden um diese Frage: „Wo sind meine Stärken, wo kann ich mich einbringen, damit Gemeinde in ihrer ganzen Vielfalt lebendig bleibt?“

„Mit kühlem Kopf statt mit heißem Herzen, angstfrei und mit großem Gottvertrauen“, auch das sagte Wolfgang Fabian, müsse überlegt werden, wie man Kirchen und Kapellen als Orte der Gottesverehrung in der Mitte der Dörfer nutzen und erhalten könne in Zeiten, wo durch den Priestermangel längst nicht mehr überall Gottesdienst gefeiert werde.

Und sonst? Gab es zweimal ein Dankeschön vom Pfarrer: Maria Humpert war 60 Jahre lang in Hewingsen als Küsterin tätig. Josef Herbst hat 25 Jahre lang in Völlinghausen das Pfarrheim und die Außenanlagen rund um die Kirche gepflegt. Beide waren beim Empfang nicht anwesend.

Neu aufgelegt hat die Pfarrei ein Faltblatt mit allem, was wichtig ist in den katholischen Gemeinden in Möhnesee: Kontaktpersonen, Telefonnummern, Gottesdienstzeiten, alle Gremien, Einrichtungen und Gruppen.

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