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Das sagt Jörg-Martin Jacob zum Abschied von Möhnesee-Schule

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Von: Astrid Gunnemann

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„Staffelübergabe“: Jörg-Martin Jacob, Leiter der Möhnesee-Schule, verlässt die Schule zum Monatsende. Kommissarisch wird die Schule ab Februar Sabine Baukmann leiten.
„Staffelübergabe“: Jörg-Martin Jacob, Leiter der Möhnesee-Schule, verlässt die Schule zum Monatsende. Kommissarisch wird die Schule ab Februar Sabine Baukmann leiten. © Peter Dahm

Viereinhalb Jahre hat Jörg-Martin Jacob die Möhnesee-Schule geleitet. Am kommenden Freitag hat der Schulleiter dort seinen „Letzten“.

Körbecke – Jörg-Martin Jacob wird ab Februar Leiter einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Haiger im Lahn-Dill-Kreis. Der Wechsel, so betont der scheidenden Schulleiter, geschehe aus rein privaten Gründen.

Die vergangenen viereinhalb Jahre an der Sekundarschule ließ Jacob gemeinsam mit dem Anzeiger Revue passieren. „Ein besonderes Highlight aus dieser Zeit kann ich eigentlich nicht wirklich benennen“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Ihm liege die demokratische Erziehung der Schülerinnen und Schüler besonders am Herzen. „Es ist wichtig, dass die jungen Leute nach zehn Jahren Schule demokratisch denken und handeln“, sagt er. In diesem Zusammenhang verweist Jacob auf einen großen Erfolg der Schule: Im November 2017 fuhr eine Gruppe mit Schülern und Lehrern nach Berlin, um dort die Auszeichnung für den zweiten Platz des bundesweiten Wettbewerbs „Demokratie gestalten“ in Empfang zu nehmen.

„Jugendpower Möhnesee“

„Das war toll und ein großer Erfolg für die Möhnesee-Schule.“ Die Gruppe „Jugendpower Möhnesee“ der Sekundarschule beschäftigte sich mit Themen der Kommunalpolitik und der Europawahl. Die Jugendlichen brachten Themen aus allen Ortsteilen der Gemeinde von Völlinghausen bis Günne sogar in den Gemeinderat. Inzwischen beteiligen sich Jungen und Mädchen aller Klassen der Schule in der Gruppe „Jugendpower“.

Thema Demokratie ist wichtig

Dass das Thema Demokratie an der Möhneseeschule wichtig ist und sehr ernst genommen wird, belegen auch die regelmäßigen Sitzungen des Klassenrates. „In den Klassenlehrerstunden wird über die Situation in den Klassen gesprochen. Geredet wird zum Beispiel über Dinge, die die Schüler als ungerecht empfinden, auch wenn sie sich von Lehrern ungerecht behandelt fühlen“, sagt Jacob. Er selber ist Klassenlehrer einer 10. Klasse.

Ein demokratischer Prozess unter seiner Leitung sei auch die Erlaubnis gewesen, dass die Jugendlichen der Klasse 10 in der Mittagspause das Schulgelände verlassen dürfen. „Das war ein Antrag aus der Schulpflegschaft. Mit Einwilligung der Eltern dürfen die Schüler der Klasse 10 sich jetzt mittags außerhalb der Schule aufhalten“, so Jacob.

Zukunftsweisend sei auch die Bildungspartnerschaft Kultur und Schule: Zwischen der Möhnesee-Schule und dem Gemeindearchiv ist im Jahr 2020 eine Partnerschaft geschlossen worden, die jetzt schon spannende Ergebnisse zeigt. So erforschen die jungen Leute das jüdische Leben der Familie Meyerhoff aus Körbecke und stehen sogar in Kontakt mit einem Enkel in New York, der den Holocaust überlebt hat. Der Schulleiter lobt die Schüler, die mit viel Engagement ans Werk gehen.

Auch wenn sich Jörg-Martin Jacob an der Möhnesee-Schule wohlgefühlt hat, freut er sich auf seine neue Aufgabe an der Förderschule Lernen in Haiger. Er hat evangelische Religion und Sonderpädagogik studiert und unterrichtet heute auch Geschichte und Erdkunde. „Die neue Schule ist eine Kombination aus Förderschule und Beratungszentrum, dort besteht eine enge Verzahnung von Regelschule und Förderschule.“ Jacobs Aufgabe wird in Zukunft auch sein, für die Sonderpädagogen an den Regelschulen zuständig zu sein. Das Arbeitspensum wird also mehr werden und er wird viel im Lahn-Dill-Kreis unterwegs sein.

Man muss dem Schüler signalisieren: Ich sehe deine Stärken. Ich muss ihm sagen, was er gut macht.“

Jörg-Martin Jacob, scheidender Leiter der Möhnesee-Schule

Für die Möhnesee-Schule wünscht sich der scheidende Schulleiter, dass die Schule den bereits beschrittenen Weg der individuellen Förderung stärkenorientiert weitergeht. Jacob: „Das war und ist für mich ein Schwerpunkt, jeden Schüler individuell nach seinen Möglichkeiten und Stärken zu betrachten und zu fördern. Man muss ihm signalisieren: Ich sehe deine Stärken und ihm sagen, was er gut macht.“

Eine große Abschiedsfeier wird es für Jörg-Martin Jacob in Zeiten von Corona natürlich nicht geben. Aber im Sommer soll es eine kleine Verabschiedung im Kollegenkreis geben. Die Stelle des Schulleiters an der Sekundarschule wird bald von der Bezirksregierung Arnsberg für Bewerber ausgeschrieben. Bis die Stelle neu besetzt wird, leitet Sabine Baukmann, die stellvertretende Schulleiterin, die Möhnesee-Schule kommissarisch.

„Ich finde es sehr schade, dass Jörg-Martin Jacob die Möhnesee-Schule verlässt“, bedauert Sabine Baukmann. „Wir haben uns gut eingewöhnt, sind ein gutes Team und arbeiten gut zusammen“, so die stellvertretende Schulleiterin. Über den Weggang ihres Kollegen und Schulleiters sei sie schon traurig. Ihrer Aufgabe als kommissarische Schulleiterin sieht sie sich gewachsen: „Ich habe bereits die Pauli-Hauptschule in Soest ein Jahr lang kommissarisch geleitet.“

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