Nach Engagement in der überfluteten Stadt

Dank aus Altena für Helfer aus Möhnesee

Grenningloher Weg in Altena: Eine Woche ist das Hochwasser her: Noch immer sind die Schäden vor allem hinter den Häusern gewaltig.
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Grenningloher Weg in Altena: Eine Woche ist das Hochwasser her: Noch immer sind die Schäden vor allem hinter den Häusern gewaltig. Die Anwohner sind daher über jede Hilfe dankbar.

Als sie von der Situation in der Stadt an der Lenne hörten, zögerten die Menschen aus Möhnesee nicht zu helfen. Nun gibt es Danksagungen aus der Region.

Möhnesee/Altena – „Ihr lieben Menschen vom Möhnesee, lieber Herr Kotewitsch, liebe Frau Moritz“, so beginnt der Brief von Anette Wesemann, die im überfluteten Altena das bürgerschaftliche Engagement und die viele Hilfe für die Menschen in der Stadt an der Lenne koordiniert. „Langsam bekommt man wieder Luft zum Atmen“, schreibt sie weiter: „Es ist wirklich an der Zeit, mich bei Ihnen von Herzen zu bedanken.“

Leider habe sie den Hilfs-Transport der Wameler Schützen am Montag knapp verpasst, erzählte sie dem Anzeiger am Telefon: „Ich war um 15 Uhr an der Sauerlandhalle, aber da waren alle schon wieder weg. Das war schade, ich hätte gerne persönlich Dankeschön gesagt, denn die Hilfe war wirklich passgenau, und dass da auch Schaufeln, Bohrhämmer und weiteres Werkzeug in der Art dabei waren, das war wirklich ganz große Klasse.“

Es geht Schritt für Schritt voran

Warum gerade das Werkzeug so wichtig gewesen sei? Wesemann: „Ganz ehrlich, es ist doch immer so: Wenn was ist, dann trifft es die, die es ohnehin schwer haben, auch immer am schlimmsten. Das war mit dem Wasser genau so – natürlich haben wir jetzt Haushalte, die sich einen Handwerker nicht leisten können, die auch kein passendes Gerät haben.

So ist ihnen jetzt erst einmal geholfen, jetzt können sie erst einmal aufräumen und alles grob richten. Später in der Einzelfallprüfung, da können wir hier bei der Verwaltung sehen, wie wir weiter helfen können. Schritt für Schritt geht das, und es sind immer noch nicht alle Schäden restlos erfasst: Manch einer stellt erst jetzt nach dem Ausräumen fest, jetzt, wo es einigermaßen trocken ist, dass das Haus doch nicht mehr zu retten ist.“

Erste Mittel aus den Töpfen für die Soforthilfe seien inzwischen da. Daneben gebe es einen großen Spendentopf aus privaten Aktionen wie denen aus Möhnesee.

„Wir sind von Herzen dankbar“

Wo aktuell Hilfe möglich und dringend nötig sei? Anette Wesemann: „Im Moment sind wir gut versorgt und verteilen jetzt nach und nach alles, was man uns gebracht hat. Von überall her haben sich die Menschen auf den Weg gemacht, um irgendwie zu helfen, das war schon eine beeindruckende Erfahrung, eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft.“

Gut, es sei auch immer eine Gratwanderung zwischen Hilfe und zu viel Hilfe, und generell sei es immer eine gute Idee, vor dem Start erst einmal Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW oder die Verwaltung anzurufen, um sich abzusprechen, um Treffpunkte auszumachen. Im Großen und Ganzen habe das geklappt, sagt Wesemann im Rückblick: „Wir sind von Herzen dankbar.“

Geldspenden sind die allerbeste Hilfe

Dass die Lenne hin und wieder aus dem Bett steige, das seien die Menschen gewohnt, aber soviel Wasser wie dieses Mal, das habe noch niemand mitgemacht. Den Menschen gingen die Nackenhaare hoch, wenn sie im Moment das Wort „Regen“ auch nur aus der Ferne hörten – so sehr wirke das alles nach.

Der Kontakt nach Möhnesee, zu allen Helfern, zur Bürgermeisterin, sie werde ihn wirklich sehr gerne weiter pflegen, Bescheid geben, ob etwas fehle, was genau fehle, so verabschiedete sich Wesemann. Im Moment seien Geldspenden die allerbeste Hilfe für die Menschen in Altena, jeder Euro könne ein klein wenig die Lage verbessern. Wesemann: „Es gibt ergreifende Fälle wie diesen: Das Haus steht noch so gerade, aber Strom und Heizung müssen neu gemacht werden, vielleicht sogar noch mehr, eine Versicherung gibt es nicht, die Rente ist schmal bei der alten Dame, da fließen Tränen.“

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