Nach Angriff auf Schafherde: Hunde waren nicht zum ersten Mal entlaufen

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Nur wenige Schafe überstanden den Angriff von zwei Hunden am Dienstagmorgen unverletzt.

Soest – Es waren schlimme Bilder am Dienstagmorgen zwischen Körbecke und Stockum: Zwei freilaufende Hunde hatten dort eine Schafherde attackiert, am Ende waren drei Tiere tot, zwei weitere waren so schwer verletzt, dass sie noch auf der Weide eingeschläfert werden mussten. Die beiden Hunde wurden eingefangen und später ihrem Halter übergeben. Am Tag danach stellt sich heraus: Sie waren nicht zum ersten Mal entlaufen, das war ihnen wohl schon öfter gelungen. 

Der Müllingser, dem die beiden Hunde gehören und der sie auf einem weitläufigen Grundstück am Rande des Dorfes hält, hatte sich gegenüber Mitarbeitern des Möhneseer Ordnungsamtes gegenüber geschockt gezeigt. Die beiden Hunde, so hatte er erklärt, seien in der Vergangenheit nicht auffällig gewesen, entlaufen seien sie wohl am Montagabend durch ein offenes Garagentor. 

Beide Tiere, ein Hütehund der Rasse Kangal, und ein Dobermann, wurden dem Müllingser am Dienstag wieder übergeben – nach Angaben von Hansfriedrich Winter vom Ordnungsamt der Gemeinde Möhnesee liegt die weitere Bearbeitung des Falles nun in den Händen der Stadt Soest und des Kreisveterinärmates. 

Thorsten Bottin, Sprecher der Stadtverwaltung, bestätigte auf Anfrage, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Grundstück in Müllingsen kontrolliert hätten und zu der Einschätzung gekommen seien, dass die Einzäunung ausreiche, um ein erneutes Entlaufen der Hunde zu verhindern. 

„Außerhalb des Grundstückes müssen beide aber bis auf Weiteres einen Maulkorb tragen, außerdem gilt die Leinenpflicht“, erklärte Bottin die zunächst angeordneten Maßnahmen. Ob darüber hinaus weitere Konsequenzen nötig sein werden, darüber wird das Veterinäramt entscheiden. 

Nach der Lektüre des Anzeiger-Artikels über den Angriff der Müllingser Hunde meldete sich ein Leser in der Redaktion und versicherte, dass es beileibe nicht das erste Mal gewesen sei, dass die Hunde das Grundstück ihres Halters unbemerkt verlassen hätten. „Es hat in den vergangenen Jahren immer wieder solche Vorfälle gegeben“, behauptete der Mann, der ungenannt bleiben möchte, dessen Identität der Redaktion aber bekannt ist. 

So sei eine Spaziergängerin mit ihrem Hund angegriffen worden, das Tier sei dabei auch verletzt worden. Er selber habe, ebenfalls bei einem Spaziergang mit seinem eigenen Hund, plötzlich einem der beiden Ausreißer vom Dienstag gegenüber gestanden. Der Kangal habe sich durchaus aggressiv verhalten. Diesen Vorfall, so versicherte der Anrufer, habe er auch gemeldet. 

Bei der Stadt bestätigte Thorsten Bottin, dass es dort tatsächlich eine Akte zu einem Vorfall vor rund drei Jahren gebe. Damals hätte einer der beiden Hunde außerhalb des Grundstücks des Halters freilaufend Spaziergänger verängstigt und sie laut angebellt, zu einem Angriff oder gar Verletzungen sei es allerdings nicht gekommen. 

Die Redaktion konnte den Halter der beiden Hunde in Müllingsen zunächst nicht für eine eigene Stellungnahme erreichen.

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