Mückenplage am Holzlager: Ruhrverband prüft Einsatz der chemischen Keule

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Das Holzlager an der Möhne: Sommertags ein Eldorado für Mücken.

Günne – Der Ruhrverband schließt nicht mehr vollkommen aus, gegen die Mückenplage am Holznasslager in Brüningsen die chemische Keule einzusetzen. Weil das riskant ist und die Giftstoffe direkt in die Möhne fließen würden, will der Verband erst mal auf Nummer Sicher gehen und hat seine Biologen beauftragt, die Auswirkungen zu untersuchen.

Die Anlieger der Gartenstraße im Ortsteil Brüningsen – nur einen Steinwurf vom Holzlager an der Möhne entfernt – hatten Ende Juli Alarm geschlagen. Sie wussten sich nicht anderweitig zu helfen, nachdem Zigtausend Mücken vom Holzlager aus in die Wohnhäuser gedrungen waren. „Wir können kein Fenster mehr öffnen und sind ständig auf der Flucht vor den Viechern“, berichteten Anlieger Manfred Köhler und seine Nachbarn dem Anzeiger. 

Der Ruhrverband ließ daraufhin ein paar Mücken einsammeln und untersuchen. Das Ergebnis: Es handelt sich zwar um keine Stechmücken, wohl aber um sogenannte Zuck- und Fenstermücken. Seither sucht der Ruhrverband als Eigentümer des Grundstücks nach einer Lösung. Markus Rüdel, der Sprecher des Ruhrverbands: „Die Firma, die das Holzlager betreibt, hat den Anwohnern angeboten, Insektengitter für die Fenster zu bezahlen.“ 

Anlieger Köhler bestätigt das, weiß aber noch nicht so recht, wie er damit umgehen soll: „Was bringt mir das, wenn ich keine Tür öffnen kann; mit solchen Gittern wäre das Problem nicht gelöst.“ Zwar herrscht nach Ende der Sommerhitze weitgehend Ruhe an der Mückenfront, doch die Nachbarn sind sicher: „Die Insekten kommen im nächsten Jahr wieder.“

Noch bis 2021 sollen die riesigen Holzbestände, die wegen des Borkenkäfers aus dem Wald geholt worden sind und nun vorsorglich Tag und Nacht bewässert werden, in ihrer Nähe bleiben. Weil die Fliegengitter nicht die perfekte Lösung darstellen, kündigt der Ruhrverband an, nun den Einsatz von chemischen Stoffen zu prüfen, um den Plagegeistern beizukommen. 

Den Tipp, es mit dem Mittel „Bacillus thuringiensis“ zu versuchen, habe man aus der Forstwirtschaft erhalten, sagt Sprecher Rüdel. Man wisse, wie sensibel ein solcher Einsatz ist. Denn das Wasser, mit dem die Stämme nass gehalten werden, stammt aus der Möhne und fließt nach dem Bewässern des Holzes wieder zurück in den Fluss. Und der transportiert nicht irgendwelches Wasser, sondern das Trinkwasser für Millionen Menschen. 

Nur wenn absolut gewährleistet sei, dass vom „Bacillus thuringiensis“ keine Gesundheitsgefahr ausgehe, komme ein solcher Einsatz in Betracht, sagt der Sprecher.

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