1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Möhnesee

MS Möhnesee sticht nach Corona-Zwangspause in See - mit enormen Einschränkungen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Schröder

Kommentare

Ulrich Grüterich sieht dem Saisonstart für die MS Möhnesee mit gemischten Gefühlen entgegen.
Ulrich Grüterich sieht dem Saisonstart für die MS Möhnesee mit gemischten Gefühlen entgegen. © Daniel Schröder

Für die MS Möhnesee ist die „Corona-Ausgangssperre“ ab Samstag beendet - der Katamaran soll wieder in See stechen. Wegen des Coronavirus müssen jedoch allerlei Sicherheits-Maßnahmen beachtet werden - deswegen ist die Vorfreude bei Schiffseigner Ulrich Grüterich verhalten.

Möhnesee - „Am Samstag werden wir mit Einschränkungen in die Saison starten“, erklärte Ulrich Grüterich. Am Mittwoch hatte er sich mit seinem Team auf dem Schiff zusammengesetzt - ein Konzept wurde erarbeitet, mit dem der Betrieb - noch ist die Rede von einem Testlauf - wieder aufgenommen werden soll. 

Während die Passagiere sich auf dem Schiff bewegen, müssen sie sich an Pfeil-Markierungen auf dem Boden halten - dadurch sollen Begegnungen mit anderen Gästen „weitestgehend“ vermieden werden. Das Abstands-Gebot ist selbstverständlich. Bis Passagiere an ihren Tischen sitzen, müssen sie einen Mund-Nasenschutz tragen. Was alle wohl am deutlichsten zu spüren bekommen werden: Legt der Katamaran ab, dürfte er ziemlich leer wirken.

MS Möhnesee startet in die Saison: Nur 200 Gäste an Bord

Können in normalen Zeiten bis zu 600 Passagiere an Bord, sind es nun erst einmal nur 200. „Das Gruppengeschäft, das eigentlich unser Standbein ist, ist tot. Das wird es bis mindestens August wohl nicht geben“, erklärt Ulrich Grüterich. Hinzu kommt, dass die Küche kalt bleiben wird und Speisen und Getränke nur zur Selbstbedienung zur Verfügung stehen. 

+++ Coronavirus in NRW: Hier geht es zum News-Blog aus dem Kreis Soest +++

Auf die Frage, wie groß die Vorfreude auf den anstehenden Saisonstart bei ihm sei, sagt Grüterich: „Wenn ich ehrlich bin, ist die Vorfreude unter den herrschenden Voraussetzungen sehr bedingt.“ Er und sein Team wissen nicht, was sie erwartet und ob sich überhaupt alles umsetzen lässt, wie geplant. Zudem stünde hinter der Kostenfrage ein großes Fragezeichen: „Wenn das Schiff am Haken liegt, sind die Kosten klar definiert. Jetzt ist alles unübersichtlich - das ist Harakiri. Es stellt sich die Frage, ob das, was an Besucherzahlen kommen wird, reicht, um den riesigen Kostenapparat zu bedienen und die Mitarbeiter so zu bezahlen, dass wir mit gutem Gewissen durch das Fahrwasser kommen.“ 

MS Möhnesee sticht nach Corona-Pause in See: "Das Konzept steht

Trotz der widrigen Umstände betont er: „Irgendwann muss eben ein Anfang gemacht werden. Das Konzept steht und es ist in meinen Augen nicht das schlechteste, um so normal wie möglich in die Saison zu gehen. Wir werden jetzt einen einwöchigen Testlauf machen und uns danach zusammen an den Tisch setzen und gucken, wie es weitergehen kann.“ 

Damit für Samstag alles vorbereitet ist, wurden unter anderem schon Tische und Stühle auf dem Schiff gerückt. Derzeit ist Ulrich Grüterich vorwiegend mit Büroarbeit beschäftigt: „Es erreichen uns sehr viele Mails mit Fragen“, berichtet er und verweist auf die Internet-Seite der Möhneseeschifffahrt. „Dort ist alles erklärt.“

MS Möhnesee nach Corona-Pause: Viele Veranstaltungen betroffen

Unter anderem heißt es auf der Seite: „Nach dem derzeitigen Stand gehen wir davon aus, dass sehr viele Veranstaltungen an Bord nicht in gewohnter Form durchgeführt werden können. Daher werden wir in kürze Ergänzungstermine zu bereits ausgefallenen Veranstaltungen einfügen.“ Obwohl das Wetter am Wochenende freundlich werden soll: Es dürfte ein Start mit eingeschränkter Sicht werden.

Auch interessant

Kommentare