Möhneseer Heimatverein will anderen Bürgerwald: So soll er aussehen

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Am Südufer soll der neue Bürgerwald entstehen. Wie genau der aussehen soll, dazu gibt es jetzt unterschiedliche Vorstellungen.

Möhnesee – In den Himmel sind die Bäume des neuen Bürgerwaldes noch nicht gewachsen, aber erste zarte Pflänzchen sind bereits zu sehen – im übertragenen Sinne. Das Interesse potenzieller Paten ist nämlich beachtlich. Da kam der Wunsch des Heimatvereins, das gesamte Konzept noch einmal zu überdenken, für die Politik wohl durchaus überraschend. Entsprechend zurückhaltend war die Reaktion jetzt im Hauptausschuss. 

Mitte Mai hatte der Rat das Konzept für einen Bürgerwald auf einer Fläche am Südufer beschlossen, die in Folge des Borkenkäferbefalls komplett frei ist. Dort sollen Bürger die Möglichkeit erhalten, für knapp 100 Euro einen oder mehrere Bäume zu erwerben und pflanzen zu lassen. So soll innerhalb kurzer Zeit ein „ganz normaler Mischwald“ mit insgesamt 200 Walnussbäumen, Traubeneichen und Robinien entstehen, jeweils etwa sieben Meter voneinander entfernt. 

Obwohl das Projekt bislang nur durch Presseberichte bekannt geworden ist und die eigentliche Werbung gerade erst anläuft, sind bereits rund 70 Bäume verkauft worden. Im November sollen die ersten Bäume dann gepflanzt werden. 

„Da geht mehr“, beschrieb dagegen Franz Kuschel, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, die Reaktion von Hans Wieschmann, Forstdirektor im Ruhestand und aktives Mitglied des Vereins, als er von dem Beschluss des Rates erfuhr. Innerhalb weniger Tage habe der ausgewiesene Waldfachmann, so erklärte Kuschel im Hauptausschuss, ein Konzept für einen Bürgerwald entwickelt, der „einzigartig“ in der Region wäre und ein „echtes Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde Möhnesee. 

Wie genau das aussehen könnte, skizzierte Kuschel im Ausschuss. Danach soll die Fläche ausdrücklich kein Ersatz für abgestorbenen Wald werden, sondern eine „Attraktion“, die in „Sektoren“ mit Mischungen von Baumarten aufgeteilt werden und die über begehbare Pfade zu erreichen sind. Mit anderen Gestaltungsmerkmalen und an dem verkehrlich attraktiven Standort könne so ein regelrechter „Erlebniswald“ entstehen, der unter anderem für Schulklassen, aber auch für erwachsene Besucher der Gemeinde ein lohnendes Ziel sein könne. 

Eigene Vorstellungen hat der Heimatverein auch bei der Vermarktung: Neben dem Verkauf einzelner Bäume seien auch Patenschaften für größere Flächen oder Gruppen von Bäumen denkbar, sowohl für Einzelpersonen als auch für Unternehmen. Hans Wieschmann habe sich bereit erklärt, die nötigen planerischen Arbeiten zu übernehmen.

Bedenken gegen dieses Konzept, unter anderem geäußert vom Beigeordneten Günter Wagner, galten vor allem dem späten Zeitpunkt der Präsentation dieses Konzeptes – Monate nach dem Ratsbeschluss und nachdem bereits eine große Zahl von Bäumen verkauft worden und weitere Vorarbeiten geleistet worden seien. 

Weil das Konzept inhaltlich aber überzeugend sei, beschloss der Ausschuss einstimmig, eine Entscheidung darüber nach Beratung in den Fraktionen im Rat im August zu treffen. Dann ist auch ein Kompromiss denkbar: Es bleibt beim bereits beschlossenen Konzept, das des Heimatvereins wird später ergänzend auf einer weiteren, möglicherweise benachbarten Fläche umgesetzt.

Baumarten 

Das Konzept des Möhneseer Heimatvereins sieht deutlich mehr Baumarten vor für den geplanten Bürgerwald am Südufer vor als das bereits verabschiedete. An Laubbäumen sind das Bergahorn/Spitzahorn, Traubeneiche, Roteiche, Rotbuche, Roterie, Baumhasel, Esskastanie, Birke, Robinie und Eberesche. An Nadelbäumen erwähnt das Konzept Douglasien, Schwarzkiefern, Weißtannen, Europäische und Japanische Lärchen und Mammutbäume.

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