Wölflinge, Rover und Jungpfadfinder

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Die Pfadfinder vom Stamm Sankt Pankratius freuen sich auf neue Leiter.

Möhnesee – Max, Sina, Sarah, Lotti und Lilly sind schon länger „Juffis“, Felix ist von den „Wölflingen“ aufgestiegen und ist jetzt auch ein „Jung-Pfadfinder“.

Das sind Jungen und Mädchen, die in die fünfte bis siebte Klasse gehen und Spaß daran haben, in der Freizeit zusammen mehr zu unternehmen, als nur zu „chillen“ oder an der Konsole rumzuhängen. „Sechzehn sind wir insgesamt und wir treffen uns immer jeden Freitag von sechs bis um halb acht abends hier im Ludwig-Kleffmann-Haus“, erzählen die Juffis. 

"Wir finden es toll hier!"

„Wir finden’s toll hier, und wir freuen uns, wenn noch viel mehr Jungen und Mädchen Pfadfinder werden. Möhnesee-Pfadfinder sind bei der DPSG Die Pfadfinder in Möhnesee gehören alle zum Stamm „Sankt Pankratius“ innerhalb der DPSG, der „Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg“. Mitmachen können Jungen und Mädchen ab sieben Jahren, in der obersten Gruppe, bei den „Rovern“ sind alle zwischen 16 und 21 Jahren alt. 

Jede Gruppe hat ihre Leiter

Jede Gruppe hat einen oder zwei Leiter, die schon länger dabei sind und gelernt haben, wie man Gruppen führt und Gruppenstunden interessant gestaltet. Bei den „Juffis“ sind das Jonas Koppenbrink und die Geschwister Laura und Anna Cordes. Alle drei sind schon über zwanzig, lange dabei und studieren schon. „Natürlich haben wir einen vollen Terminkalender“, sagen alle drei, „aber für die Pfadis, da nehmen wir uns Zeit, weil es eben Spaß macht und die Arbeit wichtig ist. Gruppenleiter dringend gesucht „Wir brauchen Hilfe“, erzählen Lotti, Lilly und Felix: „Wir haben nicht mehr genug Leiter für alle Gruppen. Für zehn Pfadis brauchen wir einen Leiter oder eine Leiterin, und so langsam wird’s knapp…“. 

Die Wölflinge wird es erwischen

Wie knapp, das hatte vor den Sommerferien schon Corinna Kickelbick aus dem Leitungsteam berichtet: „Als erstes wird es die Wölflinge erwischen, die Einsteigergruppe. Da haben wir viel Zulauf, und da fallen als erstes Stunden aus, wenn wir nicht mehr Leitungspersonal finden. Das wäre schade, oder?“ Wie man helfen und selber Leiter werden kann? Jonas, Laura und Anna erklären das: „Entweder kommst Du aus einer der Gruppen, und bist nach und nach aufgestiegen – oder Du kommst als Quereinsteiger dazu, dafür gibt es Kurse.“ 

"Einfach mal mitmachen"

Alle empfehlen: „Einfach hier im Ludwig Kleffmann-Haus nachfragen oder im Netz nachschauen, da stehen Kontaktadressen.“ Was geht heute ab bei den Juffis? Sarah: „Wir haben Planungen gemacht, die Gruppenstunden fangen ja gerade erst wieder an. Ein Projekt wollen wir aufziehen…“ „Sowas machen wir öfter“, erzählt Lilly dazu: „Wir haben uns gerade mit Plastik beschäftigt, und wie man ohne das auskommt.“ Schon gehen die Hände hoch, jeder weiß was: „Wir sind losgezogen, um zu schauen, wo man mit einem Glas einkaufen kann“, erzählt Max: „Da kann man die Sachen dann ohne Verpackung reintun und man tut was für die Umwelt. Das geht aber noch nicht überall.“ 

Einfach mal unverpackt einkaufen 

An der Fleischtheke bei Rewe, da funktioniere das schon einmal, unverpackt einzukaufen, denn da könne man sich die Sachen auf die Gabel pieksen und in den mitgebrachten Behälter legen lassen, haben die Pfadis gelernt. „Und Experimente haben wir gemacht“, erzählen die Juffis: „Wir wollten Mikroplastik sehen und das aus Shampoo ausfiltern. Mit Strumpfhosen, mit Kaffeefiltern haben wir probiert – es blieb aber nichts hängen. Das ist alles so klitzeklein, dass man nichts sieht – und das landet dann im Wasser und schließlich im Meer bei den Fischen…“ Filme über den Dreck im Meer haben sie auch gesehen: „Wir waren erschrocken, wie vermüllt die Meere sind mit diesem ganzen Plastik“, erzählen alle. Hat das Umwelt-Projekt was gebracht? „Ja“, sagt Lotti: „Wir kaufen jetzt schon mit großen Gläsern ein, also da, wo das geht…“. Lilliy erzählt: „Wir kaufen nur noch Glasflaschen. Und so einen Aufsprudler haben wir jetzt fürs Mineralwasser.“ Ja, und die Kartuschen? Sind die öko? „Kann man doch auffüllen“, kommt’s aus der Runde. Echt jetzt? „Jo, glaub‘ schon…“. Ob denn alle demonstrieren waren in Soest? „Ich!“, sagt Lotti – Lilly und Max durften nicht, weil ihre Schule in Soest das nicht erlaubt hat. 

Die aktuelle Leitung

Eva Tillmann und Dietmar Trompeter sind Stammes-Vorsitzende. Kurat (geistlicher Begleiter) ist Ludger Eilebrecht. Nadine Kotthoff und Gertrud Reineke sind die Elternvertreter. Das haben die Pfadis so auf ihrer Stammesversammlung Anfang September beschlossen.

Der Pfadfindergruß: Den kleinen Finger einknicken und den Daumen darüberlegen. Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger erhoben aneinanderlegen – so grüßen sich die Pfadfinder. Die Bedeutung: „Der Große schützt den Kleinen.“

Worum es sonst noch geht...

Worum geht es eigentlich sonst noch bei den Pfadfindern? „Man soll sich offen gegenübertreten, zusammenhalten, sich selbst kennenlernen“, zählen die Juffis auf. „Neugierig sein und aufeinander aufpassen, Mut machen und helfen, miteinander reden – wir haben da ein eigenes Pfadfindergesetz, an das wir uns alle halten…“ Erkennen kann man Pfadis an der Kluft: Das ist ein khakifarbenes Baumwollhemd mit vielen bunten Aufnähern: Die Lilie ist das Abzeichen der Pfadfinder, die vielen Aufnäher gibt es für besondere Leistungen oder als Erinnerung an gemeinsame Aktionen. Zum Hemd gehört ein Halstuch, und an der Farbe lässt sich die Gruppenzugehörigkeit erkennen – die Juffis knoten sich blaue Halstücher unter den Kragen.

Die Pfadis im Netz: dpsg-moehnesee.jimdo.com

Der Ursprung

Ein Pfadfinder ist ein Angehöriger einer internationalen, religiös und politisch unabhängigen Erziehungsbewegung für Kinder und Jugendliche, die Menschen aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen offensteht. Ziel der Pfadfinderbewegung ist die Förderung der Entwicklung junger Menschen, damit diese in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können. Das erste Pfadfinderlager wurde 1907 von Robert Baden-Powell, einem britischen General, auf der englischen Insel Brownsea Island durchgeführt. Baden-Powell entwickelte aus den Erfahrungen dieses Lagers in seinem 1908 erschienenen Buch Scouting for Boys eine eigenständige Methodik, die als Pfadfindermethode bezeichnet wird. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts breitete sich die Pfadfinderbewegung auf der ganzen Welt aus. Zur Pfadfinderbewegung gehörten 2011 weltweit mehr als 41 Millionen Kinder und Jugendliche aus 216 Ländern und Territorien in zahlreichen nationalen und internationalen Jugendverbänden.

Viel mehr als ein Abenteuer...

„Pfadfinden bei der DPSG bietet Kindern und Jugendlichen mehr als ein Abenteuer“, so schreiben die Aktiven im Netz: Man kann mit Freunden und Freundinnen Spaß haben, in der Natur unterwegs sein, Neues entdecken und ausprobieren, gemeinsam in der Gruppe das eigene Umfeld gestalten.

Die DPSG gibt es seit 1929 und ist nach eigenen Angaben mit rund 95 000 Mitgliedern der größte katholische Pfadfinderverband und gleichzeitig einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland.

Das Pfadfindergesetz: Als Pfadfinderin und Pfadfinder begegnet man allen Menschen mit Respekt. Alle Pfadis sind Geschwister. Alle gehen zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt. Alle sind höflich und helfen da, wo es notwendig ist. Halbe Sachen macht niemand, und vor Schwierigkeiten knickt niemand ein. Alle haben eine eigene Meinung und stehen dafür auch ein. Alle sagen, was sie denken und sie tun, was sie sagen. Als Pfadfinder leben alle einfach und umweltbewusst. Alle stehen zu ihrer Herkunft und zu ihrem Glauben.

Der Pfadfinder-Verband im Netz: dpsg.de

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