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Maria Moritz verspricht: Bei Windpark-Plänen haben die Bürger ein Wörtchen mitzureden

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Von: Thomas Brüggestraße

Seit fast 20 Jahren drehen sich die Windräder rund um Merklingsen. Jetzt wird die Zukunft diskutiert.
Die Pläne von Investoren für einen Windpark im Arnsberger Wald sorgen für Aufruhr. Über die Köpfe der Bürger hinweg soll nichts entschieden werden, verspricht Bürgermeisterin Maria Moritz. © Dirk Wilms

Die Windpark-Pläne, nicht zuletzt für Brüningsen, beschäftigen neben der Politik, der Verwaltung sowie den potenziellen Investoren auch die Bewohner in Theiningsen. Das wurde in der Bürgerversammlung am Samstagnachmittag durchaus deutlich.

Theiningsen – „Wir müssen ran ans Thema. Wir setzen uns mit Rat und Verwaltung zusammen, beraten über Technik, über rechtliche Bestimmungen, über mögliche Standorte, es ist ein sehr komplexes Thema“, so umriss Bürgermeisterin Maria Moritz die Arbeit für die nächste Zeit.

Mit dem Städte- und Gemeindebund sei man im ständigen Austausch über das, was die große Politik an Wünschen und Forderungen nach unten durchreiche, über steigenden Druck, über das, was Gerichte derzeit entscheiden, welche Akzente die Rechtsprechung setze.

Ihre eigene Haltung sei wie berichtet klar: Verträglich müsse es sein für alle, wenn es um Windräder gehe. Konzentrationsflächen seien besser als zig Windräder überall in der Gemeinde. Das zu untersuchen, sei ein Planungsbüro beauftragt. Bürgerbeteiligung sei bei jedem Schritt wichtig – und das zielte sowohl auf die Beteiligung beim gesamten Genehmigungsprozess als auch auf die Beteiligung über Rabatte oder Ausschüttungen.

Klar sei auch: Alle redeten über saubere Energie, alle wüssten, dass E-Mobilität noch mehr Strombedarf bedeutet – aber vor der eigenen Türe wolle kaum jemand freiwillig ein Windrad haben.

Wobei: Es gebe auch noch die Photovoltaik, den sauberen Strom aus der Sonne, das gehe immer unter und alle sprächen immer nur über Windkraft, sagte Ortsvorsteher Hubert Betten.

Und ein Landwirt fragte nach der Versammlung in kleiner Runde: „Was soll ich mit E-Motor? Für Trecker und Schlepper taugt das mit den Batterien nicht – was ist eigentlich mit Wasserstoff, warum hört man da nichts mehr von?“.

Wobei ferner deutlich wurde: Auch in Theingsen nervt der Verkehrsdruck und der Lärm an allen schönen Tagen. Der Ort sei eine der beliebten direkten Zufahrten zum Möhnesee und weiter ins Sauerland. Möglichst schnelle und wirksame Lösungen werden daher erwartet von Politik und Verwaltung.

Besonderen Gesprächsbedarf haben die Theiningser auch mit Blick auf die vielen Radler, auf die Spazierfahrer und auf die vielen sportlichen Zweirad-Flitzer, die man nicht ankommen höre und erst wahrnehme, wenn man als Fußgänger, Autofahrer oder Landwirt mit dem Trecker nicht mehr bremsen oder ausweichen könne. Auf dem St. Agatha-Weg und auch auf dem Wierlauker Weg seien diese Probleme ständig groß.

Und besonders hinderlich und riskant sei es, wenn so ein Pulk an Radfahren zu mehreren nebeneinander die Straße für sich in Beschlag genommen habe und an Platz machen nicht mal im Ansatz denke. Radler seien zwar die Schwächeren in der Begegnung mit dem Auto und erst recht mit landwirtschaftlichen Maschinen, sie würden aber dennoch immer wieder als unangemessen unvernünftig oder schlicht rücksichtslos empfunden. Beides sei trotz Fahrradhelm lebensgefährlich.

Bürgermeisterin Maria Moritz und Ortsvorsteher Hubert Betten notierten sich das. Mit am Tisch war auch Bauhof-Leiter Jörg Ferige – er hörte sich an, was die Theiningser an Wünschen hatten, wenn es ums Mähen, um Grünschnitt und Gehölzpflege auf öffentlichen Flächen ging. Wo der Bauhof zuständig sei, wo nicht, auch das schauten sich Ferige und die Theiningser auf mitgebrachten Planskizzen an: „Es ist immer gut, wenn man miteinander im Gespräch bleibt“, so ermunterte der Bauhof-Leiter.

Was Rasen, Krach und Sicherheit anging, da griff die Bürgermeisterin die Themen auf: 2025 sei Verkehr ein großes Thema der Regionale im Verbund mit den weiteren Sauerland-See-Gemeinden, ein Planungsbüro sei bereits beauftragt und es werde schon bald wieder Gesprächsrunden für eine Bürgerbeteiligung geben. Genau dort sollten diese Themen auch angesprochen werden.

Sie selber sei – wie berichtet – mit einem eigenen Projekt unterwegs: Möhnesee als Modellkommune ausweisen zu lassen, um auch auf Landes- und Kreis-Straßen probeweise eingreifen zu können, Ideen aus der Gemeinde auszutesten und bei Eignung zu einer Dauer-Lösung zu machen.

Viele dicke Bretter seien hier und da zu bohren, Zeit und Geduld sei nötig, Anregungen seien immer willkommen – und sie führe schon eine ganze Weile viele gute Gespräche, so die Verwaltungschefin in Theiningsen.

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