Passende Orte für Funktürme gesucht - mit offenem Ausgang

Griff nach dem LTE-Strohhalm: Möhnesee wird "Mitarbeiter" der Telekom

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Miserabler Empfang: An der Sperrmauer ist so ein LTE-Funkloch.

Möhnesee – Die Erfolgsaussichten dürften begrenzt sein. Doch Möhnesee will nach dem Strohhalm greifen. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, gleichsam für die Telekom nach geeigneten Standorten für neue Funkmasten zu suchen, um die Lücken bei der LTE-Versorgung zu stopfen.

Als „bemerkenswert“ hatte Bürgermeister Hans Dicke schon im Vorfeld der Sitzung die Vorgehensweise des Telefonkonzerns bezeichnet. Er hatte die unterversorgten Städte und Gemeinden in Deutschland angeschrieben und sie zur Mitarbeit ermuntert. 

Statt einfach nur für ein lückenloses Netz zu sorgen, ruft der Mobilfunkriese derzeit überall dazu auf, die Kommunen sollten Partner werden und sich an der Arbeit beteiligen – indem sie baureife Standorte auf dem Silbertablett liefern. 

Nach der Sitzung und dem einstimmigen Votum mangels Alternative sagt der Rathaus-Chef: „Wir werden nun Telekom-Mitarbeiter erster Klasse; wir besorgen auch noch die Funktürme und den Strom.“

Keine Gewähr, dass jemals etwas dabei herausspringt

Das könnte, so fürchtet Dicke, „am Ende rausgeschmissene Zeit“ sein. Die Telekom hat nämlich angekündigt, zunächst nur 50 Gemeinden in ganz Deutschland mit „frischem LTE“ zu versorgen. Bei Tausenden von kleinen und größeren Versorgungslücken nicht gerade ein Volltreffer. 

Fürs Erste muss Möhnesee nun also seine Schularbeiten machen und Standorte aufspüren und mit den Eigentümern Vorverhandlungen führen – ohne Gewähr, dass jemals mehr herausspringt. 

Zudem soll sich die Gemeinde, wie der Bürgermeister berichtet, für ihr Bewerbungsverfahren bei der Telekom erst einmal aufhübschen und Fragen wie diese beantworten: „Was bietet Ihre Gemeinde so Besonderes?“

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