Möhnesee-Turm offiziell eingeweiht

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Gemeinsam mit den Zimmermännern, die den Richtspruch hielten, genossen Bürgermeister Hans Dicke, Landrätin Eva Irrgang und Gerhard Bruschke, der Vorsitzende des Möhneseer Bauausschusses (von links), nach der Eröffnung des Turms die Aussicht.

MÖHNESEE - Die Begeisterung der Verantwortlichen kam nicht erst beim Blick in die Ferne auf, sie war auch prägende Stimmung während der ganz bodenständig begangenen Einweihungszeremonie für den Möhnesee-Turm. „Ich glaube, dass der Turm für die Region, für die Gemeinde und für die Natur ein Gewinn ist“, erklärte Landrätin Eva Irrgang und bekräftigte dies mit der Feststellung: „Also alles richtig gemacht.“

Seit Dezember ist der Aussichtsturm am Rennweg bereits für Besucher frei gegeben, tausende, so Michael Matysiak vom Zweckverband Arnsberger Wald, haben das Bauwerk seither bestiegen: „Das brummt nur so.“ Am Dienstagmorgen erfolgte eine Turmbesteigung der besonderen Art: Die Vertreter aller beteiligten Einrichtungen – darunter die Kreise Soest und Hochsauerland, der Zweckverband, die Gemeinde, der Landesbetrieb Wald und Holz – nutzten die Einweihung auch zu einem gemeinsamen Gang auf die Aussichtsplattform in fast 40 Metern Höhe.

In ihrer vorangegangenen Ansprache bekräftigte Landrätin Eva Irrgang, dass der Möhnesee-Turm zusammen mit zu dem Lörmecke-Turm, dem Klangwald und dem noch ausstehenden Waldschiff bei Rüthen eine herausragende Ergänzung des Projekts „Waldkultur Südwestfalen“ und des Naturparks Arnsberger Wald sei. Mit Blick auf diese Basis zeigte die Landrätin sich überzeugt, dass die im Herbst anstehende Bewerbung um die Naturparkschau „Naturpark – Nordrhein-Westfalen 2018“ durchaus erfolgversprechend sein dürfte. Irrgang ging aber auch auf die Debatte um das Für und Wider des Turms ein; der Entscheidungsprozess sei nicht immer ganz schmerzfrei gewesen.

Einweihung Möhnesee-Turm

Die Bedeutung des Turms betonte auch Fred Josef Hansen, „Chefranger“ beim Landesbetrieb Wald und Holz ausdrücklich bei. 20 Kilometer durch den Wald zu laufen, reiche als Angebot heute nicht aus, man müsse die Natur erlebbar machen. Genau das sei mit dem Aussichtsturm in hervorragender Weise möglich: „Der Turm bietet die Gelegenheit, einen Überblick zu haben, den Blick fürs Ganze zu bekommen.“ So sei es möglich, Waldabschnitte aus unterschiedlichen Baumarten allein an der Laubfarbe deutlich zu machen. In der Nähe zum direkt anschließenden Naturschutzgebiet sah Hansen keinen Konflikt: „Wer sich länger still auf dem Turm aufhält, der sieht jede Menge Tiere.“

Ähnlich bewertete Bürgermeister Hans Dicke diesen Aspekt. Man habe die Bedenken gegen den Turm durchaus ernst genommen. „Wir leben von der Natur, natürlich vergewaltigen wir sie nicht, wir müssen die Natur aber auch zeigen können.“ Alle, die bei der Erprobung verschiedener Standorte per Hubsteiger dabei waren, seien sich daher einige gewesen, dass der Turm kommen müsse. Dass diese Entscheidung richtig sei, zeige sich an dem großen Zuspruch: „Hier wird mit den Füßen abgestimmt“, sagte Dicke.

Einige Daten zum Möhnesee-Turm

Der vom Zweckverband Naturpark Arnsberger Wald als Bauherr errichtete Turm wurde mit Mitteln des europäischen Entwicklungsfonds EFRE als Baustein des Projekts „WaldMeer“ errichtet. Die Kosten für den Turm wurden mit 700 000 Euro inklusive Planungs- und Architektenkosten beziffert, bei einer Förderquote von 80 Prozent. Architektonisch ist das Bauwerk einem Leuchtturm nachempfunden, die Gesamthöhe beträgt 42 Meter, die Aussichtsplattform liegt in 38,80 Metern Höhe. 206 Treppenstufen, davon 31 in der Spindeltreppe, führen hinauf. Das Fundament des Turms besteht aus 133 Tonnen Beton mit elf Tonnen Bewehrungsstahl. Die Stahlkonstruktion wiegt 75 Tonnen, die Kanthölzer aus Douglasie für die Verkleidung kommen auf 16 Tonnen Gewicht. Entworfen wurde der Turm von Architekt Roland Heim vom Büro Hille und Heim aus Werl, ausgeführt wurde der Bau durch die Firmen Osterholt Stahlbau GmbH aus Castrop-Rauxel, die Waindzoch Gmbh und Co. KG aus Werl und die Haveloh GmbH aus Ahaus. - tbg

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