1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Möhnesee

Niedrigwasser am Möhnesee kein Grund zur Sorge: Talsperre noch gut gefüllt

Erstellt:

Von: Astrid Gunnemann

Kommentare

Möhnesee Trocken Ruhrverband Niedrigwasser Trinkwasserversorgung
Wer zur Zeit am Uferbereich spazieren geht, dem wird der unangenehme Geruch an einigen Stellen auffallen: Muschelbänke fallen aufgrund des sinkenden Wasserstandes trocken. © Peter Dahm

Am Ufer des Möhnesees liegen Muscheln auf dem Trockenen. Der Ruhrverband sieht angesichts des Niedrigwassers jedoch keinen Grund zur Sorge: Die Talsperre ist noch relativ gut gefüllt.

Möhnesee – Die Trockenheit und der ausbleibende Regen sorgt dafür, dass zum Beispiel die Pegelstände der großen Flüsse wie etwa des Rheins dramatisch gesunken sind. Extrem niedrig ist auch der Wasserstand des Edersees, des größten Stausees Hessens. Dort ist das Gewässer zurzeit unter einem Fünftel gefüllt. Viele Freizeitaktivitäten sind nicht mehr möglich, die Touristen verlassen den beliebten See. Tagesgäste bleiben fern, was sich auch auf die touristischen Angebote der näheren Umgebung auswirkt.

Niedriger Wasserstand am Edersee

So dramatisch ist die Lage am Möhnesee zum Glück nicht, das bestätigt auch Markus Rüdel, Pressesprecher beim Ruhrverband in Essen. „Die Möhnetalsperre ist für einen 22. August ganz gut gefüllt und liegt für dieses Datum zu 99,2 Prozent im langjährigen durchschnittlichen Mittel“, erklärt Rüdel. Zwar ist deutlich zu erkennen, dass der Wasserstand – Ende Juni war die Talsperre noch bis zu 95 Prozent gefüllt – stetig sinkt, Wassersportaktivitäten oder die Möhne-Schifffahrt sind vom sinkenden Wasserstand aber nicht betroffen. 133,85 Millionen Kubikmeter Wasser kann die Möhnetalsperre fassen, 97,92 Millionen Kubikmeter Wasser führte die Talsperre am Montag, 22. August. Ein Blick auf den Wasserbogen – Zuflüsse, Stauhöhen, Stauinhalte und Abgaben – der vergangenen Woche lohnt sich dennoch. So war die Möhnetalsperre um Montag, 22. August zu 72, 8 Prozent vom Vollstau gefüllt. Eine Woche früher, am 15. August, war die Talsperre noch zu 75,2 Prozent gefüllt.

Möhnetalsperre ganz gut gefüllt

Der Zufluss in die Talsperre ist im gleichen Zeitraum sogar gering gestiegen: Am Montag, 15. August, flossen um 7 Uhr morgens 0,45 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre, nach dem Regen am Donnerstag und Freitag waren es am Samstagmorgen, 20. August, sogar 0,58 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Gleichzeitig wurden am vergangenen Samstag 5,99 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen. Das ist deutlich weniger als noch vor einer Woche: Am Montag, 15. August, ließ der Ruhrverband 7,00 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, über die Woche sank dieser Wert stetig über 6,69 Kubikmeter pro Sekunde bis hin zu 5,99 Kubikmeter am vergangenen Samstag. Markus Rüdel bestätigt, dass die Abgabe zurzeit ein wenig reduziert werde, jeden Morgen schauen Mitarbeiter des Ruhrverbands aufs Neue, wie viel Wasser aus den Talsperren abgegeben werden können. Dass die Möhnetalsperre immer noch gut gefüllt sei, hat nach den Aussagen von Markus Rüdel hauptsächlich mit den niederschlagsreichen Monaten Januar, Februar und April 2022 zu tun. Der April sei um 16 Prozent feuchter gewesen, als das langjährige Mittel besagt. Davon zehren die Füllstände bis heute.

Trinkwasserversorgung gesichert

Die Trinkwasserversorgung durch den Ruhrverband und die Ruhr für 4,6 Millionen Menschen sei für Sommer und Herbst gesichert, so Rüdel. Der Ruhrverband hofft natürlich jetzt, wie vermutlich viele Menschen, auf einen Herbst und Winter mit viel Regen. Doch der Ruhrverband blicke jetzt schon auf das kommende Jahr. Um die Wasserversorgung zu sichern, habe man beim Umweltministerium in Düsseldorf einen Ausnahmeantrag gestellt, um die Mindestwassermengen am Pegel Villigst bei Schwerte und Hattingen herabsetzen zu dürfen. Dies geschehe, um weniger Wasser aus den Talsperren abgeben zu müssen. Einen solchen Antrag habe der Ruhrverband auch in den trockenen Jahren 2018 und 2019 gestellt, der damals genehmigt wurde. Der Antrag liege zurzeit noch beim Umweltministerium. Absicht ist, auch mit Blick auf den kommenden Sommer, den Wasservorrat in den Talsperren länger halten zu können.
Sinkt der Wasserstand der Möhnetalsperre, treten verstärkt Muschelbänke an die Oberfläche. Ohne Wasser fallen die Muscheln trocken und sterben ab, deshalb riecht es in diesen Bereichen rund um den See zurzeit etwas faulig. Das Muschelsterben sei aber nichts Dramatisches und passiere immer wieder einmal, sagt auch der Ruhrverband. Der Wasserspiegel des Möhnesee schwanke, das sei ganz normal und nicht besorgniserregend, versichert auch eine Mitarbeiterin des Liz.

Auch interessant

Kommentare