Förster des Ruhrverbandes setzen Weiden zum Uferschutz

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Diplom-Forstwirtschafts-Ingenbieur Arne Heck mit einem Weidensteckling, der umgeworfen wurde, aber trotzdem ausgeschlagen hat. Er hofft, dass die diesjährige Anpflanzung zu einem kräftigen Weidengebüsch zwischen See und Waldrand heranwächst. Erste Triebe haben sich bereits gebildet.

Möhnesee -  Direkt am Waldrand „ruht“ der See, wenn nicht gerade Wellen vom Wind aufgepeitscht werden – und – wenn nicht die Trockenheit wie in diesen Zeiten einen breiten unbewachsenen Uferstreifen am Hevebecken sichtbar werden lässt.

Diesen teils öd anmutenden Zustand am Südufer möchte Arne Heck vom Aufgabenbereich Forsten und Ökologie beim Ruhrverband gerne verbessern. Zwischen See und Waldrand soll in einigen Bereichen ein Puffer aus Weiden angelegt werden. Dazu wurden in diesem Jahr rund 2000 Weidenstecklinge von heimischen „Ohr-Weiden“ im Uferbereich gesetzt. 

Der Zweck dieser Weidenanpflanzung im Stauraum der Talsperre im Übergang zum Wald ist vor allem die Ufersicherung durch Erosionsschutz. Die Weiden und ihre Wurzeln halten den Boden fest, wenn die Wellen ans Ufer schlagen. Zudem kann die Anpflanzung als Ausgleichsmaßnahme genutzt werden, wenn der Ruhrverband an anderer Stelle etwas Neues bauen will.

Die Weidenstecklinge sollen dabei helfen, das Ufer des Möhnesees zu befestigen.

Dem 38-jährigen Forstwirtschaftsingenieur geht es aber auch um einen Aufwertung des Landschaftsbildes durch eine vielfältige Struktur am Rand des Sees und damit einhergehend eine ökologische Aufwertung, denn die Weiden bieten Lebensraum auch für andere Pflanzen und Tiere. Zum Beispiel bieten sie bei Überflutung am Seeboden Rückzugsräume für junge Fische oder dienen dem Eisvogel als Ansitz bei der Fischjagd. Wegen des bunt gefiederten Jägers achtet Arne Heck auch darauf, dass Steilufer und Abbruchkanten am Seeufer nicht bepflanzt werden, da hier Höhlenbrüter wie der Eisvogel ihre Nisthöhlen bauen.

In diesem Jahr sind die Anpflanzungen sehr erfolgreich verlaufen. Etwa 95 Prozent der 2000 Stecklinge hat auf einer Uferfläche von 6000 Quadratmetern ausgetrieben. Im kommenden Jahr wird sich zeigen, ob die Weiden sich etablieren und ihren Zweck erfüllen können. Im Jahr zuvor waren die Stecklinge wohl wegen der Überflutung zum Zeitpunkt des Austriebs eingegangen. Dabei handelte es sich übrigens um eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Körbecker Seeterrasse. - dümi

Zuständig für 1200 Hektar Wald

An der Möhnetalsperre betreut Förster Arne Heck mit seinen Kollegen eine 600 Hektar große Waldfläche, die rings um den See verteilt ist. Insgesamt gehören 1200 Hektar zu seinem Arbeitsbereich, der weiterhin den Sorpesee, die Ennepetalsperre sowie die Ruhrstauseen Hengsteysee, Harkortsee, Kemnader See und Baldeneys-See umfasst. 

Die Hauptaufgaben der Forstabteilung des Ruhrverbandes unter der Leitung von Johannes Braß sind die forstliche Bewirtschaftung der Waldflächen des Ruhrverbandes. Dabei wird angestrebt, einen artenreichen und standortgerechten stabilen Mischwald zu entwickeln und zu pflegen, denn im Gegensatz zu einem reinen dunklen Fichtenbestand mit 180 Lebensformen unter seinen Wipfeln, weist ein lichtdurchfluteter Mischwald mit seiner dichten Krautschicht rund 2000 Tier- und Pflanzenarten aus. Außerdem geht es der Forstabteilung darum, die Verkehrssicherheit des Baumbestandes des gesamten Ruhrverbandes auch im Bereich von Kläranlagen, Bürogebäuden oder sonstigen Liegenschaften im gesamten Einzugsgebiet von Brilon bis zu Ruhrmündung in den Rhein bei Duisburg zu gewährleisten. 

Dabei kommt auf die 20 Mitarbeiter zurzeit besonders durch das Eschentriebsterben viel Arbeit zu. Aber auch etlichen Eichen und Buchen geht es nicht gut, so dass auch hier Totholz entfernt werden muss, wo es gefährlich zu werden droht. 

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