Gemeindefinanzen

Möhnesee erwirtschaftet zum fünften Mal in Folge Überschuss

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Heute ist es noch schön, aber was wird der morgige Tag der Gemeinde Möhnesee finanziell bringen.

Dass Günter Wagner ein Mensch ist, dem Zahlen Vergnügen bereiten, kommt ihm bei seiner Arbeit als Kämmerer der Gemeinde Möhnesee sicher entgegen. In diesen Tagen ist er aber besonders zufrieden.

Möhnesee -Das dürfte im Kreis seiner Kollegen in den anderen Kommunen des Kreises durchaus ein Alleinstellungsmerkmal sein: Der Haushalt 2019, den der Rat in seiner nächsten Sitzung genehmigen soll, zeigt deutlich mehr Licht als Schatten – keine schlechte Grundlage für die Herausforderungen der nächsten Jahre.

Der Rechnungsprüfungsausschuss hat seine Zustimmung zum Jahresabschluss vor einigen Tagen bereits einstimmig erteilt, der Rat muss sein Votum am 20. August abgeben – in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl. Alles andere als die Genehmigung des Zahlenwerkes wäre allerdings eine Überraschung. Wagners Zufriedenheit mit den Eckdaten des Zahlenwerks freut auch seinen ChefHans Dicke: Für den scheidenden Bürgermeister ist es nicht nur der letzte Jahresabschluss unter seiner Regie, es ist auch der fünfte in Folge mit einem positiven Ergebnis. Dabei hatten die Planungen noch ganz anderes vermuten lassen.

Statt Minus 400.000 Euro plus

 Da war nämlich noch mit einem satten Minus in Höhe von über 1,8 Millionen Euro gerechnet worden, unterm Strich wurde es aber ein Überschuss von knapp 400 000 Euro. Einen beträchtlichen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung hatten die Einnahmen aus der Einkommenssteuer, die rund 430 000 Euro höher als veranschlagt lagen, und auch die Gewerbesteuer spülte rund 214 000 Euro mehr als geplant in die Gemeindekasse. 

Kämmerer Wagner wertet diese Zahlen als Ergebnis eines „guten konjunkturellen Umfeldes mit stabiler Einnahmesituation“, das aber auch einer „klaren Ausrichtung auf Sparsamkeit und Effizienz“ zu verdanken sei. Und nicht zu vergessen: „Seit 2012 haben wir in Möhnesee keine Steuer erhöht, das können nur wenige Kommunen von sich behaupten“. Wahr ist allerdings auch: Dieser Abschluss berücksichtigt natürlich nicht die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie, die in den vergangenen Monaten auch in der Gemeinde deutlich spürbar geworden sind und sicher auch im aktuellen Haushalt für das laufende Jahr zu vorher nicht eingeplanten Belastungen führen werden.

Weiterhin Disziplin gefragt

Daher kommen sowohl Wagner als auch Hans Dicke zu dem Schluss, dass die Gemeinde angesichts der rund 6 Millionen Euro großen Investitionen der vergangenen Jahre mit ihrer geringen Verschuldung „gut aufgestellt“ ist. Und auch die nötige Liquidität sei vorhanden, um laufende Projekte zu vollenden. Allerdings: Weil niemand seriös einschätzen kann, wie teuer die Gemeinde die Pandemie tatsächlich zu stehen kommen wird, sei auch weiterhin Haushaltsdisziplin gefragt.

Wie die Mutter, so die Tochter: Auch die Wirtschafts und Tourismus GmbH (WiTo) erwirtschaftete mit 17 000 Euro einen – wenn auch bescheidenen – Überschuss, vom im Haushalt vorgesehenen Zuschuss in Höhe von 350 000 Euro wurden lediglich 262 000 in Anspruch genommen. Auch im Bereich Tourismus gilt aber: Die Auswirkungen der Pandemie werden viel Geld kosten – derzeit ist immerhin festzustellen, dass die Besucherzahlen langsam wieder steigen. Für ein Minimum an Planungssicherheit hat allerdings der Rat bereits gesorgt: Er hat sich bereit erklärt, mögliche finanzielle Risiken in Folge der Corona-Pandemie „abzufedern“.

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