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Dienstleister soll Bäume pflegen

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Von: Astrid Gunnemann

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Der Erholungswald in Völlinghausen wird demnächst von einem Dienstleister gepflegt.
Der Erholungswald in Völlinghausen wird demnächst von einem Dienstleister gepflegt. © Peter Dahm

Viele Waldflächen in der Gemeinde Möhnesee stellen durch tote Äste und Bäume eine Gefahr für andere dar. Um diese zu beseitigen, muss viel Geld in die Hand genommen werden.

Möhnesee – Es war wohl der letzte Besuch von Anna-Maria Hille, Försterin von Wald und Holz NRW, im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Klimaschutz, denn die Försterin verlässt die Gemeinde Möhnesee. Um so größer ihr Appell, dass die Gemeinde jetzt dringend ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und handeln muss.

Ihr Vorgänger Peter Bootz habe schon um das Jahr 2015 die Waldflächen vermessen, doch die Kontrolle und Pflege auf den rund 48 Hektar großen Waldflächen sei vernachlässigt worden. Hille sprach von einem Gefahrenpotenzial im Wald, jetzt müsse gehandelt werden. Die Lage hätte sich in nur einem Jahr noch einmal dramatisch verändert. Stürme, Trockenheit und die Borkenkäfer-Kalamität seien die Ursachen für viele kaputten Bäume.

Bäume müssen kontrolliert werden

Dabei nahm die Försterin zuerst die Waldflächen rund um den Spielplatz auf der Günner Hude sowie den Erholungswald in Völlinghausen ins Auge. Der Spielplatz selbst werde zwar regelmäßig kontrolliert, doch die Bäume im nahegelegenen Wald sowie die des Trimm-Dich-Pfads müssten ebenso kontrolliert werden. Laut Forstwirtschaftsplan für 2022 muss die Gemeinde rund 350.000 Euro für Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht bezahlen.

Die Försterin berichtete über den Erholungswald in Völlinghausen. Es bestehe die gesetzliche Pflicht zur Wiederaufforstung dieses rund 1,4 Hektar großen Waldes. Aber um die jungen Bäume vor Wildfraß zu schützen, müsse jeder einzelne Baum einen Schutzzaun erhalten – das treibe natürlich auch die Kosten in die Höhe. 285 Bäume müssten im Völlinghauser Erholungswald neu gepflanzt werden. Hille sprach von einer Hude-artigen Waldfläche.

Zwei Schritte nötig

Anna-Maria Hille schlug zwei Schritte vor: Im ersten Schritt müsse geklärt werden, welche Flächen hat die Gemeinde und wo bestehen die einzelnen Gefahren? Im zweiten Schritt müssten dann die Gefahren, wie tote Äste oder Bäume, beseitigt werden. Ihrer Schätzung nach benötige man für die Baumkontrolle rund 30 Stunden pro Hektar bei etwa 150 Euro pro Stunde. Zunächst müssten alle Flächen abgelaufen werden, um eine bessere Datenbasis zu erhalten.

Diese Zahlen mussten die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses erst einmal auf sich wirken lassen. Christian Wolf (BG) erklärte „da müssen wir ran“ und stellte in den Raum, ob man die Arbeiten extern vergeben könne oder ob der Bauhof damit beauftragt werde. Könne man die Arbeiten eventuell auch auf mehrere Jahre stückeln? Da spreche nichts dagegen, so Hille, es müsse nicht alles sofort erledigt werden. Uwe Beißner (Grüne) erklärte, zuerst müsse die Bestandsaufnahme, danach der Aktionsplan gemacht werden. Würden die Arbeiten von eigenen Kräften des Bauhofs erledigt werden, dürfe man nicht außer Acht lassen, dass auch neue, große Maschinen angeschafft werden müssten.

Dienstleister soll Pflege übernehmen

Jörg Ferige, Leiter des Bauhofs, erklärte im Ausschuss, allein für die Erstkontrolle müsse ein ganzes Jahr lang ein Bauhof-Mitarbeiter abgestellt werden, das sei auch mit Blick auf die Personalkosten nicht möglich. Er riet, eine Fachfirma einzuschalten. Dies unterstützten Hans-Jürgen Weigt (CDU), der die Kapazitäten des Bauhofes nicht weiter belasten möchte, sowie Harald Beckers (SPD) der meinte, das könne der Bauhof nicht allein schaffen.

Der Ausschuss entschied sich einstimmig dafür, einen externen Dienstleister für die Kontrolle und die Durchführung der Pflegearbeiten zu beauftragen, sowie aus Kostengründen die Arbeiten auf drei Jahre zu verteilen. Aus Gründen der Dringlichkeit sollen die Flächen rund um die Spielplätze zuerst kontrolliert werden.

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