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Autofreie Sonntage am Möhnesee: Das sind die Reaktionen

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Von: Astrid Gunnemann

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An den Zufahrten für die Anwohner hapert es für die Bürgermeisterin bei der Umsetzung eines autofreien Sonntags am Möhnesee.
An den Zufahrten für die Anwohner hapert es für die Bürgermeisterin bei der Umsetzung eines autofreien Sonntags am Möhnesee. © Dahm

Der Heimatverein Möhnesee wünscht sich, dass zwei Sonntage im Jahr am See autofrei werden. Für Cornelia Lahme, Vorsitzende des Heimatvereins, ist die Idee nicht neu.

Möhnesee – Schon länger denken sie und der Verein darüber nach. „Die Mobilität verändert sich, viele Großstädte wie etwa Paris, die jetzt das Seine-Ufer für Autos gesperrt hat, machen uns das vor“, sagt Lahme. Ein autofreies Seeufer wäre für die Erholungsgemeinde Möhnesee, Fußgänger und Radfahrer entspannt. Lahme meint: „Man kann mal darüber reden, es mal ausprobieren und nicht gleich abblocken. Es ist einen Versuch wert.“

Zu dem Thema autofreie Sonntage habe man sich auch in der Verwaltung schon Gedanken gemacht, erklärt Bürgermeisterin Maria Moritz. „Das umzusetzen, ist sehr, sehr schwierig“, sagt sie. Man hätte es gerne gemacht, aber organisatorisch sei es kaum umsetzbar, denn es hapere an den Zufahrten für die Anwohner. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht und finden die Idee prinzipiell gut“, so Moritz. Man habe verschiedene Modell überlegt und geprüft, sei aber leider an Grenzen gestoßen, denn für die Anwohner auch des Südufers gebe es keine Lösung. Ganz aufgeben will die Bürgermeisterin die Idee aber nicht.

Autofreie Sonntage am Möhnesee: Das sagt die Wirtschaftsförderung

„Grundsätzlich stehen wir von der WiTo GmbH einem solchen Event sehr positiv gegenüber. Wir haben bereits vor einiger Zeit selbst über ein derartiges Konzept nachgedacht. Das Ganze ist natürlich nicht mal eben umsetzbar mit Straßensperrungen, Umleitungen, Absprachen mit dem ÖPNV. Zudem sollte es auch ein passendes Rahmenprogramm geben. Sicher ist es einfacher, erst einmal klein zu beginnen und Teilstücke, welche bestenfalls im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegen, zu berücksichtigen.“, erklärt Touristikchefin Vera van Sloten.

Nicht abgeneigt und gesprächsbereit zeigt sich Dehoga-Vorsitzender Meinolf Griese: „Ein richtig aufgemachter, werbewirksamer autofreier Sonntag ist mit Sicherheit keine schlechte Idee. Zumal das Thema Klimaschutz bereits seit geraumer Zeit in aller Munde ist.“ Dies müsste dann verbunden sein mit der Erreichbarkeit auch nicht zentral gelegener Betriebe. Hierbei könnte sich der Möhnesee einmal von einer ganz anderen Seite zeigen.

Autofreie Sonntage am Möhnesee: Das sagt die Politik

„Die Idee eines autofreien Sonntags gibt es schon länger“, sagt Birgit Honsel, CDU. Der autofreie Sonntag könnte allerdings nur ein Mosaikstein in einem großen Verkehrskonzept der Gemeinde sein. „Warum nicht mal autofrei? Straßen werden ja auch für bestimmte Events am See gesperrt“, meint Honsel.

Gerhard Bruschke (SPD) nennt die Idee „nicht gut“. „Wir sind eine Tourismusgemeinde und müssen auch an die Gastronomen denken, die die Chance haben müssen, Geld zu verdienen.“ Zu einer Tourismusgemeinde gehöre Verkehr leider auch dazu. Außerdem sei es gar nicht möglich, Straßen einfach so zu sperren.

Ähnlich sieht es Tim Behrendt (FDP). Der Tourismus sei ein Schwerpunkt der Gemeinde, über den vieles finanziert werde. So lange die Gäste nicht durch andere Verkehrskonzepte an den See kämen, sei ein autofreier Sonntag kontraproduktiv.

Die Idee sei nicht schlecht, sagt Uwe Beißner, doch das grüne Konzept will mehr und sehe ein Gesamt-Verkehrskonzept vor, unter anderem mit großen P+R-Parkplätzen abseits vom See, etwa in Höhe Tollpost. Von dort könnten die Gäste über Tafeln informiert und mit spannenden Angeboten wie E-Bikes, Bussen oder gar Kutschen abgeholt werden. „Das alles natürlich mit der richtigen Taktung“, sagt Uwe Beißner.

Eine „erfrischende“ und „interessante“ Idee nennt Christian Wolf (BG) die Idee, die allerdings aussichtslos sei, da die Lokalpolitik dies nicht allein lösen und entscheiden könne, da seien andere Straßenbaulastträger am Zug. Nur für die gemeindeeigenen Straßen könne die Gemeinde auch die Entscheidung treffen, sie für einen autofreien Sonntag zu sperren.

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