Start in die Saison

Möhnesee ist Ausflugsziel von Motorradfahrern

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Der Möhnesee ist an Wochenenden Treffpunkt für Hunderte von Motorradfahrern. Die Vielzahl und der Lärm nervt viele Anwohner. J Foto: Dahm

Möhnesee - Wunderschön in die Landschaft eingebettet glitzert er in der Sonne, der idyllische Möhnesee. Besonders im Sommer ist der See ein Besuchermagnet für Ausflügler aus dem Kreis Soest und dem Ruhrgebiet. Wanderer, Radfahrer, Wassersportler, Erholungssuchende – und vor allem Motorradfahrer tummeln sich rund ums Wasser.

Der Möhnesee gilt als der Treffpunkt für Biker aus der Region, mehrere Gastronomen haben speziell dieses Klientel im Blick. Die Kradfahrer kommen aus dem Kreis Soest, Hamm oder dem Münsterland und fahren zunächst durch Soest über die Arnsberger Straße durch die Gemeinde Wippringsen an den See. Oder sie kommen direkt von der Autobahn.

An warmen Tagen beherrschen die Biker die Szene am See. Und weil sich nicht alle an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten, fühlen sich viele Anwohner und See-Besucher durch die knatternde Lautstärke genervt, andere sind durch waghalsige Manöver verängstigt.

„Wir werden auch in diesem Jahr wieder Schwerpunktkontrollen am Möhnesee und dem Weg dorthin durchführen“, erklärt Polizeisprecher Frank Meiske.

Viele Beschwerden über laute Motorräder

Viele Kradfahrer seien dort zu schnell unterwegs. Die Polizei kontrolliert auch die Maschinen, ob technisch etwas verändert wurde, zum Beispiel um das Motorrad schneller oder lauter zu machen. Daher wird auch die Lautstärke gemessen. Beschwerden über die Lautstärke der Motorräder gehen bei der Polizei in den Sommermonaten häufiger ein. „Das Problem ist, es sind Hunderte von Motorradfahrern unterwegs. Wenn wir dort sind, sind die Unruhestifter längst weg“, so Meiske. 

Im vergangenen Jahr verunglückten im Kreis Soest 81 Motorradfahrer. Ein Mensch starb, 30 wurden schwer und 50 leicht verletzt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet Hans Dicke, Bürgermeister der Gemeinde Möhnesee, die starke Anziehungskraft des Sees auf Biker. „Für die Gastronomie unserer Gemeinde sind die Motorradfahrer ein wesentlicher Faktor. Das ist unstrittig. Motorradfahrer zählen nicht zu den Ärmsten und kehren gerne ein“, so Dicke. Die meisten der zahlreichen Zweiradfreunde führen vernünftig und hielten sich an die vorgegebene Geschwindigkeit, meint der Bürgermeister.

„Wenn sich doch nur alle an diese Regeln hielten... Denn da gibt es einige Tiefflieger, die ihre Maschine extrem hochziehen und durch die Kurven fliegen. Brettert einer am Südufer entlang, hört man das über den ganzen See“, bedauert Dicke solche riskanten Manöver einiger Biker. Das störe die Anwohner wie auch die anderen Ausflügler am See enorm. Es gebe viele, die vernünftig fahren, aber eben auch einige „schwarze Schafe“. Die Sauerland-Touristik, die mehrere Roadbooks mit Touren für Biker herausgegeben hat, wird bald eine Kampagne starten und Flyer und Aufkleber an die Biker verteilen.

Vor einigen Jahren war die Strecke zwischen Körbecke und Delecke für Motorradfahrer gesperrt gewesen, um den Rundkurs um den See zu verhindern – doch ein Biker klagte gegen diese Maßnahme und erhielt letztlich Recht. „Es gibt viele Möhneseer, die gegen den Massenbesuch der Biker sind, das ist immer mal wieder auch Thema im Rat, denn es gibt viele Beschwerden“, sagt Dicke. Doch der Bürgermeister räumt ein: „Es gibt für uns keine Möglichkeit etwas zu unternehmen außer eng mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Denn im rechtlichen Sinne ist das Fahren der Biker – wenn die Maschinen nicht frisiert sind – absolut zulässig.“

Eine Familie aus Wippringsen ist an sonnigen Sonntagen nicht zu Hause, da der Lärm der Motorräder unerträglich ist. 

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