Möhneseer Flüchtlingshelfer trafen sich

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Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Arbeitskreises für Flüchtlinge in Möhnesee veranstalteten diese Woche ein öffentliches Treffen.

MÖHNESEE - Bei einem Treffen des Arbeitskreises für Flüchtlingshilfe in Möhnesee gewährten die Mitglieder in dieser Woche Einblicke in ihre Arbeit mit den insgesamt 60 Menschen aus über 20 Nationen, die in Körbecke leben.

Syrer, Eritreer, Algerier – 60 Flüchtlinge aus insgesamt über 20 Nationen leben in Körbecke. Sie alle haben sich dazu entschieden, ihre Heimat zu verlassen. Der schwere Schritt geschah aus den verschiedensten Gründen, aber am Ende doch immer mit dem gleichen Ziel: Ein würdiges Leben zu führen. Deshalb möchte der Arbeitskreis für Flüchtlingshilfe in Möhnesee den Menschen, die ihn beschreiten, helfen.

„Wir bieten Sprachkurse und sportliche Aktivitäten an“, erklärte Sprecherin Elisabeth Schockenhoff bei einem Treffen des Arbeitskreises in dieser Woche. Eine Mitarbeiterin helfe außerdem bei Behördengängen. Ohne den Einsatz des Arbeitskreises verzweifelten die Flüchtlinge daran, den Tag herum zu bekommen. Eine Helferin stellt klar: „Die Menschen wollen nicht nur krumm auf ihren Betten sitzen.“ Bis jetzt sind vor allem junge Männer unter den Flüchtlingen in Körbecke. Sie sind in der alten Schule und in einem Haus am Kirchplatz untergebracht. Es sei kraftraubend für sie, tagelang nur in dem Heimen zu sein. „Wir erkannten das Problem und setzten uns für sinnvolle Beschäftigungen ein“, sagte Schockenhoff.

Regelmäßiger Deutschunterricht

Inzwischen können die Männer regelmäßig zum Deutschunterricht gehen. Sie lernen mit ehrenamtlichen Lehrern, die Scheu vor dem Reden zu überwinden. Das sei das Einzige, was zähle. „Wir achten nicht auch die Genitiv-Endung“, veranschaulicht eine der Helferinnen. Einige der Freiwilligen unterrichten die Flüchtlinge auch bei sich zu Hause, wie in dem Fall eines bosnischen Mädchens. Sie geht in die siebte Klasse der Körbecker Verbundschule. Es falle ihr aber schwer mitzuhalten, da sie noch nicht gut genug Deutsch spreche. Eine Freiwillige nahm sich ihrer an und unterrichtet sie nun regelmäßig bei sich daheim. Unter den Lernenden seien auch Analphabeten. Um sich geregelt um alle Flüchtlinge kümmern zu können, suche der Arbeitskreis immer nach neuen Sprachlehrern. Für den Einsatz sei keine besondere Ausbildung notwendig.

Das andere wichtige Standbein des Arbeitskreises ist der Sport. Die Flüchtlinge gehen einmal die Woche schwimmen. Mit Hilfe des Schwimmvereins Möhnewelle konnte dies organisiert werden. „Wir planen außerdem Fußball anzubieten“, so der Gemeindereferent Michael Klagges. Dafür starte man eine Kooperation mit der Spielvereinigung Möhnesee. „Wir suchen aber trotzdem auch andere Freiwillige, die bei der Organisation helfen wollen“, sagte Klagges. Der Sport sei für die Integration sehr wichtig, vor allem auch durch den Kontakt zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. „Wir sollten uns aufeinander einlassen“, fordert eine Ehrenamtliche.

Unterbringung zieht auch Probleme nach sich

Das Treffen des Arbeitskreises diente auch der Ansprache von Problemen. Ein großes sei die Sauberkeit in den Heimen. Es gibt verschiedene Ansätze, wie es zu lösen sei. So wurde über den Einsatz einer Reinigungsfirma diskutiert. Außerdem seien aber auch noch andere Verbesserungen hinsichtlich der Unterbringung notwendig. So müsse endlich gewährleistet sein, dass man die Heime abschließen kann. „Für die Arbeit mit Flüchtlingen ist es sehr wichtig zu sehen, wie sie leben.“, ist sich eine Helferin sicher. Es sei sehr schwierig, Wohnungen für die Flüchtlinge zu finden. Auch das mache die Situation nicht besser.

Unterstützung aus der Bevölkerung

Positives gibt es aber auch zu melden: In letzter Zeit habe es sehr viele Kleiderspenden aus der Bevölkerung gegeben. Der Arbeitskreis stehe nun vor dem Problem der Unterbringung der Textilien. Deshalb ist man dringend auf der Suche nach einem trockenen und luftigen Raum für die Kleider. Wer den Arbeitskreis in dieser oder anderer Hinsicht helfen möchte, kann sich bei Elisabeth Schockehoff unter Telefon 02924/5353 oder bei Michael Klagges unter 02924/7772 melden.

Außerdem lädt der Arbeitskreis zum nächsten öffentlichen Treffen am Dienstag, 24. Februar, ein. - lsg

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