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Chaos am Möhnesee: Aus allen Richtungen riesiger Ansturm

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Von: Lars Becker, Michael Dülberg, Thomas Brüggestraße, Katharina Küpper, Katharina Bellgardt

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Das Südufer des Möhnesees in Richtung Körbecke ist gesperrt worden.
Das Südufer des Möhnesees in Richtung Körbecke ist gesperrt worden. © Michael Dülberg

Brütende Hitze: Dem Ansturm der Badegäste auf die Schwimmbäder und Uferzonen am Möhnesee hatten die Ordnungsbehörden am Wochenende nicht viel entgegenzusetzen.

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Update, 17.13 Uhr: Durch vorherige Corona-Einsätze und urlaubsbedingte Abwesenheit einiger Kollegen personell geschwächt, taten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei ihr Bestes, um im Gewimmel am Möhnesee die Abstandsregeln einzufordern und die Karawane der aus allen Himmelsrichtungen anrollenden Pkw in richtige Bahnen zu steuern. 

Das Verkehrschaos durch anreisende Gäste war bei Temperaturen über 35 Grad Samstag wie Sonntag dennoch an manchen Stellen nicht zu verhindern. Ankommende kreisten mehrfach, um einen Parkplatz zu ergattern und ins kühle Nass zu kommen. Ab Sonntagmittag normalisierte sich aber die Lage rund um den See. Wohl auch, weil dunkle Wolken aus Südost ein Gewitter ankündigten.

Ansturm auf den Möhnesee: Entschlossenes Vorgehen

"Wenn es gar nicht anders geht, müssen wir rigoros abschleppen lassen", zeigte sich Bürgermeister Hans Dicke entschlossen, die Rettungswege und die Straßen für den Verkehr freizuhalten. 

Vor Ort war das allerdings schwer umsetzbar. Ein Abschlepp-Einsatz kann den Mitarbeiter des Ordnungsamtes schon mal für über eine Stunde am Ort des Verstoßes binden, dann fehlt er aber an anderer Stelle. Heute Nachmittag war es aber so weit. 

Ansturm auf den Möhnesee: Hygieneregeln schwer einzuhalten

Hotspots des Badegeschehens waren die Seebrücke in Körbecke, das Freibad Uferlos in Wamel, das einen Ansturm von Badegästen erlebte und das Delecker Strandbad. Beim Warten am Eingang oder bei kompletter Auslastung waren hier die Hygieneregeln offensichtlich nur schwer einzuhalten. Ansonsten verteilte sich das Badegeschehen recht gleichmäßig um den See.

Überall lagerten Familien oder kleine Gruppen. Verstöße gegen Abstandsregeln waren hier kein Thema. Auch auf dem Wasser ging es egal ob beim Schwimmen, Surfen oder im Schlauchboot mit Abstand und gelassen zu. 

Ansturm auf den Möhnesee: Manche sprechen von Rekordbesuch

Das erste heiße Wochenende seit langem lockte ungewöhnlich viele Badegäste an den Möhnesee. Mancher glaubt schon an Rekordbesuch. Die öffentlichen Parkplätze waren absolut überlastet. Etliche Autofahrer parkten in den Seitenstraßen, viele stellten ihr Fahrzeug ordnungswidrig ab.

Die Kontrolle bei Falschparkern funktionierte allerdings: Strafzettel wurden verteilt. Was nach Ansicht einiger Beobachter genauso fehlt für heiße überfüllte Tage wie an diesem Wochenende: Toiletten. Hier wird man sich am Möhnesee bessern müssen, denn der nächste Ansturm kommt bestimmt.

Update, 14.26 Uhr: Aktuelle Infos vom Möhnesee: Das Südufer in Richtung Körbecke ist jetzt angesichts doch wieder zunehmenden Anreiseverkehrs für den motorisierten Verkehr gesperrt worden. Lediglich Anlieger dürfen die Absperrung passieren. 

Wer so parkt wie der Fahrer dieses Pkw am Südufer, wird jetzt abgeschleppt.
Wer so parkt wie der Fahrer dieses Pkw am Südufer, wird jetzt abgeschleppt. © Michael Dülberg

Erste Fahrzeuge am Möhnesee werden jetzt abgeschleppt, es bleibt also nicht mehr "nur" bei kostspieligen Knöllchen. Ein Pkw aus Bonn, der neben einem Leitpfosten komplett auf der Fahrbahn auf der Bundesstraße 229 abgestellt worden war, wurde fortgeschafft.

Update, 13.30 Uhr: Es ist zwar voll am Möhnesee, offenbar lässt der Ansturm aber allmählich nach. Die Staus haben sich aufgelöst, die Gastronomen meinen, es sei wieder Normalität eingekehrt. Die Flächen an den Ufern zeigen: Hier kann Abstand eingehalten werden.

Update, 11.50 Uhr: Achtung: Am Ufer des Sees sind schon jetzt, Sonntagvormittag, keine Parkplätze mehr zu bekommen. Alle Stellflächen sind bereits belegt, ein Ansteuern mit dem Auto ist aussichtslos. Das Südufer ist zwar leerer, dort gibt es aber auch weniger Parkplätze. 

Ansturm auf den Möhnesee: DLRG kann nicht an die Station 

Update, 9.44 Uhr: Hitze im Kreis Soest: Am Möhnesee ist es bei dem guten Wetter extrem voll. Abstand ist kaum möglich. Die Feuerwehr war im Einsatz am See - von Coronavirus-Auflagen war nicht viel zu spüren. 

Der Möhnesee am Sonntag: Es ist zwar voll, der geforderte Mindestabstand wird aber offenbar eingehalten.
Der Möhnesee am Sonntag: Es ist zwar voll, der geforderte Mindestabstand wird aber offenbar eingehalten. © Michael Dülberg

Möhnesee - Bei der Hitze am gestrigen Tag sehnten sich viele Menschen nach einer Abkühlung. Die Folge: Der Möhnesee wurde zur Anlaufstelle Nummer eins für Tausende Badegäste. Es kam zu einem Ansturm auf das Strandbad Uferlos. Nach Informationen von soester-anzeiger.de haben nicht einmal Mitglieder der DLRG-Wasserwacht - deren Station befindet sich direkt neben dem Uferlos - einen Parkplatz gefunden. Sie mussten im Blomenhof parken, wo sie ein Knöllchen in Höhe von 30 Euro bekommen haben.

Hitze im Kreis Soest: Ansturm auf das Uferlos am Möhnesee 

37 Grad im Kreis Soest und kaum Möglichkeiten zu reisen: Der Möhnesee ist vollkommen überlaufen, es herrscht Chaos durch den Besucheransturm und die vielen Autofahrer. Lang ist die Schlange, die sich vor dem Strandbad Uferlos in Wamel gebildet hat. Am ersten wirklich heißen Samstag seit Wochen sind viele Menschen zu dem See aufgebrochen, um ein wenig Abkühlung zu finden. 

In der letzten Woche der Sommerferien und in der Pandemie sieht es mit Abstand dabei jedoch schlecht aus: Viele Besucher warten vor dem Strandbad, an den Badestellen ist nur mit viel Glück ein Parkplatz zu erwischen, fast alle sind vollständig belegt. 

Nun kam es auch noch zu einem Feuerwehr-Einsatz bei Höcker: Ein Schwimmer wurde vermisst.  Aber weder auf den Straßen noch auf dem Wasser war das Durchkommen für die Einsatzkräfte einfach: Das Verkehrschaos blockierte die Einsatzfahrzeuge, der Trubel im Wasser erschwerte die Suche.

Schwimmen: Am Möhnesee keine gute Idee mehr.
Schwimmen: Am Möhnesee keine gute Idee mehr. © Anonym

Besucher des Möhnesees liegen dicht gedrängt: Strafzettel gibt es für Falschparker

Das Hauptproblem, so ein Anwohner, ist, dass der Ort auf den Ansturm nicht vorbereitet ist. Besucher des Sees erzählen, dass sie über eine Stunde um den See kreisten, bevor sie einen Parkplatz fanden. 

Die öffentlichen Parkplätze sind absolut überlastet. Etliche Autofahrer parken in den Seitenstraßen, viele stellen ihr Fahrzeug ordnungswidrig ab. Die Kontrolle bei Falschparkern scheint zu funktionieren:  Strafzettel wurden verteilt.

Vollkommen überlaufen ist das Strandbad Uferlos am Möhnesee.
Vollkommen überlaufen ist das Strandbad Uferlos am Möhnesee. © Peter Dahm

Was übrigens genauso fehlt wie Parkplätze für Sturmtage wie an diesem Sonntag: Toiletten. Die gibt’s im „Uferlos“ – wenn man fünf Euro Eintritt bezahlt und nicht gerade in der Warteschlange steht. Eine öffentliche Toilette gibt es an der Pommes-Bude am Parkplatz. Die ist allerdings nicht ausgeschildert – und auch nur auf, wenn das Büdchen auf hat. Wer ein wenig läuft, könnte in der örtlichen Pizzeria an der Hauptstraße nachfragen – aber das weiß man als Auswärtiger wohl kaum.

Abstand nicht gewahrt: Besucher liegen dicht gedrängt am Möhnesee

Der Abstand hingegen ist nicht gewahrt: Weder in den Schlangen noch auf den Liegewiesen - dicht gedrängt sind die Besucher am Seeufer. Viele kommen von außerhalb, aus dem Ruhrgebiet und angrenzenden Städten.

Tanja, Vanessa und Klara aus Dortmund. Die drei jungen Damen wären gerne zum Silbersee gefahren, denn da kann man gut schwimmen und liegen, erzählten sie dem Anzeiger. „Ging aber nicht“, so beschrieb Tanja das Problem: „Wir hätten lange vorher reservieren müssen. Da wir aber immer spontan entscheiden, was wir unternehmen, mussten wir schauen, wo man in der Gegend sonst noch tolle Badestellen findet.“ Vanessa: „Ich hab’s entschieden und Möhnesee ausgewählt, das Uferlos im Netz gefunden – das sind 56 Kilometer, das kann man fahren bei diesem Wetter.“ Flugs waren die Sachen gepackt für einen schicken Tag am See. 

Tanja, Vanessa und Klara (von links) machten sich spontan von Dortmund aus auf den Weg: Eine Stunde Parkplatzsuche, eine Stunde Schlange stehen, dann endlich ab ins Wasser am "Uferlos". Das Foto entstand vor der Abfahrt abends vor dem Haus von Harald Beckers, der den dreien eine private Parkmöglichkeit anbot – weil es so voll war in Wamel wie selten.
Tanja, Vanessa und Klara (von links) machten sich spontan von Dortmund aus auf den Weg: Eine Stunde Parkplatzsuche, eine Stunde Schlange stehen, dann endlich ab ins Wasser am "Uferlos". Das Foto entstand vor der Abfahrt abends vor dem Haus von Harald Beckers, der den dreien eine private Parkmöglichkeit anbot – weil es so voll war in Wamel wie selten. © Thomas Brüggestraße

Um 13 Uhr waren die Freundinnen in Wamel und sahen schon: Ab dem Stockumer Damm standen die Autos beiderseits der Seestraße. In Wamel war der öffentliche Parkplatz dicht, auf jeder kleinen Rasenfläche versuchten Leute zu parken. 

Verkehrschaos: Die Parkplatzsuche am Möhnesee gestaltet sich als schwierig

Zweimal die Straße rauf und runter und im Kreis gesucht, dann hatten die drei Glück: Harald Beckers wohnt am Blomenhof, das ist gegenüber dem „Uferlos“, hinter dem Parkplatz. Er winkte die Dortmunderinnen zu sich und verschaffte ihnen einen Parkplatz direkt vor seinem Grundstück – dort, wo keine Knöllchen verteilt wurden. „War eine Ausnahme“, sagte er dem Anzeiger: „So höllevoll wie heute habe ich das noch nie erlebt! Ich sag’s ja immer: Wir brauchen hier ein Park-Leit-System, damit die Leute nicht ewig im Kreis fahren müssen, bis mal wieder ein Platz frei ist, oder damit sie gleich sehen: Hier hat’s keinen Zweck!“

Ein Wachmann passte auf am Uferlos: Rein ging's nur für einen, wenn ein anderer dafür raus ging.
Ein Wachmann passte auf am Uferlos: Rein ging's nur für einen, wenn ein anderer dafür raus ging. © Thomas Brüggestraße

Tanja, Vanessa und Klara haben sich gefreut wie Bolle, dass die Leute hier so nett sind: „Wir hatten einen tollen Tag, auch wenn wir eine Stunde vor dem Eingang in der Schlange standen, weil die Security nur Leute reinließ, wenn andere wieder rausgingen“, sagten sie abends um sechs und machten sich zur Rückfahrt bereit – zwei wollten hinterher nach Bochum ins „Bermuda-Dreieck“, Tanja auf einen Geburtstag. „Extrawurst, ist klar“, frotzeln ihre Freundinnen.

Wie es im „Uferlos“ war? „Eng“, sagen alle drei: „Abstand, das war oft kritisch – auch vor dem Eingang in der Schlange. Man konnte sich da schon unwohl fühlen…“

Plakate und Mitarbeiter weisen auf Hygieneregeln hin - etwa 1200 Gäste im Strandbad

„Für den Abstand und für die Einhaltung der Hygieneregeln haben wir deutliche Plakate aufgehängt, und die Mitarbeiter gehen immer wieder mal über den Strand und die Wiese um zu kontrollieren“, sagte Uferlos-Betreiber Mohammed Nadim. 1200 Gäste seien über den Tag im Strandbad gewesen, schätzt er – vielleicht auch ein paar mehr. Wie groß die Park-Not war, das habe er vor allem daran gemerkt, dass seine Mitarbeiter dauernd für Parkgroschen Wechselgeld rausgaben: „Ist ordentlich was los heute, aber die Leute sind gut drauf…“

In der Tat hat niemand so richtig gemeckert – alle waren froh, dass sie überhaupt ins Wasser konnten bei dieser Affenhitze. Colyn, Sibylle und Sohnemann Raphael Barnes etwa. Sie kamen aus Niedersachen, waren auf der Durchreise von Dortmund aus und wollten spontan ins Wasser: „Hat ja geklappt trotz Wartezeit – und gelohnt hat es sich wirklich“, sagte der Vater.

Colyn und Sibylle Barnes aus Niedersachsen mit den Kindern Raphael und Sonja. Sie waren auf der Durchreise und hielten spontan am Möhnesee an.
Colyn und Sibylle Barnes aus Niedersachsen mit den Kindern Raphael und Sonja. Sie waren auf der Durchreise und hielten spontan am Möhnesee an. © Thomas Brüggestraße

Parkplatz in zwei Kilometern Entfernung - Parksituation am Möhnesee kritisch 

Aylin, Katharina, Bettina, Annette aus Hamm gehören zu denen, die lange in der Hitze geschwitzt hatten und sich dann irgendwo in gut zwei Kilometer Entfernung einen Parkplatz ausgesucht hatten. 

Eine Besucherin aus Hamm zeigt ihr Ticket fürs Falschparken: 30 Euro müssen reichlich Badegäste in den nächsten Tagen überweisen - das Knöllchenschreiben lief offenbar wie am Schnürchen.
Eine Besucherin aus Hamm zeigt ihr Ticket fürs Falschparken: 30 Euro müssen reichlich Badegäste in den nächsten Tagen überweisen - das Knöllchenschreiben lief offenbar wie am Schnürchen. © Thomas Brüggestraße

Der muss aber irgendwie falsch gewesen sein, denn Annette zeigte ein Knöllchen vor, als sie zum Einladen der aufblasbaren Bretter fürs Stehpaddeln vorm Uferlos vorfuhr, man schleppt da um die 15 Kilo pro Teil: „30 Euro, toll! Abkassieren funktioniert scheinbar.“ Trotzdem: Wiederkommen möchten sie gerne, weil’s schön war im Strandbad. Aber mehr Parkplätze oder zumindest der Anschein von einem funktionierenden System dahinter, das wäre genauso schön….

Kontrolliert wird alles rund um den See vom Ordnungsdienst, den sich die Gemeinde mit Bad Sassendorf teilt. Ob das klappt, wie das klappt und wie zusätzlich auch die scheinbar wachsende nächtliche Unruhestifter im Seepark in den Griff zu bekommen ist, das ist derzeit ein Aufreger. Es gab eine Reihe von Beschwerden über nächtliche Randale am Seepark.

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