Möhne-Altarm reaktiviert: Ein Kleinod voller Leben

Links im Bild eilt die Möhne dahin, nach rechts zweigt der wieder in Stand gesetzte Altarm ab. Dort, wo mit Steinen eine Furt befestigt wurde, befand sich vorher eine verrohrte Überfahrt, der Durchfluss lag allerdings so hoch, dass die Möhne kein Wasser in den Nebenarm abgegen konnte. Vom Erfolg der Maßnahme überzeugten sich Markus Kuhlmann und Arne Heck vom Ruhrverband, Anleiter Ralf Lormes und Geschäftsführerin (beide Neue Arbeit Arnsberg) sowie Annette Kühlmann von der Abteilung Wasserwirtschaft des Kreises Soest.

Völlinghausen - Sumpfiger Grund, umgestürzte Bäume, ein sich windender Bachlauf, und die Vögel sind vor lauter Frühlingslust schon ziemlich munter: Was wie ein ideales Idyll klingt, das findet sich seit kurzem im Bereich der Möhneaue bei Völlinghausen.

Initiiert vom Kreis Soest und umgesetzt durch Mitarbeiter der Einrichtung Neue Arbeit Arnsberg wurde ein Altarm der Möhne wieder in Stand gesetzt, Fische, Amphibien, Libellen, Insekten und Vögel finden hier nun bessere Lebensbedingungen vor.

Für die Gestaltung war neben dem Einsatz eines Baggers vor allem viel Handarbeit gefragt, genau der richtige Auftrag für die gemeinnützige Initiative Neue Arbeit Arnsberg: Mit fünf bis zehn Mitarbeitern war die Einrichtung etwa zehn Tage vor Ort im Einsatz, um eine verrohrte Überfahrt über den Altarm in eine Furt zu verwandeln. Jede Menge Steine schleppen war dazu angesagt und Nacharbeit in den Bereichen, wo das Bachbett neu ausgehoben wurde. Trotz der Handarbeit haben die Mitarbeiter sich „voll reingehängt“. „Gerade bei solchen Projekten blühen die richtig auf“, erklärte Anleiter Ralf Lormes.

Weil das Rohr in der Überfahrt zwischen zwei Wiesen zu hoch lag, konnte die Möhne bisher selbst bei Hochwasser kein Wasser in den Altarm abführen. Das hat sich nun deutlich verbessert. Der Wasserlauf zieht sich von Bäumen gesäumt bis in den Auenwald und schließt hier weiter abwärts an einen anderen Altarm der Möhne an. Richtung Westen reicht die sumpfige Waldlandschaft bis zum Vorbecken des Möhnesees vor der Kanzelbrücke.

Renaturierung der Möhne-Aue

Wie wichtig der Erhalt und die Pflege solcher Auenlandschaften für die Natur ist, betonte Fischereimeister Markus Kühlmann vom Ruhrverband: „Richtig klasse, wie das hier umgesetzt wurde!“ Die ruhigeren und seichteren Nebenarme erwärmen sich im Frühjahr schnell und bieten so eine Nahrungsgrundlage für den Fischnachwuchs, gerade auch Fischarten wie die vom Aussterben bedrohte Quappe seien auf ein solches Umfeld angewiesen.

Ebenso betonte Forstrevierleiter Arne Heck vom Ruhrverband den Wert solcher Maßnahmen. Auenlandschaften gehörten zu den artenreichsten Biotopen überhaupt. Zudem diene die Reaktivierung des Altarmes auch dem Hochwasserschutz. Entsprechend der Höhe des Zuflusses dürfte die Möhne durchschnittlich an 22 Tagen im Jahr Wasser in den Altarm abgeben, 60 Tage waren das Ziel, dafür müsste allerdings eine Strömungsumlenkung in der Möhne installiert werden. Ob dies auch umgesetzt werden soll, müssen die kommenden Erfahrungen noch zeigen.

Die Renaturierungsmaßnahmen an der Möhne zahlen sich für die Tiere und Pflanzen jedenfalls aus. Theoretisch, so Kühlmann, können die Seeforellen aus dem Stausee zum Laichen mittlerweile bis nach Brilon wandern. Bis Allagen sind sie aufgrund von Nachweisen bereits gekommen.

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