Mitten in Körbecke wird gebaut, am Rand ist es eher schwierig

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Die alte Scheune an der Leopoldstraße ist weg, hier entstehen Wohnungen.

Körbecke – Am Ortsrand ist es gerade schwierig, dafür läuft es in Sachen neue Wohnungen im Ortskern ausgesprochen gut: Hier wird eine alte Hofstelle ebenso mit neuen Wohnungen gefüllt wie ein paar Meter das weitläufige Areal, auf dem noch eines der ältesten Körbecker Fachwerke steht.

Und schließlich: Die alte Schuhmacherwerkstatt und der einstige Schuhladen im Börnigeweg werden zu einem Kinderhort umgemodelt. 

 „So sollte es idealerweise auch laufen“, sagt Bauamtschef Burkhard Schulte. Die Vorgaben vom Land seien eindeutig: Vorsicht bei immer neuen Eingriffen in die Natur und in den Grün- und Ackerflächen außerhalb, dafür lieber mehr „Verdichtung“ im Innern. 

Die Meinungen in der Politik freilich sind geteilt. Komplett lenken kann man so etwas (auch in Körbecke) nicht, wohl aber „können wir solche Prozesse unterstützen“, sagt Schulte. 

Bei der alten Hofstelle in der Leopoldstraße 9 kann sich der Erbe beim besten Willen nicht vorstellen, hier selber auf Landwirt zu machen, nachdem Stall und Scheune schon seit längerem leer gestanden haben. Immerhin schlüpft der Erbe nun in die Rolle des Investors, will die alten Bauten abreißen und zwei neue Mehrfamilienhäuser hochziehen lassen und sie selber vermieten. 

 Die Nachfahren in einem der ältesten Fachwerkbauten an der Hauptstraße 3 hätten zwar gern gesehen, das schöne alte Haus zu erhalten, doch dafür fand sich kein Interessent. Nun hat ein Lippetaler Investor das Objekt übernommen und den Antrag gestellt, statt des Fachwerks zwei größere Wohnhäuser mit Eigentumswohnungen zu platzieren. Der Abriss des Fachwerks ist bereits erfolgt, die ersten Wände der Neubauten recken sich gerade in die Höhe. 

Leben zieht demnächst auch in die alte Schuhmacherei im Börnigeweg. Die Betreiber eines privaten Kinderhorts mieten das Gebäude und lassen es für die Betreuung der Stepkes herrichten. Etwas weiter außerhalb an der Seestraße Richtung Stockum wird ebenfalls Altes weggerissen und durch zwei Mehrfamilienhäuser ersetzt. Solche Chancen freilich kann die Gemeinde derzeit gut gebrauchen. 

Denn bei ihrem neuen Baugebiet „West 2“ in Körbecke hat sie gerade Schiffbruch erlitten. Noch zur Jahreswende war alles bestens preislich kalkuliert für die Erschließung, also für die Baustraßen, Kanäle und sonstige Infrastruktur. Doch als jetzt kaum ein halbes Jahr später die Aufträge ausgeschrieben wurden, erlebte die Bauverwaltung ihr blaues Wunder: Die Tiefbaufirmen können sich vor Aufträgen kaum retten; und wenn Möhnesee dann auch noch Arbeit für sie habe, müsste die Gemeinde mit Preisaufschlägen von 32 (!) Prozent rechnen. Schulte: „Wir haben das zurückgezogen zund warten, bis sich die Konjunktur wieder beruhigt.“

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