Mensa-Neubau von HdG-Entscheidung abgekoppelt

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Als „große“ Lösung wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein dreigeschossiger Anbau am neuen Lehrschwimmbad, vorgesshen, oben die Ansicht von der Ballspielhalle, unten von oberhalb aus Richtung Hospitalstraße gesehen.

Möhnesee - Fürs Ortsbild, den Einzelhandel und die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in Körbecke stehen wichtige Grundsatzentscheidungen an. Dies alles kulminiert in der Frage, ob das Haus des Gastes abgerissen wird oder nicht.

Im Haupt- und Finanzausschuss einigten sich die Fraktionen am Donnerstagabend darauf, zwei Fragen zu entkoppeln. Bei einer Enthaltung stimmte der Ausschuss einmütig dafür, die Planungen für einen Anbau für Kindergarten, Mensa, und OGGS am Hallenbad bis zur Ratssitzung intensiv weiter vorzubereiten. Die Frage, was aus dem Haus des Gastes wird, sei davon unabhängig zu sehen.

Unabhängig von der Standortfrage: In Körbecke müssen verschiedene Aufgaben gelöst werden. Da ist zum einen die Lage des Einzelhandels: Aldi und Rewe möchten sich vergrößern, die Ansiedlung eines Drogeriemarktes wird gewünscht, die Kaufleute in der Ortsmitte hoffen auf neue Impulse. Zum zweiten verlangt die Betreuung des Nachwuchses weitere Angebote: Eine zusätzliche Kindergartengruppe, angesiedelt beim „Flohzirkus“, wird erforderlich. Die Möhnesee-Schule braucht eine angemessene Mensa und die Offene Ganztagsgrundschule (OGGS) meldet steigenden Platzbedarf.

Wie für die Schüler- und Kindergartenbetreuung eine Lösung ohne HdG aussehen könnte, wurde in der Sitzung als Machbarkeitsstudie vorgestellt. Diese „ganz große Lösung“, so Bürgermeister Hans Dicke, sieht als Anbau am beschlossenen Lehrschwimmbecken einen dreigeschossigen Bau vor, in dem der Flohzirkus mit Gymnastikraum, die Mensa und die OGGS untergebracht werden könnten. Dieser Vorschlag fand seitens der BG, der Grünen und der CDU einhellige Zustimmung. Gerhard Bruschke (SPD) verwies dagegen auf Kosten im zweistelligen Bereich und enthielt sich beim Beschluss der Stimme.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass die Frage dieses Neubaus für die Jugendbetreuung abgekoppelt werden solle von der Entscheidung über das Haus des Gastes.

Zu dieser Frage, die letztlich von der Entwicklung des Einzelhandels ausgelöst wurde, trug Diplom-Geograf Stefan Kruse von dem Fachbüro Junker und Kruse aus Dortmund die Ergebnisse einer städtebaulichen Verträglichkeitsanalyse vor. Dabei wurden insbesondere die Alternativen „Aldi und Rossmann statt Hdg“ und „Aldi und Rossmann auf Giesen Wiese“ untersucht. Empfehlung der Gutachter: „Der Standort Haus des Gastes hat deutlich bessere Rahmenbedingungen, daher wird die Umsetzung an diesem Standort empfohlen.“

Gutachter empfehlen Aldi auf HdG-Areal

Fürs HdG-Grundstück spreche die Lage innerhalb des zentralen Versorgungsbereichs. Die unmittelbare Nähe zum neugestalteten, zentral gelegenen Pankratiusplatz verspreche positive Synergieeffekte. Nachteilig sei, dass das HdG abgerissen werden müsste und dass die Märkte über verschiedene Straßen, nämlich Berlingser Weg und Küerbiker Straße, erschlossen würden. Letzteres wäre bei Aldi und Rossmann auf Giesen Wiese nicht der Fall, dieser Standort würde jedoch den zentralen Versorgungsbereich nach Norden ausdehnen. Ein Bezug zum Pankratiusplatz sei bei mehr als 300 Metern Fußweg nicht herstellbar.

Untersucht haben die Experten auch die aktuelle Versorgungslage, die einen deutlichen Kaufkraftabfluss an Standorte außerhalb Möhnesees aufweise. Dem Einzelhandel gelinge es derzeit nicht, das vorhandene Kaufkraftpotenzial in der Gemeinde zu binden.

Mit den Tagesordnungspunkten im HFA sind noch gar nicht alle Möglichkeiten dargestellt, zum Beispiel auch die Frage, wie der alte Netto-Markt ins Spiel kommen könnte. Ebenso steht die Entscheidung durch den Rat noch aus. Bürgermeister Dicke erläuterte daher im HFA, dass bis zur Ratssitzung am 16. Februar noch viele Details wie Kostenschätzungen, Vertragsfragen oder Möglichkeiten der Durchführung durch die Gemeindeverwaltung vorgelegt werden müssen.  

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