Mensa-Frage dreht auf Drängen der Grünen eine Ehrenrunde

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Ob die Mensa aufs Areal des alten Schwimmbades kommt (im Hintergrund) oder ins Haus des Gastes, das wird noch diskutiert.

Möhnesee – Die neue Mensa für die Möhnesee-Schule dreht noch mal eine Ehrenrunde durch die Fachausschüsse. Das hat die ratssitzung am Donnerstag nach langer Debatte ergeben. Der Grund: Der vom Uwe Beißner (Grüne) ausgearbeitete Alternativplan, der eine Unterbringung der Mensa im Haus des Gastes ermöglichen soll, ist in der aktuellen Form noch nicht im Bau- und im Schulausschuss erörtert worden.

Den beiden Ausschüssen, die gegebenenfalls gemeinsam tagen sollen, wird die Sitzung eines Arbeitskreises vorgeschaltet, der die Pläne Beißners ebenfalls unter die Lupe nehmen soll. Neben je einem Vertreter aus den Ratsfraktionen und dem beauftragten Architekten Frank Schiffers sollen auch Vertreter der Schule, des Kindergartenträgers und des Landesjugendamtes in die Sitzung des Arbeitskreises eingeladen werden. 

Zuvor hatte der Haupt- und Finanzausschuss zwar gegen die Stimme der Grünen bereits mit großer Mehrheit für einen Mensa-Neubau an der Möhnesee-Schule als Zielvorgabe gestimmt, Beißner kritisierte in der Ratssitzung jedoch, dass diese Entscheidung ohne Kenntnis seiner aktualisierten Planung erfolgt sei. Infolgedessen stellte Beißner zunächst den Antrag, den Tagesordnungspunkt abzusetzen. 

Dazu kam es nach einer teils kontroversen Diskussion letztlich nicht. So bekräftigten Maria Moritz (BG) oder Gerhard Bruschkle (SPD) ähnlich wie Beißner, dass durch den Beschluss von Zielvorgaben für die künftigen Nutzungen im Haus des Gastes keine weiteren Festlegungen erfolgen sollten. Wenngleich Bruschke zuvor auch an einigen bereits erfolgten Entscheidungen festhalten wollte: „Jetzt noch zu sagen, der Flohzirkus kommt auf zwei Ebenen und die Spielgruppe woanders hin – das kann’s doch nicht sein.“ 

Kann es vielleicht doch. Albert Prange (BG) betonte zwar, dass es Eckpunkte eines Gesamtkonzepts fürs HdG gebe, mit Kegelbahnen, Spielgruppe, Musiketage und Gymnastikraum. An Beißner gewandt kritisierte Prange, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn der Grüne sich mit dem beauftragten Architekten vorher mal zusammengesetzt hätte. Weil der Rat bei der gegebenen Sachlage aber auch nicht weiter kam, schlug Prange die Einrichtung des besagten Arbeitskreises vor, den der Rat einstimmig befürwortete, also auch mit den Stimmen der Grünen. 

Kurios ist nämlich, dass mit dem Arbeitskreis ein ähnliches Gremium betraut wird, wie Grünenfraktionschef Uwe Gronert dies zuvor mit dem Begriff „Hinterzimmervereinbarungen“ kritisiert hatte. Dem sei keineswegs so, betonte Bruschke. Vielmehr habe es sich um ein interfraktionelles Treffen gehandelt, nur dass die Grünen nicht daran teilgenommen hätten.

Einzelne Zielvorgaben als Basis der Planung stehen fest

Eigentlich sollten der Gemeinderat Zielvorgaben beschließen, damit die Verwaltung auf dieser Basis weiter planen kann. Bezüglich einiger Ziele ist dies auch klar: Einstimmig erging der Beschluss für einen Neubau für die Offene Ganztagsgrundschule mit Platz für drei Gruppen und 75 Kindern. 

Der Standort der neuen Mensa – ob als Neubau auf dem Areal des Lehrschwimmbeckens oder irgendwo im Haus des Gastes – wird indessen weiter diskutiert. Von dieser Entscheidung hängen die anderen Nutzungen ab, etwa wenn die Mensa auf Kosten von drei der vier Kegelbahnen ins Untergeschoss des HdG käme. Auch die bereits erfolgte Unterbringung der „Flohzirkus“-Spielgruppe im Untergeschoss des HdG steht nach dem Willen der Grünen wieder zur Disposition, ebenso die Vorgabe, den dreigruppigen Kindergarten auf einer Ebene unterzubringen.

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