Clever, aber nicht legal

Mann vermietet Wohnmobile auf Gemeinde-Stellplätzen im Internet - Jetzt bekommt er Post aus dem Rathaus

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In Völlinghausen und auf dem Stellplatz in Delecke parkte ein Arnsberger seine Wohmobile und vermietete sie – ein lukratives, aber wohl unerlaubtes Geschäft.

Möhnesee – Ziemlich clever und ganz schön geschäftstüchtig – sehr wahrscheinlich aber zu geschäftstüchtig: Das war die erste Reaktion im Möhneseer Rathaus, als dort bekannt wurde, was sich ein smarter Sauerländer ausgedacht hatte, um sich ein Nebeneinkommen zu sichern. 

Natürlich ist es nicht neu, dass Vermieter Wohnungen oder Häuser auf einschlägigen Internetplattformen anbieten – und es ist ebenfalls nicht ganz neu, dass diese Wohnungen auch auf Rädern stehen können. Wer mag, findet online eine ganze Reihe an Wohnwagen aller Größen, die er tageweise oder länger mieten kann. 

Positives Feedback von Kunden

Die stehen allerdings auf privatem Eigentum – am Möhnesee wurden jetzt über mehrere Monate hinweg zwei Wohnmobile zur Miete angeboten, die in einem Fall auf dem gemeindeeigenen Stellplatz am Nordufer in Delecke und im anderen Fall auf dem öffentlichen Stellplatz „Engelslieth“ in Völlinghausen stehen. 

Offenbar mit einigem Erfolg: Die ausnahmslos positiven Kommentare von Mietern auf „Airbnb“ gehen zurück bis Mai, darin bedanken sich die Kunden für den erstklassigen Service in Delecke zum Preis von 53 Euro die Nacht – in Völlinghausen ist das Vergnügen bereits für 38 Euro pro Übernachtung zu haben. Eine Win-Win-Situation für Mieter und Vermieter, ganz sicher, aber auch legal? 

Daran hat Alexandra Teicher große Zweifel. Die Chefin der Wirtschafts- und Tourismus GmbH (WiTo), die die Stellplätze bewirtschaftet, weist darauf hin, dass die Nutzung des Stellplatzes in Delecke ausschließlich für private Zwecke erlaubt sei. „Deshalb habe ich dem Herrn einen freundlichen Brief geschrieben und ihn gebeten, die gewerbsmäßige Vermietung seines Wohnmobils auf unserer Fläche sofort zu beenden“, erklärte sie auf Anfrage.

Noch keine Antwort auf "freundlichen Brief"

Eine Antwort darauf hat sie bislang nicht erhalten. Nach Ansicht von Bürgermeister Hans Dicke und dem Beigeordneten Günter Wagner bewegt sich die Vermietung auch auf dem Stellplatz in Völlinghausen außerhalb der Legalität. „Engelslieth“ ist zwar ein öffentlicher Stellplatz und unentgeltlich zu nutzen, wenn dort aber in der vorliegenden Weise „mobiler Wohnraum“ vermietet werde, sei das als Sondernutzung zu werten. Und die muss selbstverständlich erst einmal beantragt und in der Folge genehmigt werden. Beides wurde unterlassen. Wagner bringt sogar eine Zweitwohnsteuerpflicht ins Spiel. 

Die ganz dicke Gesetzeskeule will das Trio aus dem Rathaus aber nicht schwingen – jedenfalls noch nicht. Schließlich gibt es die Hoffnung auf Einsicht bei dem cleveren Sauerländer – und damit das Ende einer für ihn lukrativen Episode.

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