Kostengünstig zum neuen Schwimmbad

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Das Gebäude und ebenso die Technik in Hallenbad der Gemeinde sind inzwischen so marode, dass eine endgültige Havarie jederzeit möglich ist. Die Gemeinde denkt daher über einen Neubau nach.

MÖHNESEE - Ein Schwimmbad ist für eine Kommune in der Regel eine teure Angelegenheit. Und die kommt angesichts des maroden Lehrschwimmbads in Körbecke auch auf die Gemeinde Möhnesee zu. Wenn man allerdings effizient und kostenbewusst baut, könne ein Schwimmbad durchaus umgesetzt werden.

Das war zumindest der Tenor zweier Experten, die sich jetzt im Bauausschuss der Gemeinde vorgestellt haben.

Architekt Dirk Neugebauer aus Waltrop und Diplom-Ingenieur Gerhard Willert aus Hannover, ein Experte für die Schwimmbad-Technik, zeigten anhand zweier von ihnen umgesetzter Schwimmbadprojekte auf, welche Einsparpotenziale möglich sind. So nutzte Neugebauer bei dem Neubau einer Schwimmhalle in Waltrop das vorhandene 50-Meter-Becken als Baugrube, um Kosten zu sparen. Bei der Umsetzung des Neubaus setzte der Architekt auf einfache aber praktikable Lösungen, die mit wenig technischem Aufwand auskommen. Die Technik müsse Vorrang genießen, so Neugebauer. Ebenso komme es auf effiziente Dämmung und moderne Heiztechnik an. So komme der Schwimmbadneubau in Waltrop, der für 5,7 Millionen Euro umgesetzt wurde, mit 30 000 Euro Betriebskosten pro Jahr aus. „Das geht, wenn man weglässt, was nicht gebraucht wird“, erklärte der Architekt. Wobei Bürgermeister Hans Dicke in der Debatte bekräftigte, dass die Gemeinde wenn ein Lehrschwimmbad und keinesfalls ein Spaßbad errichten werde.

Erörtert wurden in der Sitzung auch mögliche Standorte. Das vorhandene Schwimmbad ist nach Neugebauers und Willerts Einschätzung abgängig und wirtschaftlich gesehen nicht mehr sanierungsfähig. „Sie sind mit einem Neubau schneller und günstiger“, erklärte Willert. Der „Trick“, ein vorhandenes Schwimmbecken als Baugrube zu nutzen, komme in Möhnesee aber kaum in Betracht, da das neue Becken dann zu klein geraten würde, so Neugebauer. Der aktuelle Standort ist nach Meinung der Experten zudem recht beengt. Alternativ sei ein Standort weiter nördlich zwischen den beiden Schulen oder direkt am Haus des Gastes denkbar.

Hinsichtlich der Kosten kann die Gemeinde zudem womöglich auf einen Partner setzen. Die Firma „Actic-Fitness“ mit Hauptsitz in Schweden wäre an einer Kooperation durchaus interessiert, erläuterte deren Deutschland-Beauftragter Niels Fischer. Die Fitnesskette mit 150 Studios in Skandinavien, Deutschland und Österreich ist vor allem auf Standorte in Schwimmbädern interessiert. So können Bereiche wie Eingang, Duschen und Sanitär gemeinsam genutzt werden, das Schwimmen sei eine gute Ergänzung zu den Fitness-Übungen, so Fischer.

Kooperation mit Fitness-Kette denkbar

Für die Kooperation setze Actic auf langjährige Mietverträge, wobei sich die Miete in der Regel am Umsatz orientiere. Mit anderen Worten: Läuft’s in der Gemeinde, geht’s auch Actic gut. Was einen möglichen Neubau angeht, sei Actic durchaus bereit mitzuhelfen. Denkbar sei, dass die Fitnesskette einen Teil der Kosten vorfinanziert, der dann über mehrere Jahre von der Gemeinde abgelöst wird.

In der Debatte fand die Vorstellung der drei Gäste überwiegend ein positives Echo. „Die Vorschläge hören sich sehr schlüssig an“, erklärte beispielsweise Harald Beckers (SPD). Dabei tendierten Ausschuss und Verwaltung zu einem Standort am Haus des Gastes. Das biete sich wegen der derzeitigen Leerstände und der Synergieeffekte an, so dass das Haus des Gastes auf diese Weise eine Reanimation erfahren könnte, sagte Bauamtsleiter Burkhard Schulte.

Bezüglich der Mindestvorgaben erklärte Bürgermeister Hans Dicke, dass der Verwaltung ein 25-Meter-Becken mit Hubboden ohne weiteres Drumherum vorschwebe. „Es wird das gebaut, was benötigt wird, kein Schnickschnack.“ Eine Zusammenarbeit mit Neugebauer und Willert erscheine wegen der Einschätzung sinnvoll, „dass sie sorgsam mit unserem Geld umgehen“. Zudem, so Schulte, werde die Gemeinde versuchen Fördermittel zu beantragen. Ob dies angesichts der durch die Regionale reichlich „abgegriffenen“ Zuschüsse des Landes Erfolg hat, müsse sich dann zeigen.

Der Bauausschuss stimmte einstimmig dafür, mit Neugebauer und Willert Honorarverträge zur Ermittlung des grundsätzlichen Planungsrahmen abzuschließen. - tbg

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