"Komische Situation"

Lob für Abstand-Disziplin beim Wochenmarkt - "Rocco" macht am See dicht

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Birte Groot bedient ihre Kunden am Wochenmarkt-Stand des Hofladens Abel.

Körbecke – „Die Besucher sind für ihre Disziplin gelobt worden“, sagt der Gewerbevereins-Vorsitzende Ralph Eckhoff zum Wochenmarkt am Donnerstag: „Alle haben freiwillig den empfohlenen und so wichtigen Abstand zu einander eingehalten.“

Bis auf zwei Marktbeschicker sind alle vor Ort, die angekündigt waren. Ein Messerschleifer ist in Hamm gestrandet, eine weitere Dame hat kurzfristig abgesagt.

Ein Dutzend Leute warten vor den Ständen gegen vier Uhr am Nachmittag. „Ich mache mir für mich und meine Familie richtig große Sorgen“, sagt Anja Keßler vom gleichnamigen Blumenhaus gleich am Pankratiusplatz: „Da komme ich aus dem Urlaub wieder und erfahre, dass ich mein Geschäft abschließen muss – hier draußen auf dem Markt darf ich aber verkaufen. Was ich heute nicht verkaufe, kann ich wegwerfen, weil der Laden zu bleibt...“ 

Eine Katastrophe sei das mit dem Virus, da pflichten ihr alle bei, die zum Einkaufen unterwegs sind. „Eine komische Situation, wenn man so zwei Meter Abstand halten muss“, sagt Petra Eckhoff: „Aber Hauptsache, wir bleiben gesund.“ 

Gottesdienst im Internet

Pastor Ludger Eilebrecht steht mit seinem Einkaufskorb mitten auf dem Platz, wartet, bis er demnächst mal an der Reihe ist. „Wir werden ab Sonntag Gottesdienste live übers Netz übertragen, weil ja die Kirchen geschlossen sind – unser neuer Pfarrer Stefan Kendzorra macht das möglich“, sagt er: Auf den Internetseiten der Gemeinde hat er einen langen Brief an alle Gläubigen vor Ort und im Pastoralen Raum verfasst – er vertritt aktuell Propst Röttger, der nach Australien geflogen ist. 

Viele wollen Obst, Gemüse und Kartoffeln einkaufen: Birte Groot von Abels Hofladen in Stockum hat gut zu tun. „Man spürt eine ganz große Dankbarkeit bei den Leuten, dass der Markt bleibt, die Leute halten von selber Abstand, das habe ich auch in Soest so erlebt – da war ich kurz vorher auf dem Markt“, sagt sie später am Telefon. 

„Wir hoffen alle, dass der Markt erhalten bleibt, wenn es denn wirklich eine Ausgangssperre geben sollte.“ Gelassen seien die Leute alle gewesen, erzählt sie weiter – gelassen bis hin zum Galgenhumor: „Wir müssen zurechtkommen in der Krise.“

Restaurant dicht

Beim Anzeiger-Besuch vor Ort packt „Rocco“ mit seinem Team gerade das Mobiliar für den Außenbereich ein: Besuch habe er gehabt vom Ordnungsamt, erzählt er – wegen der vielen unvorsichtigen Leute, die für Eis angestanden und sich einen Teufel um sicheren Abstand geschert haben. Jetzt hat er am See ganz zu gemacht, bei Venezia am Pankratiusplatz gibt es nur noch Essen für außer Haus: Bestellen, mitnehmen, ab nach Hause – und das von 12 bis 21 Uhr. 

„Es geht nicht anders, wir müssen strikt alle Vorgaben einhalten“, sagt Hansfriedrich Winter vom Ordnungsamt dazu: „Ich bin unterwegs, die Mitarbeiter sind unterwegs – wir kontrollieren.“

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