Fan seit den Siebzigern

Holger Steffen - ein galaktischer Perry-Rhodan-Fan 

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Holger Steffen (links) wartet im Kiosk von Mathias Herrmann (rechts) auf den neuen Band.

Körbecke – „Perry Rhodan? Soll ich’s kurz erklären?“ Holger Steffen, für seine Freunde kurz „Mütze“, er kennt sich aus, hat beim Treffen mit dem Anzeiger Band 2999 in der Hand. Er ist ein großer Science-Fiction-Fan. 

Der 26. August 1552 neuer galaktischer Zeitrechnung liegt von heute aus gesehen gut 3100 Jahre in der Zukunft, erklärt er. Es ist der Tag, an dem Perry Rhodan und seine Gefährten den Weltenbrand gelöscht haben, der von der Scheibenwelt Wanderer ausging, ausgelöst vom Schurken Adam von Aures. 

Perry, der (fast) unsterbliche Zellaktivator-Träger, Atlan, der uralte Arkonide, Gucky, der Mausbiber und Homunk, der Androide, sie sind zufrieden – schließlich haben sie die Milchstraße gerettet, die Hyperfrequenz abgestellt, die Sternenvölker in den Wahnsinn trieb.

Neuen Roman bis zum Abend verschlungen

Mission erfüllt – Rücksprung ins Sol-System nach „Terra“, zur Erde! Etwas geht schief bei der Schussfahrt durch Raum und Zeit: Die „Ras Tschubai“, ebenso gewaltiges wie legendäres Kugelraumschiff der Helden, sie materialisiert 500 Jahre in der Zukunft – die Erde ist ein Mythos, die Milchstraße ist unheimlich geworden, denn die Zeit hat alles verändert. 

Nur eines bleibt gewiss: Perry und seine Freunde vom Mutantenkorps, sie waren mit der „Stardust“ auf dem Mond und fanden dort uraltes Leben – lange bevor die Amerikaner ihre Mondlandung im Studio so sehr vergeigten, dass jeder den Betrug bemerkte! Gut, fast jeder. Perry Rhodan. „Schund, Zeitverschwendung!“ schimpfen die einen. „Kult!“ Das sagt nicht nur Science-Fiction-Fan Holger Steffen. Wie jeden Freitag steht  er auch heute wieder ganz früh an im Kiosk, kauft den neuen Roman und wird ihn bis zum Schlafengehen längst verschlungen haben. 

Fan seit den Siebzigern

„Ich mag diese Geschichten. Sie unterhalten, sie sind spannend, sie sind immer wieder auch komisch und witzig, sie sind ungeheuer vielschichtig und spielen mit allen Möglichkeiten von Raum und Zeit. Überhaupt: SciFi, Fantasy, so Sachen wie Star Wars oder Vikings – das ist voll mein Ding, da kann ich gut abschalten! Mein Lieblingsheld ist ganz klar Gucky, der Mausbiber, dieser spaßige Teleporter…“ Wie er zur Serie fand? Mütze muss schmunzeln: „In den Siebzigern. Da habe ich meinem Bruder den ersten von den Silberbänden stiebitzt, die parallel zu den Heftromanen rauskamen. Das Titelbild hatte mich so beeindruckt. Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt – und seitdem bin ich Fan. 49 bin ich jetzt, Groß- und Außenhandelskaufmann – und wenn ich mit Perry auf Reisen bin in fernen Galaxien, dann darf mich keiner stören…“ 

Langlebigste und erfolgreichste Kopfkino aller Zeiten

Das Jubiläum heute ist erstaunlich: Heute erscheint Heftroman Nummer 3000: „Mythos Erde“ – und das Autorenteam hat schon bis zur Nummer 3300 den weiteren Handlungsrahmen abgesteckt, berichtet Chefredakteur Klaus Frick im Netz: Die deutsche Erfolgsserie aus dem Pabel-Moewig-Verlag titelt als „Die größte Science-Fiction-Serie“, verbindet seit dem Start im September 1961 Generationen von Lesern und begeistert immer wieder neue Fans. 

Auf der Leinwand floppte Perry Rhodan, das war 1967 mit „SOS aus dem Weltraum“ – er rettet die Galaxien seither tapfer von Wochenroman zu Wochenroman und bleibt damit das wohl langlebigste und erfolgreichste Kopfkino aller Zeiten. „Lesen ist auch was Feines“, findet „Mütze“.

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