Gemeinderat: Klespes Schelte findet viel Kritik

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Christian Klespe mag im Möhneseer Ratssaal nicht mehr mitarbeiten, seine Kritik zum Abschied stößt bei vielen jedoch auf Unverständnis.

Möhnesee – Der Rückzug von Christian Klespe (SPD) aus dem Gemeinderat war verbunden mit einer deftigen Schelte am Bürgermeister und an den Mehrheitsfraktionen CDU und BG. Diese „Abrechnung“ finden die so Gescholtenen jedoch ihrerseits ungerechtfertigt und schlecht begründet. Auch die Vorgehensweise fand wenig Anklang.

So berichtete Bürgermeister Hans Dicke am Freitag, er sei am Donnerstag durch Klespe informiert worden: „Ich habe von ihm einen Zweizeiler bekommen, dass er das Mandat niederlegt, und habe heute aus der Zeitung erfahren, warum.“ Ganz spontan habe er mit Unverständnis reagiert, die Begründungen empfinde er als nicht nachvollziehbar. 

Wenn ihn als Ratsvertreter der Gemeinde Möhnesee, nicht des Ortsteils Günne, die Entwicklung in Körbecke nicht interessiert, dann zeige dies, dass bei Klespe das Kirchturmdenken immer noch nicht aus dem Kopf ist. 

Auch würden die Ortsteile keineswegs vernachlässigt. Für Günne, Delecke und Völlinghausen seien DorfinnenEntwicklungskonzepte aufgestellt worden, und zwar unter großer Beteiligung der Bürger. „Mehr geht nicht“, so Dicke. Darüber hinaus gebe es regelmäßige Treffen mit den Ortsvorstehern. Was Klespe am Nordufer zwischen Delecke und der Sperrmauer entwickelt haben möchte, sei unklar. Das Lichtkonzept für Sperrmauer und Ausgleichsweiher aus der Regionale bestehe als Arbeitsauftrag weiter. 

Und auch Klespes Aussagen zur Regionale 2025 in Südwestfalen seien nicht korrekt. So gebe es Gespräche mit den Regionalbeauftragten des Kreises und anderer Kommunen. Dicke: „Er weiß ja gar nicht, was intern läuft, insofern ist es nicht zulässig, sich so zu äußern.“ 

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Weigt äußerte sich ähnlich. Der Günner Ortsvorsteher habe die Belange der Günner stets im Gemeinderat eingebracht. Die Aussage, da sei etwas auf den letzten Drücker passiert, sei falsch. Gleiches gelte bezüglich der Regionale. So habe sich der Rat auf Antrag der CDU im Oktober mit dem Thema befasst. Weigt: „Klespe hat sich zuletzt wenig an Sitzungen beteiligt, so dass er an der einen oder anderen Stelle wohl nicht den vollen Kenntnisstand hat.“ 

Auch Albert Prange (BG) weist die Kritik zurück. „Dass wir in den Ortsteilen nichts tun würden, ist nicht richtig.“ Auch sonst fehle es keineswegs an Konzepten. Klespes Schelte stehe wohl eher unter dem Motto, wie er aus der Nummer rauskommt und anderen eins mitgibt.

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